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News: Caravan-Inneneinrichtung

Blick in die Zukunft: In der Saison 2006 sind warme Erdfarben bei der Caravan-Inneneinrichtung klar auf dem Vormarsch.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Caravan-Salon 2005 zumindest in einer Hinsicht ganz anders werden wird als die Vorgänger. Denn die Farbe, die die Polster der Freizeitfahrzeuge in den vergangenen Jahren bestimmt hat, ist auf dem Rückzug: Blau. „Damit folgt die Caravaning-Industrie den Geschmacksveränderungen im Hausbereich“, weiß Andreas Kasparek von Möbelstoffanbieter Höpke in Niederfüllbach bei Coburg. Dieses Unternehmen ist Lieferant für zahlreiche Reisemobil- und Caravanhersteller. Alljährlich im Herbst geben sich hier die Designer und Produktplaner die Klinke in die Hand, um die Raumtextilien für den nächsten Jahrgang zu ordern. Aufgrund der Bestellungen können die Höpke-Manager jetzt schon absehen, wie sich der Wohnwagen-Jahrgang 2006 in seinem Innern geben wird. „Es wird viel mehr gespielt als in den Vorjahren“, lüftet Höpke-Prokurist Andreas Kasparek ein kleines Branchengeheimnis. „Mehr Streifen, nicht zu breit und längs verarbeitet“ – dies sagt Kasparek über die Designs, doch auch kleine Karos stünden in der Gunst der Innenraumgestalter ganz oben. „Nur Blumenmuster und Grün gehen so gut wie gar nicht“, weiß Kasparek. Dafür wird sich mancher Caravankäufer in der übernächsten Saison an die späten siebziger oder frühen achtziger Jahre erinnert fühlen, denn Terrakotta und warme Erdtöne in allen Variationen feiern bei den Polstern fröhliche Urständ. Zurück zur Natur, so heißt bei den Textilien das Motto.

Die Qualitäten unterscheiden sich freilich von denen von vor 20 Jahren: Waren da vor allem Chenille-Stoffe das Maß der Dinge, so sind es heute Microfasern. Wie die Möbelindustrie setzen auch die Caravanhersteller diese Stoffe ein, die gleich zwei Vorteile bieten: Zum einen fühlen sie sich edel an, zum anderen sind sie auch noch reichlich unempfindlich. „Eura Mobil war auf diesem Gebiet Vorreiter; jetzt ziehen auch andere Hersteller nach“, berichtet Andreas Kasparek. „In der gehobenen Fahrzeugklasse wird bereits jetzt jedes dritte Fahrzeug mit Microfaser- oder mit Lederbezügen ausgeliefert“, bestätigt Gernot Schank, dessen Firma G+S Sitz- und Polstermöbel im Lohnauftrag für eine Reihe von Herstellern polstert. In erster Linie probieren die Gestalter noch immer mit vielen Stoffmustern, ob und wie die künftigen Kollektionen harmonieren; doch auch moderne Elektronik hält bei der Textilauswahl Einzug. So hat Grossist Höpke ein Computer-Programm entwickelt, das Reisemobile und Caravans virtuell mit Tausenden von Stoffen einrichten kann. Auch wenn viele Hersteller bei den gleichen Stofflieferanten einkaufen, muss ein Hobby-Käufer doch nicht befürchten, dass er den gleichen Stoff wie ein Knaus-Kunde erhält. Exklusivität ist bei jeder Marke erwiesenermaßen Trumpf. Damit die Ideen und Muster nicht ausgehen, lässt Höpke bei der Fachhochschule in Münchberg permanent eigene Stoffdesigns entwickeln, die auch in Reisemobile Einzug halten sollen. „Bei der Inneneinrichtung für Reisemobile und Caravans sind die Strukturen in den vergangenen Jahren deutlich professioneller geworden“, freut sich Designerin Ilse Junglas. „Früher war die Stoffauswahl häufig nur eine Verlegenheitslösung.“ Dass die steigenden Kundenerwartungen honoriert werden, kommt nach Ansicht von Ilse Junglas der ganzen Branche zugute: „Die Wohnwagen sind heute durch die Bank innen schöner als vor Jahren.“

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Datum

16. Februar 2005
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