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News: Fotostrecke: Mit Dethleffs Camper und Lanz Bulldog in die Alpen

Vor eine paar Wochen berichteten wir in einem Video-Porträt von Knut Hermanns ungewöhnlichem Projekt - er wollte mit seinem uralten Dethleffs Camper und seinem noch älteren Lanz Bulldog in die Alpen fahren. Hier gibt's nun die schönsten Bilder und Episoden seiner Reise.

400 Kilometer von Leonberg nach Imst in Tirol - und auch wieder zurück. Keine leichte Arbeit für den alten Lanz Bulldog, zumal hinten auch noch ein - allerdings ziemlich leichter - Dethleffs Camper dranhängt.

Vor einigen Wochen hatten wir diesen Plan des Leonbergers Knut Hermann hier in einem Video vorgestellt. Inzwischen ist die Reise vorüber.

Hier einige Auszüge aus seinem Reisetagebuch:

16.06.09 Am Morgen gegen 9.00 Uhr wollte ich losfahren, doch es goss in Strömen bis etwa 12.30 Uhr, erst dann klarte es auf. Dann gab es kein Halten mehr. Mit dem „Hopferle“, meinem kleinen alten Faltwohnwagen schaffte mein Lanz das Frauenkreuz mit 15% im steilsten Teil problemlos ...

Tübingen durchfuhr ich in Richtung Derendingen und merkte, dass meine Blinkanlage nicht funktionierte. Um nachzuschauen, stellte ich den Bulldog ab. Wie sich herausstellen sollte ein grober Fehler, denn er weigerte sich, mit dem Schwungrad wieder anzuspringen.

Zum Glück hatte ich am Klärwerk von Dusslingen gehalten und man hatte mich offensichtlich beobachtet. Zwei Männer kamen mir entgegen und ließen auch gleich erkennen, dass sie von solchen Maschinen etwas verstanden. Nach Überbrückung und Batterieüberprüfung war alles soweit in Ordnung, ein Massefehler am Hänger hatte den Stromverlust erzeugt ...

Und wie war die erste Nacht? Ich habe geschlafen, oh ja, aber es war umständlich mich an und auszuziehen; sind die Gelenke doch nicht mehr so leicht beweglich, wie sie es schon waren und so stand mein Entschluss schon nach der ersten Campingnacht fest, Camping nur in altersgerechter Ausstattung zu betreiben.

17.06.09 Die Fahrt über die „Hoch-Alb“ war beeindruckend; großzügig mit einer weiten Sicht über wohlbestellte Kornfelder mit wunderschönen roten Mohnblumen.

In den Orten an den Durchgangsstraßen werde ich oft mit einem Lichtsignal mit Smily und meiner Geschwindigkeit zwischen 17 und 20 km/h begrüßt; ist doch schöner als mit zu hoher Geschwindigkeit.

Was mich bei dieser Reise total überrascht hat, ist die Tatsache, dass ich Raum und Zeit völlig anders erlebe als mit dem Auto. Das Zeitgefühl möchte ich gerne vergleichen mit einer Reise in der Kutschenzeit.

18.06.09 Über Rauchenzell, Agathazell, Burgberg, Sonthofen und Bad Hindelang ging's an den ersten Pass Oberjoch mit seinen unzählig vielen Kurven und Kehren. Wenn mein Bulldog eine Person wäre, hätte ich ihm unterstellt, dass er außerordentlich erfreut war über diesen Anstieg. Die Maschine begann richtig zu arbeiten und zu meiner Verwunderung war kein Autotourist verärgert, der in dem Rauch meines Lanz eine Weile hinter mir aushalten durfte. Vor allem die älteren Leute, die solche Maschinen noch bei der Arbeit erlebten, hatten ihre helle Freude und einige warteten am Gipfel auf uns, um das Gefährt zu photografieren und mir, mit dem Daumen nach oben, ihre Achtung zu zeigen.

Vor allem auch die schnellen Motorradtouristen winkten mir, wohl, weil auch ich, wie sie, dem Wetter, in welcher Form auch immer, die Stirn bot.

Ins schöne Tannheimer Tal ging es weiter vorbei an Nesselwängle, Untergaicht über den nächsten Pass, den Gaichtpass mit nur 7% Steigung; gar kein Problem ...

Dann kam das Hahntennjoch. Mit 1894 Höhenmetern erwartete uns, den Lanz und mich, die größte Herausforderung. Nach 1200 m Einfahrt in die Passstraße zum Hahntennjoch-Pass; 29 km bis Imst. Da dachte ich, das geht ja, ist nicht weit. Doch es wurde weit.

Kurz nach der flachen Anfahrt ging es gleich 10% Anstieg und ich fuhr ohne die Maschine zu strapazieren im 5. Gang lässig auf den ersten Flachteil und dachte schon, das kann es doch nicht gewesen sein. Weiter ging es relativ flach ansteigend weiter bis zum Abzweig nach Imst. Und da erschrack ich doch etwas.

Gleich der Einstieg zeigte mit 18,9% Richtung „Himmel“ und ich sprach meinem Bulldog gut zu, blieb fest auf dem Gas und ließ der Maschine keine Schnaufpause, denn ein Anfahren an dieser Steigung schien mir schwer möglich. Mein Bulldog lief wie ein Uhrwerk und ich hoffte nur, dass mein alter Keilriemen hält. Er hat gehalten und auf der Passhöhe (1894 m) wurde ich von allen auf dem Pass befindlichen Touristen mit Beifall empfangen. Auf 15 km von den insgesamt 29 km bis Imst hatten wir 900 Höhenmeter mit Steigungen zwischen 15,8% und 18,9% überwunden.

Noch ein kurzer Kontrollstop in Imst, um alles zu überprüfen, und da bekam ich doch einen Schrecken. Der Keilriemen - ein zu kleiner 13er, der bis dahin immer ausgereicht hatte - bestand in Teilen nur noch aus dem Textilteil! Aber ich fuhr den Rest bis Plangeross mit halber Kraft und kam gut an.

Autor

Foto

Foto: Knut Hermann

Datum

9. Juli 2009
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