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News: "Knaus spielt wieder in der ersten Liga mit!"

Knaus-Tabbert- Group-Chef Thomas Dickenberger und sein Vertriebschef Reinhard Hoßfeld im Gespräch mit CARAVANING über Marken, Händlerservice und die Zukunft des Konzerns.

Herr Dickenberger, die Gerüchte schießen seit langem ins Kraut. Deshalb: Wie sieht’s aus bei Knaus?
Dickenberger: Eine saloppe Frage, die allerdings sehr vielschichtig ist. Betrachten wir die Knaus Tabbert Group von der Marktseite, also von dem, was wir mit unseren Produkten und unserer Positionierung geschafft haben, liegen wir etwa bei 80 % von unserer Planung. Wir haben uns sehr viel vorgenommen, aber noch nicht alles erreicht. Knaus zum Beispiel steht heute wieder da, wo die Marke schon einmal war, als es uns um einiges besser ging.
Wir haben eine ganze Menge an kreativen Ideen, die wir schon nächstes Jahr zeigen werden.
Die Gruppe spielt eindeutig wieder in der ersten Liga mit.

Reicht das aber für einen Platz in der Champions League?
Dickenberger: Wir bleiben auf dem Teppich. Der Uefa-Pokal ist unser Ziel, irgendwann aber wollen wir den Meistertitel. Um den zu erreichen, benötigen wir jedoch noch ein paar innovative Produkte. Wir arbeiten daran.

... und einen starken Partner? Was ist dran am Einstieg eines großen Konkurrenten bei Knaus?
Dickenberger: Alles Quatsch. Natürlich haben wir uns in der Vergangenheit mit anderen Unternehmen über Synergien oder strategische Partnerschaften fürs internationale Geschäft unterhalten. Das waren Sondierungsgespräche, in denen es aber nicht einmal um Zahlen ging. Dass daraus bei der Knaus Tabbert Group gleich so ein Possenspiel wird, finde ich unerklärlich.

Gespräche zwischen Firmen sind die normalste Sache der Welt. Ich will diese Gerüchte aber gar nicht weiter kommentieren, sie sagen viel über den Zustand derer aus, die sie verbreiten. Wir sind geistig längst ein paar Schritte weiter. Für uns steht eine klare Positionierung unserer fünf Marken sowie das Ausschöpfen unseres Innovationspotenzials im Vordergrund. Im nächsten Jahr soll dieser Prozess zu 100 Prozent abgeschlossen sein. Dann hören hoffentlich auch die Gerüchte auf.

Das hört sich an, als habe es die Krise des Konzerns nie gegeben. Die Zahlen der letzten Jahre sprechen eine andere Sprache. Hoßfeld: Der Konzern hat zweieinhalb schwere Jahre hinter sich, allerdings hat das Team unter Thomas Dickenberger die Wende geschafft. Unsere Zahlen sind bei allen Produkten besser als erwartet, wir haben heute auf der Finanzseite die Wende geschafft. Und in den nächsten zwei Jahren wollen wir Strukturen aufbauen, die uns die Preisführerschaft ermöglichen. Dickenberger: Absolut richtig. Wir werden dem Preisführer im Caravan-Bereich das Leben erschweren. Da gibt’s viel zu tun, die Voraussetzungen aber sind exzellent.

Herr Hoßfeld, Sie haben eine Dienstleistungsoffensive angekündigt. Wie sieht die aus? Hoßfeld: Wir arbeiten derzeit an einem umfassenden Konzept. Am Anfang steht die Frage, wie wir die Eintrittsbarrieren entfernen können. Uns bewegt also die Frage, wie wir Nicht-Camper zum Caravaning bringen. Daran hängen Finanzierungsfragen genauso wie Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, mit der wir unsere Produkte über einen Fachkreis hinaus bekannt machen.

Vermietangebote sind ein Thema, genauso unser Internetauftritt, über den wir den kaufbereiten Kunden unserer Händlerschaft zuführen wollen. Wir wollen die modernen Medien einfach besser einsetzen als bisher, um Informationen bereitstellen zu können, die den Einstieg ins Thema Caravaning erleichtern. Schauen Sie einfach mal genau hin: Es ist heute einfacher, eine Reise nach Neuseeland zu buchen, als mit dem Caravan eine Reise in den Bayerischen Wald zu machen.

Sollen Händler demnach künftig als Service-Stationen fungieren, über die Kunden sogar eine Caravan-Reise buchen können? Hoßfeld: Es muss einen zentralen Part geben, den wir direkt abwickeln. Aber ich sehe einen gewichtigen Teil der Arbeit beim Handel.

... und Ihre Händler, sehen die das auch? Hoßfeld: Auf jeden Fall. Unser Konzept stößt bei unseren Fachpartnern auf großes Interesse, schließlich lässt sich mit diesen Dienstleistungen nicht nur Kundenbindung erreichen, sondern auch eine schöne Stange Geld verdienen.

Herr Dickenberger, Sie schütteln den Kopf. Sehen Sie das anders als Ihr Vertriebskollege? Dickenberger: Überhaupt nicht. Ich wundere mich nur darüber, dass dem Handel unterschwellig immer wieder eine Unfähigkeit zur Dienstleistung unterstellt wird. Erfolgreiche Fachpartner sind doch heute schon Dienstleistungsunternehmen, die einen nicht gerade geringen Zusatzrohertrag mit Service erwirtschaften.

Sie haben vorhin gesagt, Tabbert sei positioniert. Gilt das auch für den T@b XL? Schließlich verlassen Sie die T@b-Philosophie des kleinen und günstigen Caravans. Dickenberger: Der T@b ist ja aus einem Wohlfühleindruck entstanden, unser Fokus lag nicht auf dem Preis. Wichtiger war das Design des T@b, das auch im XL weiterlebt und letztlich zu einem Preis führt, der deutlich höher werden musste als beim Erstling. Es gab beim T@b XL einen Zielkonflikt zwischen Niedrigpreis und außergewöhnlichem Außen- und Innendesign. Wir haben uns intern für das Design als wichtigeres Element entschieden. Der T@b XL ist nicht auf preiswert getrimmt. Wir gehen deshalb auch nicht davon aus, dass er ein Massenprodukt wird.

150 Stück im Jahr, wäre das eine Planzahl, die bei Ihnen für Zufriedenheit sorgen könnte? Hoßfeld: Damit wären wir sehr zufrieden. Der T@b XL hat für uns indes nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern vor allem strategische. Der Markt, das sieht doch jeder, der auf dem Caravan-Salon war, braucht Produkte wie den T@b XL. Damit beleben wir den Markt.

Autor

Datum

4. Dezember 2003
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