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Startschuss für den Caravaner. 11 Bilder Zoom

Caravaner ohne Zugwagen?: Mit dem Daumen durch Europa

5 Länder, 4 Wochen, 3 Regeln, 2 Kerle, 1 Schwalbennest, kein Zugwagen: Was selbst für hart gesottene Caravaner unmöglich klingt, ist Valentin von Vacano gelungen – ein Bericht über 2500 Kilometer Europa in 29 Tagen.

„Ein Kindheitstraum, der noch lange nicht ausgeträumt ist“ – der Werbetexter und überzeugter Caravaner Valentin von Vacano hat gewagt, was kaum ein anderer nicht einmal im Traum wagen würde: Auf weniger als 5 Quadratmetern Schwalbennest-Caravan hat er zusammen mit seinem Fotograf Rainer Möller den Versuch gestartet, binnen vier Wochen 2500 Kilometer durch Südeuropa zurückzulegen. Und zwar ohne eigenes Zugfahrzeug, angewiesen auf Autofahrer, die dem Caravaner ihre Anhängerkupplung und einen warmen Beifahrersitz leihen.

Das Ziel lautete: pünktlich am 14. Januar auf der Stuttgarter Urlaubsmesse CMT 2012 ankommen, wo das Ende der „Weg und Hin Tour“ nicht nur von den Kooperationspartnern Knaus und CMT mit Spannung erwartet wurde. Dabei lief das einmalige Abenteuer nicht ohne ein striktes Regelwerk ab, das Schlupflöcher oder Notlösungen unmöglich machte.

Während der Fotograf in kalten Nächten bezahlte Hotels in Anspruch nehmen durfte, musste Valentin von Vacano auch bei eisigen Temperaturen im Caravan schlafen. Tagsüber galt es, die Route durch fünf Länder nicht abzukürzen – ebenso wenig war es erlaubt, sich von Freunden oder gegen Bezahlung mitnehmen zu lassen. Es ist schon jetzt unschwer zu erkennen, dass seine Reise gespickt war von Höhe- und Tiefpunkten zwischen Schweiz, Italien, Slowenien, Österreich und Deutschland.


 
Grenzenloses Durchhaltevermögen

 
Wie kommt ein erfolgreicher Werbeunternehmer auf die Idee, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen? „Die Idee, mit dem Wohnanhänger ohne Zugfahrzeug durch Europa zu trampen, kam mir bereits vor drei Jahren auf dem Campingplatz. Den Traum, durch Europa zu fahren, Leute und Landschaft kennenzulernen, jeden Tag neu leben und nicht zu wissen, was morgen bringt, hatte und habe aber ich schon immer“, erzählt Valentin der CARAVANING-Redaktion.

Das nötige Durchhaltevermögen hat er gleich mehrfach unter Beweis gestellt, denn das von etlichen Freunden vorhergesagte Desaster ließ nicht lang auf sich warten: Keine zwei Kilometer nach Aufbruch sitzen Caravaner und Fotograf im Schweizer Tessin auf einem Campingplatz fest. Vier Tage lang weit und breit kein Zugvogel, der die beiden mitnehmen will. „Man prophezeite mir schon vorher ein monatelanges Warten und Frieren auf Parkplätzen, und zu diesem Zeitpunkt glaubte ich das wirklich“. Doch er schaffte es dort und fortan immer wieder, sich bei anderen Reisenden „einzuhängen“, selbst wenn die Kommunikation nur über Hände und Füße möglich war. „Die Brocken hätte ich niemals hingeschmissen“, sagt er zwei Wochen nach vollendetem Experiment.

Facebook ja, Dusche nein

 
Seinen Fortschritt von 2500 Kilometern durch fünf Länder und unzählige Zwischenhalte konnte jeder Interessierte dank Facebook, Twitter und Blog täglich miterleben – Frust und Freude wurden mit Wort, Bild und Video bis zum letzten Halt vor der Messe in Stuttgart dokumentiert. Das beeindruckte nicht nur die zahlreichen Zweifler und Neider, auch die Medien wurden neugierig darauf, ob Valentin von Vacano es tatsächlich nach Deutschland schafft, vor allem in der geplanten Zeit von 29 Tagen.

Im Rückblick keine lange Zeit, die aber ohne einfachste Standards des Alltags zu einer Ewigkeit werden kann: „Errungenschaften der Zivilisation wie Internet, Strom und Wasser lernt man auf so einer Reise völlig neu wertzuschätzen, zum Beispiel auf einer Tageswanderung Richtung Dusche“. Auch die Verpflegung genügte, zum Frust des Fotografen, nur geringsten Ansprüchen – kalter Eintopf und Knäckebrot musste oftmals reichen für den Hunger zwischen Schnellstraße und Stellplatz. Von all diesen Widrigkeiten ist seine Reiselust nicht weniger geworden, im Gegenteil. Er hat auch in Zukunft vor, das Büro gegen das „Abenteuer Welt“ einzutauschen.

Doch bevor er schon an die nächste Reise denkt, zieht er noch ein Resümee der „Weg und Hin Tour“ im Schwalbennest: „Sich dem Schicksal auszuliefern, einmal etwas Neues wagen, Hürden zu nehmen und nicht aufzugeben – das macht dieses Abenteuer aus. Und wer so eine Reise mit seiner Freundin macht und die danach immer noch mit Begeisterung aus dem Wohnwagen steigt, der sollte diese Freundin heiraten.“ Nachmachen ist also ausdrücklich erlaubt.

Autor

Foto

Rainer Möller

Datum

27. Januar 2012
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