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News: Saison 2006: Zeltanschauung

Frisches Design und Zuwachs bei den Funktionen stecken in den neuen Vorzelten.

Es weht eine frische Brise durch die Zeltbranche. Die Schneider zeigen sich in diesen Tagen innovativ wie selten und spielen mit Farben, Formen und auch mit Funktionen. Vor allem das „schnelle“ Vorzelt oder Sonnendach scheint von Herstellern und Verbrauchern gleichermaßen gefragt zu sein: ein Stück Stoff, ein leichtes Gestänge und ein Aufbaukonzept, das das Zelt innerhalb kurzer Zeit benutzbar macht.
Premiere auf dem Caravan-Salon feierte das Florett, ein Sonnen- und Windschutz aus der Zeltfabrik Herzog. Das im schwäbischen Kirchheim/Neckar beheimatete Unternehmen packt Stoffbahnen und Gestänge in eine längliche Tasche, die an der Kederleiste des Caravans befestigt wird. Zum Aufbauen muss lediglich das Zelt entrollt, das gerundete Gestänge installiert und das Ganze abgespannt werden. Der Hersteller spricht von fünf Minuten Aufbau. Das Gewicht liegt bei 17 Kilo, der Preis bei 440 Euro. Auch von Herzog kommt das kleinste aller möglichen Zelte, die Eingangsmarkise Quick, die mittels Moskitonetz den Caravan von Insekten freihalten soll und mit nur einer Fiberglasstange in Form gehalten wird. Preis rund 125 Euro.
Aufs Wesentliche reduziert ist auch das Sonnenvordach Campistar von Fritz Berger, nämlich auf das Dach und die Vorderwand. Seitenwände fehlen hier. Gehalten wird das Konstrukt von zwei Zeltstangen, die tele-skopierbar sind. Dadurch kann die Neigung der Vorderwand individuell abgespannt werden. Im Preis bleibt das 3,5 Kilo schwere Tuch knapp unter 100 Euro. Den Gipfel an Flexibilität will das Nizza Vario von Fritz Berger besteigen. Grundsätzlich handelte es sich hier um ein Reisezelt, das modular aufgebaut wird. Rundum geschlossen, wird es zum vollwertigen Leichtzelt, lässt man Vorder- und/oder Seitenteile weg, dient das rund 450 Euro (mittleres Umlaufmaß) teure Paket als luftiger Schattenspender. Eine weitere Option bringt für rund 120 Euro Aufpreis das Nizza-Vario-Sonnendach ins Spiel. Damit kann das Dach nach vorne um rund 170 Zentimeter verlängert werden, und es spielt keine Rolle, wie das Zelt aufgebaut wurde.
Trotz 240 Zentimeter Tiefe sehr kompakt und auch sehr robust – so lauten die hervorstechenden Eigenschaften des Pultdachzeltes Portofino der noch jungen Marke Motenda. Reminiszenz ans Sonnendach ist die herausnehmbare Frontwand. Portofino wird mittels Quickstop befestigt, einem Spezialkeder für die schraublose Anbringung. Portofino ist in drei Breiten erhältlich. Beim Anfangsmaß 2,50 Meter liegt der Preis bei rund 580 Euro.

Innotenda nennt sich eine neue Zeltmarke, hinter der der Hersteller Wigo und Studer-Design stehen. Letztere sind für die Caravan-Gestaltung im Hause Dethleffs zuständig. Der Isnyer Caravan-Hersteller wird die Innotendas auch vermarkten, und so wundert es nicht, dass diese Zelte zunächst einmal auf die eigenen Produkte zugeschnitten sind und perfekt harmonieren. Das Architect ist ein ausgesprochen hübsches und leichtes Reisezelt mit ganz neuen Fenster- und Tür-Varianten. Das Größenangebot bietet Umlaufmaße bis über zwölf Meter an. Die Preise reichen je nach Ausführung von knapp 1000 bis rund 1900 Euro. Wintercamping ohne Klimaschleuse ist fast unmöglich. somit haben die Zeltschneider auch in dieser Jahreszeit ein saisonales Hoch. Indiz dafür sind die Weiterentwicklungen bei den sturm- und wetterfesten Zelten. DWT geht gleich mit zwei Pultdachzelten ins Rennen. Das Aqua in Blau und das Tulip in Orange sind bunte Tupfen in der weißen Winterlandschaft. Aqua und Tulip kosten im Fachhandel rund 350 Euro die große Version. Für besondere Isolierung sollen Schaumstoffwülste dienen, die den Bereich zwischen Zelt und Wohnwagen abdichten. Gegen Aufpreis sorgt ein Innenhimmel für weniger Kondenswasser und damit für besseres Klima. Ganz neu ist die serienmäßige Steckschnalle, in die ein neues Gurtsystem von DWT einfach eingeclipst werden kann. Diese Abspannung, die auch bei anderen Zelten erhältlich ist, besteht aus einem breiten Band. Sie erfolgt über eine stabile Zugfeder, welche die Spannung des Gurts reguliert. Irgendwo zwischen Prototyp und Serienreife bewegt sich das Spezialzelt Montafon mit der Dachheizung, die von Paroli stammt, dem Spezialisten für elektrische Flächenheizungen. Grund dieser Installation ist der Wunsch der Camper nach einem schneefreien Dach. Tests im vergangenen Winter haben zu verblüfften Gesichtern unter den Passanten und zur Zufriedenheit beim Zeltschneider geführt. Als Zugabe für den Wintercamper steuert Gestängehersteller EA Metallbau einen transportablen Dauercamperboden bei, der auf das Modell Montafon abgestimmt wurde. Außerdem bietet das Unternehmen eine feste Vorzeltschiebetür, die sogar abgeschlossen werden kann. Die letzten Optionen wenden sich allerdings eher an den Dauercamper. Bei den schwereren Zelttypen, angefangen beim soliden Reisezelt bis zum dauerstandfähigen Ganzjahreszelt, ist zur Saison 2006 vor allem Modellpflege angesagt.

Auf eine Tradition von 20 Jahren kann der renommierte Hersteller Isabella bei seinem Penta- Großraumzelt zurückschauen. Damit dieses Zelt immer aktuell bleibt, bekommt es eine turnusmäßige Frischzellenkur. Beim diesjährigen Penta finden sich in den Zeltecken jeweils eine Tür und ein Fenster, welche getauscht werden können. Neu ist ebenfalls ein Moskitonetzfenster mit Folienabdeckung in der Seitenwand. Der deutlich über dem Schnitt liegende Preis (ab 2100 Euro) hat ebenfalls Tradition und aufgrund der aufwendigen Fertigung durchaus seine Berechtigung. Preislich ziviler geht es bei der Isabella-Tochter Ventura zu, die mit dem Einstandspreis für ihr Sun Plus unter 1000 Euro bleibt. Das komplette Reisevorzelt lässt sich nach Wunsch und per Reißverschluss entblättern, bis nur noch ein Schatten spendendes Dach übrig ist. Das Gestänge gibt’s in Stahl oder Glasfiber. Ebenfalls Modellpflege übte Motenda an seinem Bungalowvorzelt Riva, das in der neuen Variante auf eine Tiefe von 270 Zentimeter gebracht wurde. Dies bedeutet einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent in dieser Richtung. Mit einem guten Kompromiss beim Materialeinsatz erfüllt das komplett ausgestattete Zelt die Ansprüche, die unterwegs und auch auf dem Dauerstellplatz gestellt werden. Aufgrund des flexiblen Aufbaus sind alle Anwendungsvarianten denkbar, von der Ve-randa bis zum Erker. Der mittlere Preis liegt derzeit bei rund 1260 Euro. Brand-Zelte steigt mit drei Produkten in die neue Saison ein. Das leichte Toscana-Top (ab 920 Euro) besteht aus Synthetikstoffen und ermöglicht aufgrund der Reißverschlusstechnik Balkone sowohl in den Seiten- als auch in den Vorderwänden. Beim Santos (ab 1090 Euro) handelt es sich um ein fünfteiliges Vorzelt, das dem Camper die freie Wahl lässt, komplett oder nur ein Sonnendach aufzubauen. Die Vorderwand im neuen Brand Ancona (ab 1230 Euro) wird in der so genannten Elementtechnik gefertigt. Die Elemente sind hier so untereinander austauschbar, dass sich der Eingang an verschiedenen Stellen platzieren lässt. Die Zeltschneider haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die neue Saison wird zeigen, wie der Verbraucher darauf reagiert. Die Möglichkeit, kein passendes Vorzelt zu finden, existiert kaum noch.

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Datum

3. November 2005
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