Campingplatz Klausenhorn, Ufer 9 Bilder Zoom

Campingplatz-Tipp Bodensee: Camping Klausenhorn am Bodensee

Am Anfang war das Klausenhorn: Auf diesem schönen Platzam Bodensee keimten die Ideen der Initiative „Ecocamping“.

Direkt am Klausenhorn bei Dingelsdorf wagte sich die Bodensee-Stiftung 1998 an das Thema „ökologisch orientierter Campingplatz“, ein Experiment ohne Vorbild. Dazu wurde der alte städtische Betrieb völlig umgekrempelt. Moderne Sanitärgebäude entstanden mit Kinderbad und Kollektoren auf dem Dach. Autos durften nur zum Be- und Entladen aufs Gelände. Ein alternativer Fuhrpark löste das Transportproblem: kostenlose Handkarren. Eine kleine Wertstoffinsel entstand, aus guten Gründen direkt im gut einsehbaren Eingangsbereich. Hier garantieren ein Sortiertisch und gekennzeichnete Müllcontainer eine umweltgerechte Entsorgung.

Mangels Vorbildern wurden auch Fehler gemacht. Die Leitung mit Bodenseewasser zur WC-Spülung verstopfte gerne. Schwärme von Insekten versuchten vergebens, über die Oberlichter der Sanitärgebäude zu entfliehen, und scheiterten an den Scheiben. Und doch wurde das Klausenhorn zur Keimzelle von Ecocamping, der bis heute überaus erfolgreichen Initiative für nachhaltigen Tourismus in Europa; sie berät Campingunternehmer, die ihre Betriebe in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Qualität und Service sowie Sicherheit verbessern wollen.

237 Camps tragen mittlerweile die Auszeichnung. Initiator Marco Walter betrieb seinerzeit als jobbender Student auf dem Klausenhorn eine kleine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt. Parallel schrieb er seine Diplomarbeit, eine umweltpsychologische Analyse, wie sich Abfall auf Campingplätzen reduzieren lässt, unter dem griffigen Arbeitstitel „Dose nee am Bodensee“. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Auch der jetzige Verwalter, Klaus Engelmann, steht in der Tradition von Ecocamping. Schließlich zählt er zu den Gründungsmitgliedern. So begrüßt am Eingang zum Campingplatz ein Storchennest in 15 Meter Höhe die Gäste. Ein Vogelstimmenrad gibt Auskunft über die einheimischen Sänger - in Bild, Text und Ton. Und zum Kräuterweg erschien jetzt eine erläuternde Fibel.

Seit Mitte Mai hat das Ferienprogramm mit einem Zehn-Meter-Rundzelt ein festes Dach über dem Kopf. Der örtliche Bäcker betreibt eine kleine Filiale mit frischen Backwaren, und am Strandbad eröffnete die Gastronomie „Strandgrill Klausenhorn“ mit regionalen Gerichten ganz nach dem Motto „klein, aber fein“.

Das Klausenhorn-Team, zu dem auch seit vielen Jahren Gabriele und Manfred Bux zählen, ist nicht zu bremsen, wenn es darum geht, die naturnahe Gestaltung und Pflege der Anlage weiterzuentwickeln. In Planung ist zum Beispiel eine Wettermaschine, die den Wasserkreislauf darstellt.

Regionale Angebote, ob es nun Läden, Bauernhöfe, Fischer oder Gärtner sind, liegen Engelmann besonders am Herzen. „Wir sind als Betrieb mit den meisten Übernachtungen der touristische Motor der Region und wollen ganz gezielt die aktive Unterstützung der einheimischen Bevölkerung.“ Gastiert beispielsweise der Kinder-Zirkus, kommen auch viele kleine Zuschauer aus der Umgebung. Das ist gewollt und auch gut so.

CARAVANIG-Tipp:

Frische Pizza gefällig? Zweimal die Woche wird in der Saison abends der Brotofen eingeheizt. Dann setzen die vorher angemeldeten Camper Hefeteig an und belegen später die Bleche nach Lust und Laune mit eigenem Käse, Schinken, Salami, Tomaten, Paprika oder Oliven. Kostenbeitrag pro Familienpizza: 3,50 Euro.

Eine Dampferfahrt:

Der Schaufelraddampfer Hohentwiel lief als Staatsyacht des Königs von Württemberg 1913 mit weißen Sonnensegeln, poliertem Messing und Mahagoni, reichlich Teak und Kirschbaumholz in Friedrichshafen vom Stapel. Noch zu Beginn der 50er Jahre beteiligte sie sich an den Wettfahrten um das Blaue Band des Bodensees, konnte sich aber bei sinkenden Passagierzahlen nur als schwimmendes Clubheim des Bregenzer Segelclubs vor der Verschrottung retten. 1984 erwarb die Vereinigung Internationales Bodenseeschifffahrtsmuseum e.V. den heruntergekommenen Dampfer. Viele Spendengelder und der Einsatz freiwilliger Helfer waren nötig, um die Hohentwiel instand zu setzen. Dabei gingen modernste und historische Technik eine vollkommene Synthese ein.

Infothek:

Adresse: Camping Klausenhorn, Hornwiesenstraße 40/42, 78465 Dingelsdorf, Telefon 0 75 33/63 72, Fax 0 75 33/75 41, www.camping-klausenhorn.de , info@camping-klausenhorn.de.

Anreise: A 81 Stuttgart-Singen, ab Kreuz Hegau Richtung Konstanz B 33, Ausfahrt Markelfingen/Dettingen, Richtung Dettingen/Dingelsdorf, am Nordrand, -beschildert.

Lage: Überwiegend ebenes Wiesengelände, gemischter Baumbestand, Hecken und Sträucher.
Ortszentrum -Konstanz: 7 Kilometer. Bus-Haltestelle.

Größe und Ausstattung: 3 ha, 137 touristische Stellplätze (ca. 55 bis 80 qm groß), 60 Dauercamper, moderne sanitäre Anlagen mit Kinderbad, Kiosk, Bäcker, Restaurant, W-LAN an der Rezeption, Strandbad mit 200 m Liegewiese, Animation, Wochenmarkt, Hunde auf Extra-Platzteil erlaubt.

Preise: Stellplatz mit 2 Personen/Kinder unter 6 Jahren/Strom 26,50 bis 32,50 €, Kurtaxe 2 € ab 16 Jahren - inklusive Gratis-Nahverkehr nach Konstanz.

Öffnungszeiten: 1. April bis Ende August.

Attraktionen: Storchennest, Kräuterpfad, weitläufiges Strandbad mit Spielplatz. Hundebereich und Slipanlage, Blumeninsel Mainau, Bodensee-Radwanderweg.

Autor

Foto

Hammermeister, Archiv

Datum

14. Juli 2011
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