Die Schlei - Highlights, Tipps und Campingplätze: Ein bisschen Meer

Die touristischen Highlights

Von der Autobahn Hamburg–Flensburg hierher zum westlichsten Zipfel der Schlei ist es ein Katzensprung. Und da liegt sie nun, gelassen und silbrig schimmernd im Morgendunst: mit 42 Kilometern längste Förde an Deutschlands Ostseeküste, zwischen 120 Meter und 4,2 Kilometer breit und fernab jeglichen Trubels, zumindest in der Nebensaison.

Eingebettet in eine wellige, liebliche Landschaft, wirkt sie mal wie ein Fluss, mal wie ein See, und doch: „Du bist die Meerestochter selbst, von Götterlaune ausgespielt ins Land“, hat der niederdeutsche Dichter Ludwig Hinrichsen (1872–1957) aus Kappeln in seiner „Hymne auf die Schlei“ geschrieben.

Eine tauschöne Winzigkeit Meer also zwischen Wiesen, Wäldern und sanften Hügeln, von den Gletschern der Eiszeit geformt. Dazwischen leuchtrote Dächer der Gutshöfe, schick restaurierte reetgedeckte Häuser reicher Großstädter, Windmühlen, romanische Feldsteinkirchen. Und jede Menge Bilderbuchdörfer, so wie die Schleswiger Fischersiedlung Holm, nur ein paar Minuten vom Hafen der Stadt entfernt.

Eine Reihe von Puppenstubenhäusern mit Rosenbüschen vor den „Klöndören“ (geteilte Türen, durch deren geöffnete obere Hälfte man gut ein Schwätzchen halten kann) ziehen sich um den alten kreisrunden Friedhof; die letzten aktiven Fischer und die restliche Bevölkerung von Holm bilden noch heute eine verschworene Solidargemeinschaft.

Nach einem Besuch des Wikinger-Museums nahe beim Campingplatz Haithabu fahren wir auf kleinen gewundenen Straßen an den Gestaden der Schlei entlang. Alles liegt nah beieinander, alles ist bequem und gemütlich auf einem Wochenendausflug erreichbar. Und wenn auch die Natur mit ihren Nooren (einstige Gletscherseen) und leuchtenden Rapsfel­dern im Mai der große Star der Region ist, so gibt es doch viel Sehenswertes am Wegesrand.

Schloss Gottorf und der St.-Petri-Dom in Schleswig zum Beispiel. Die antike Straßen-Eisenbahn-Klappbrücke bei Lindaunis, wo auch unser nächster Übernachtungsplatz direkt am Wasser wartet. Arnis, kleinster Ort Deutsch­lands mit 350 Einwohnern, feinen Werften und Restaurants, oder das komplett unter Denkmalschutz stehende Dorf Sieseby.

Und Kappeln kurz vor der offenen Ostsee: mit Dampfeisenbahn, Raddampfer à la Mississippi, einer Windmühle namens Amanda, Heringszaun (uralte Fischfangvorrichtung) und Fernsehkneipe aus dem TV-Dauerbrenner „Der Landarzt“ ist die 10000-Einwohner-Stadt so etwas wie das touristische Zentrum dieser beschaulichen Region.

Der Wind hat weiter aufgefrischt, am Hafen von Maasholm nahe der offenen Ostsee orgelt er um Fischerboote und Yachten; auch ein Seenot-Rettungskreuzer ist hier stationiert. Der Ort ist gemütlich, seine Restaurants servieren deftige Kost, da bleibt die Camper-Küche mal wieder kalt. Die östlich­ste Kneipe der Schlei ist allerdings nur per Boot zu erreichen. Zur „Giftbude“ auf der Lotsen-Halbinsel führen weder Weg noch Steg, dort spinnen Segler ihr Seemannsgarn. Wasser schöpft die Giftbude übrigens aus dem eigenen Brunnen, der Kaffee schmeckt daher schon mal etwas salzig – die Schlei ist eben kein Fluss, sondern eine echte Tochter des Meeres.

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Thomas Zwicker

Autor:

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