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Reise-Tipp Millstätter See: Campingurlaub für Entdecker

Ein See für alle Fälle: Der Millstätter See in Kärnten hat viele Attraktionen – eine Feuerinsel und glasklares Wasser in Trinkwasserqualität. Ein Camping-Urlaub für Entdecker.

Es ist einer dieser wunderbaren Morgen im Frühsommer: Die Sonne scheint ins Fenster des Caravans, draußen vom See her riecht es nach einem schönen Tag, man hört leise Wellen schlagen und die Vögel singen. Stand da nicht, dass der Millstätter See im Sommer 24 bis 27 Grad warm wird? Und ist dieser Tag nicht der richtige, es schon mal vor dem Frühstück zu probieren? Na schön, es ist ja erst Anfang Juni und noch nicht Sommer, aber man spürt ihn förmlich. Also los, mit einem weiten Sprung ins Wasser!

Die Enten gucken leicht irritiert, sie haben eben noch bei den Nachbarn Brötchenkrümel geschnorrt. Nach fünf Sekunden ist klar, warum: maximal 16 Grad! Aber ein paar Schwimmzüge später steht auch fest: So wird ab jetzt jeder Tag begonnen. Es ist ein Traum: der frühe Morgen, das glasklare Wasser und diese Ruhe! Die Orte am See schlafen noch, der Strand ist leer, nur zwei Angler sind mit ihrem Ruderboot weit rausgefahren und probieren ihr Glück. Kann man denn von einem Ende zum anderen schwimmen? Längs bestimmt nicht, aber quer vielleicht schon.

Der Millstätter See ist nach dem Wörthersee der zweitgrößte See Kärntens, er ist 13 Kilometer lang, 1,6 Kilometer breit und misst an der tiefsten Stelle knapp 150 Meter. Er ist ein ganz besonderer See, schon allein wegen seiner Lage: Im Norden ist er umgeben von den sagenhaften Nockbergen, die um diese Jahreszeit saftig-grün sind und so aussehen, wie sie klingen, nämlich irgendwie rund und knubbelig. Im Westen sieht man die Kreuzeckgruppe und das 2965 Meter hohe Reißeck und im Nordwesten die 3360 Meter hohe Hochalmspitze, um diese Jahreszeit oft noch schneebedeckt. Die beste Aussicht auf den See hat man am östlichen Ende, vom Mirnock, den die Kärntner bedeutungsvoll „Weltenberg“ nennen. Wahrscheinlich trägt er diesen Beinamen, weil sich um ihn seit Urzeiten Mythen und Geschichten ranken.

Irgendwie ist es überall rund um den See zu spüren: Die Millstätter lieben ihren See, und sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Es gibt zum Beispiel die Feuerinsel Cap 4613, eine künstliche Sandinsel, die bei Millstatt im See schwimmt. An schönen Sommerabenden brennen dann Feuerschalen zwischen den Tischen auf der Insel, es gibt Cocktails, wildromantische Abendessen und manchmal auch Konzerte, Künstler, Feuerspucker – ein wunderbarer Platz, um nachmittags mal einen Kaffee zu trinken, den Sonnenuntergang zu genießen oder auch den ganzen Abend zu verbringen.

Es gibt die Buchtenwanderungen, bei denen man mit einem Paddelboot am noch weitgehend unverbauten Südufer des Sees unter fachkundiger Anleitung von Bucht zu Bucht fährt und den Millstätter See auf eine ganz andere Art erlebt. Mal einsam, mal idyllisch – und wenn man Lust hat, kann man sich dazu auch einen Picknickkorb bestellen und an einem lauschigen Plätzchen ein paar unvergessliche Stunden verbringen.

Der schönste Wanderweg der Region aber ist ziemlich neu: Im September wurde der Millstätter-See-Höhensteig eingeweiht, der auf rund 200 Kilometer Länge rund um den See führt. Eine neue Weitwanderstrecke der Extraklasse, bei der in 13 Etappen mehr als 6000 Höhenmeter überwunden werden. 25 Hütten liegen am Weg und acht Plätze mit Geschichte und mit Aussicht: der steinerne Tisch zum Beispiel, das Granat-Tor oder der Sternenbalkon. Es gibt eine ganze Reihe anspruchsvoller Etappen, aber auch einige, die man mit der ganzen Familie gehen kann. Und weil die Menschen am Millstätter See sehr modern sind, kann man beim Verkehrsamt seit einiger Zeit sogar GPS-Geräte ausleihen – nur damit nichts schiefgeht.

Der Mirnock ist eine Art Schicksalsberg für die Bewohner der Region – manchmal findet man auf Wanderungen am Wegesrand Granat, den roten Halbedelstein, der für die Menschen hier lange eine wichtige Einnahmequelle war. Der Granat wurde schon seit jeher geschätzt. Für die Ägypter, Griechen und Römer war er wertvoller Schmuck, im Mittelalter nannte man ihn „Karfunkel“, weil er so schön leuchtet. Im 19. Jahrhundert war er bekannt als böhmischer Granat und kam doch aus den Stollen der Millstätter Alpe, die das größte Granatvorkommen Mitteleuropas birgt.

Heute ist der Bergbau längst nicht mehr rentabel, aber für Urlauber gibt es eine interessante Möglichkeit, in die Welt dieser Halbedelsteine einzutauchen: Das Granat-Museum „Granatium“ in der alten Bergwerkstadt Radenthein zeigt den Halbedelstein in allen seinen Facetten. In einem 300 Meter langen Stollen wurde eine interessante Ausstellung eingerichtet, die Geschichten aus allen Zeiten rund um den roten Karfunkel erzählt.

Und zum Abschluss gibt’s für jeden einen Hammer und eine Schutzbrille – dann kann es losgehen. Im Außenbereich des Granatiums liegt eine Bergwand frei, die über und über voll ist mit Granat. Hier findet jeder seinen Schatz, der dann im Foyer des Granatiums gegen ein paar Euro noch den letzten Schliff bekommt.

Ausflug in den Nationalpark Nockberge

Plattnock und Großer Rosennock: Nein, mit „Nock“ ist nichts Essbares gemeint, sondern die einzigartige Gebirgsformation der Nockberge. Im Gegensatz zu den zerklüfteten Hochgebirgen wie den Hohen Tauern im Westen bestehen die um die 2400 Meter hohen Nockberge aus runden Kuppen und Hügeln, den „Nockn“. Auf den Hochplateaus trifft man sogar auf den seltenen Schneehasen. Die Nockalmstraße, eine mautpflichtige Privatstraße, ist 35 Kilometer lang und führt zu den schönsten Plätzen des Nationalparks. Beidseits der Straße erstrecken sich gut markierte Wanderwege. Die Nationalparkverwaltung bietet geführte Wandertouren an. www.nationalparknockberge.at

Die Region im Überblick: Attraktionen rund um den Millstätter See

Spittal: Spittal ist eine 16 000-Einwohner-Stadt am Fuße des Goldeck-Bergs. Dank ihrer schönen, denkmalgeschützten Gassen und Häuserzeilen gehört die Stadt zum Verband der 18 kleinen historischen Städte in Österreich. Sehenswert ist Schloss Porcia, einer der bedeutendsten Renaissancebauten nördlich der Alpen.

Seeboden: Bekannt geworden ist das beschauliche Städtchen durch die alljährlich im Juli veranstaltete Weltmeisterschaft der kunstvollen Körperbemalung, das World Bodypainting Festival (in diesem Jahr: 27. Juni bis 3. Juli). Golfer können auf dem 18-Loch-Golfplatz Millstätter See ihr Handicap auf einem Hochplateau mit Seeblick verbessern.

Millstatt: Das ehemals stille Fischerdorf am Ufer des Millstätter Sees war schon vor mehr als 100 Jahren ein beliebtes Ziel für Sommerfrischler. Heute bummelt man durch die von Gründerzeit-Villen gesäumten Gassen, betrachtet entlang des Statuenwegs die Werke bekannter Künstler – oder fährt mit dem Schiff eine Runde über den See.

Döbriach: Das 7000-Seelen-Städtchen befindet sich am Ostufer des Millstätter Sees, mit einem 13 Kilometer langen Ufer, zahlreichen Strandbädern und Wassersportmöglichkeiten. Auch für einen Ausflug in die Nockberge ist es der ideale Ausgangspunkt. Wer nicht ganz so hoch hinaus möchte, versucht sich im Klettergarten Breitwand.

Radenthein: Hier dreht sich alles um den „Kärntner Edelstein“, den blutrot bis grünlich leuchtenden Granat. Im Granat-Museum „Granatium“ besichtigt man kunstvoll beleuchtete Schaustollen mit Granatadern, wandert in der Granatschlucht entlang eines Seilsteigs oder klopft auf dem Schürfgelände seinen eigenen Schatz aus dem Fels.

Villach: Per Autobahnnetz um Villach gelangt man flott in die vier Hauptrichtungen Wien, München, Mailand und Zagreb. In der Stadt selbst kann man das Oldtimer-Museum mit 160 Fahrzeugen der Jahrgänge 1927 bis 1977 besichtigen oder das „Relief von Kärnten“, mit 182 Quadratmetern die größte Landschaftsplastik Europas.

Super-Nudel

Besonders und lecker: Die klassische Kärntner Nudel ist eine faustgroße Teigtasche, gefüllt mit Kartoffelbrei und Topfen (Quark), gewürzt mit Minze. Darüber kommt braune Butter oder Speck. Viele Restaurants servieren die Spezialität auch mit anderen Füllungen, etwa mit Spinat oder mit Hackfleisch. Als süße Nachspeise gibt’s die Kletzennudel, die mit getrockneten Birnen gefüllt wird. Typisch ist der gekrendelte, also zackenförmig von Hand eingedrückte Rand.

Caravaning-Tipp

Große Musik: Während der Musikwochen Millstatt von April bis September erklingen in den prächtigen Räumen der Stiftskirche Millstatt Chor- und Orchesterwerke aller Epochen von Chopin bis Piazolla und Vivaldi. www.musikwochen.com

Camping:

Camping Brunner:
Parkähnliches Gelände mit Hecken und Laubbäumen direkt am Ufer des Millstätter Sees. Sandstrand mit Badesteg nur für Gäste, moderne Ausstattung, umweltgerechte Nutzung. Bergtouren und Wanderungen werden angeboten. Preisgruppe 5.
Standort: 9873 Döbriach, Glanzerstraße 108, GPS 46°46’04”N, 13°38’54”O, Telefon 00 43/42 46 71 89, www.camping-brunner.at

Seecamping Mößler:
Ebenes Wiesengelände mit Laubbäumen, teils von einem Bach begrenzt. Pool, Minimarkt, WLan-Hotspot und Restaurant am Platz. Sportprogramm und Animation für Kinder. Preisgruppe 5.
Standort: 9873 Döbriach, Seefeldstraße 1, GPS 46°46’07”N, 13°38’55”O, Telefon 00 43/42 46 73 10, www.moessler.at

Camping Burgstaller:
Ausgezeichneter Platz mit 580 Stellplätzen, sehr gute Sanitäranlagen, viele Serviceleistungen. Bootsvermietung, zwei Restaurants, schalldichte Diskothek, Tennisplätze, kostenfreies Strandbad mit beheiztem Pool, Massageangebot am Platz. Preisgruppe 5.
Standort: 9873 Döbriach, Seefeldstraße 16, GPS 46°46’12”N, 13°38’54”O, Telefon 00 43/42 46 77 74, www.burgstaller.co.at

Camping Neubauer:
Familiengeführter Platz in Hanglage mit Büschen, Hecken und Bäumen. Seebad und große Liegewiese. Grill- und Sonnenterrasse am Restaurant. Für Kinder gibt es Spielplatz und Streichelzoo. Preisgruppe 3.
Standort: 9872 Millstatt, Dellach 3, GPS 46°47’23”N, 13°36’49”O, Telefon 00 43/47 66 25 32, www.camping-neubauer.at

Restaurants

Gasthof zur Schönen Aussicht: Bodenständig und regionaltypisch: Hier gibt es die besten Kärntner Nudeln der Umgebung und viele andere Spezialitäten; die meisten Zutaten stammen aus hofeigenem Bio-Anbau.
9872 Millstatt, Öttern 2, Telefon 00 43/47 66 26 23, www.zurschoenenaussicht.at

Restaurant Metzgerwirt: Lokale Institution in Radenthein mit haubengekrönter Küche, zu empfehlen, wenn Sie sich mal etwas Besonderes gönnen möchten.
9545 Radenthein, Hauptstr. 22, Telefon 00 43/42 46 20 52, www.metzgerwirt.co.at

Sehenswertes

Burg Sommeregg: Im August wird es drei Wochen lang mittelalterlich bei den Ritterspielen auf Burg Sommeregg, inklusive Mittelaltermarkt und Turnierwettkämpfen. Die Burg beherbergt außerdem einen der größten Folterkeller in Europa aus der Zeit der Inquisition. Und nach so viel Gruseln gibt es eine deftige Stärkung in der Burgschänke.
9871 Seeboden, Schlossau 7, Telefon 00 43/4 76 28 13 91, www.sommeregg.at

Mühlen- und Kneippwanderweg Kaning: 3 km langer Rundweg mit vielen Kneipp-Becken, Felsendusche und Brotbackstube. Besichtigung der 6 Mühlen aus dem 18. Jahrhundert möglich.
Info: Tourismusverband Döbriach, Telefon 00 43/42 46 78 78 11, www.doebriach.net

Komödienspiele Porcia:
Im Juli und August werden in dem Renaissanceschloss in Spittal seit 50 Jahren Komödien wie von Dario Fo oder Johann Nepomuk Nestroy aufgeführt. Ums Wetter muss man sich dabei nicht sorgen, der Innenhof ist nicht nur Kulisse, sondern auch überdacht.
9800 Spittal, Burgplatz 1, Telefon 00 43/4 76 24 20 20 20, www.komoedienspiele-porcia.at

Information

Infocenter Millstätter See: Ob Ausflüge, Karten oder Veranstaltungen und Attraktionen – hier gibt es Wissenswertes und Tipps zu allen Zielen und Aktivitäten rund um den See.
9871 Seeboden, Thomas-Morgen-stern-Platz 1, Telefon 00 43/4 76 63 70 00, www.millstaettersee.at

See mit Trinkwasserqualität

Die Kärntner lieben ihre Seen. 1270 stehende Gewässer hat Österreichs wasserreichstes Bundesland. Die größten sind neben dem Wörthersee der Millstätter See, der Weissensee und der Ossiacher See. Und das Schöne ist: Sie alle haben Trinkwasserqualität. Manche leuchten an sonnigen Tagen fast karibisch türkis, und im Sommer haben sie alle auch beste Badewassertemperaturen. Jedes Jahr misst das Kärntner Institut für Seenforschung den Plankton-, Bakterien- und Schwebstoffgehalt der 41 Kärntner Badeseen, und alle erhalten aus hygienischer und ökologischer Sicht durchweg Bestnoten. Kein Wunder, dass man hier so viele Freizeitmöglichkeiten rund ums Wasser hat wie sonst nur am Meer.

Info: www.kaernten.at

Autor

Foto

Archiv MTG, Region Villach

Datum

21. Mai 2011
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