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Camping in Niedersachsen: 5 gute Gründe für den Norden

Nordwestliche Perlen: Kaum ein anderes Bundesland zeigt sich so campingfreundlich wie Niedersachsen. Und kaum eines ist so vielfältig.

Strand und Berge, Fluss-, Moor- und Heidelandschaften, schöne alte Städte, Relikte aus der großen Zeit des Bergbaus, dazu edle Kunst und charaktervolle regionale Speisen. CARAVANING zeigt Ihnen fünf Perlen Niedersachsens.

Grund 1 - Lebendig: Die alte und neue Kunst

Aus einem Weiler mitten im Teufelsmoor bei Bremen entstand zu Ende des 19. Jahrhunderts das Künstlerdorf Worpswede – noch heute ein pulsierendes kreatives Zentrum in Niedersachsen. Zu den Gründern der Malerkolonie zählte damals Heinrich Vogeler. Sein Haus, den Barkenhoff, gestaltete er samt Inneneinrichtung und Garten im Sinne des Jugendstils. Es wurde vor wenigen Jahren saniert und dient als Museum und Atelier. Stärkung finden Kunstfreunde im nahen Café Worpswede, einem absolut einmaligen expressionistischen Backsteinbau. 

Gut zwei Fahrstunden südöstlich liegt Hannover. Dort, im Niedersächsischen Landesmuseum, befindet sich die Landesgalerie, die die Kunst von der Romanik bis zur Gegenwart vermittelt. Tolle Schätze finden sich hier, zum Beispiel auch Werke von Max Liebermann und Claude Monet.

Caravaning-Tipp

Büchertempel: Hauptattraktion von Wolfenbüttel, dem früheren Sitz der Herzöge von Braunschweig, ist die Herzog-August-Bibliothek. Im Original zu bestaunen sind dort viele der über 12 000 archivierten mittelalterlichen Handschriften, darunter besonders wertvolle Evangeliare aus der Zeit vom 10. bis 12. Jahrhundert. Des Weiteren eine riesige Zahl von alten Drucken. www.hab.de

Grund 2 - Urig: Die maritimen Höhepunkte

Oft hört man an der Küste Ostfrieslands den Schnack: WDas Land ist so flach, dass man heute schon sieht, wer morgen zu Besuch kommt." Deichwanderer und Radfahrer wissen das zu schätzen – auch wenn ihnen immer mal eine steife Brise ins Gesicht bläst. Attraktive Tourenziele gibt es reichlich. Wie wärs zum Beispiel mit einem Ausflug nach Esens, einem alten Ostfriesenstädtchen mit schmuckem Rathaus und urigen Giebelhäusern rund um den weiträumigen Marktplatz?

Zur Samtgemeinde Esens gehört auch Neuharlingersiel, dessen Fischereihafen zu den malerischsten an der gesamten deutschen Küste zählt. Auch da muss man einfach hin. Bunt bemalte Kutter wie aus dem Bilderbuch liegen hier tagsüber zum Auslaufen bereit. Gegenüber lockt die autofreie Insel Spiekeroog zu einem Ausflug. Die Fähren dorthin verkehren, bedingt durch die Gezeiten, nur unregelmäßig.

Hübsch regelmäßig liest sich hingegen der Fahrplan der Langeoog-Schiffe, die im Hafen in Bensersiel im Sommer fast stündlich starten. Der Caravan darf zwar auch hier nicht mit hinüber, aber ein Tagesausflug lohnt in jedem Fall – die Überfahrt dauert gerade mal eine halbe Stunde. Belohnt wird der Exkursionsfreudige mit extrem klarer Luft, einem ausgesprochen freundlichen Inselort und 14 Kilometern Strand: unverbaut, herrlich feinsandig und von hohen Dünen gesäumt.

Grund 3 - Geheimnisvoll: die Geschichte

Welche kostbaren Schätze die alte Bischofsstadt Osnabrück birgt, ist ein Geheimnis, das zu lüften sich lohnt. Der imposante romanische Dom Sankt Peter gehört dazu, dessen Grundstein Karl der Große legen ließ. Ebenso das spätgotische Rathaus mit dem Friedenssaal. Dieser diente einst als Verhandlungsort zwischen Kaiser, Protestanten und Schweden, bis schließlich 1648 mit der Verkündigung des Westfälischen Friedens von der Rathaustreppe der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Vom Turm der Marienkirche genießt man einen großartigen Blick auf das verwinkelte Häusermeer mit schönem Fachwerk und gemütlichen Gassen.

Celle begeistert ebenfalls mit einem ungewöhnlich gut erhaltenen Altstadtkern. Zu den herausragenden Gebäuden zählt das Hoppener-Haus von 1532. Bedeutung erlangte die Stadt erstmals durch Herzog Albrecht, der sie im 14. Jahrhundert zur Residenz des Herzogtums Lüneburg erhob. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Renaissancefassade des Schlosses. Seine prunkvollen Innenräume sind mit Führungen zugänglich.

Caravaning-Tipp

Hört, ihr Leut! Zu einer spannenden Zeitreise lädt der Osnabrücker Nachtwächter ein. Stationen unter anderem: der Friedenssaal und der Bucksturm, wo früher Gefangene einsaßen. www.osnabrueck-stadtfuehrungen.de

Grund 4 - Deftig: Die kulinarischen Genüsse

Vor allem die Marsch- und Geestbewohner essen gerne deftig. Das fängt schon beim Brot an: Dunkel und krustig soll es sein, mit ganzen Körnern drin. Die Stullen bestreicht man dick mit Butter. Und dann kommen entweder herzhafte Schinkenscheiben darauf oder "Granat", wie vielerorts die köstlichen Nordseekrabben heißen. Grünkohl, auch Oldenburger Palme genannt, gilt ebenfalls als eine Delikatesse, die zusammen mit einer geräucherten Grützwurst namens Pinkel und dazu viel scharfem Senf gereicht wird.  

Heute nennt man Matjes, den früher nur arme Leute aßen, "Kaviar der Nordsee". Dazu reifen Heringe acht Wochen lang in einer milden Salzlake. Zur Lebensart der Küstenbewohner gehört auch, dass man mehrmals täglich Teepausen einlegt. Dieser Brauch entwickelte sich im 17. Jahrhundert – sehr zur Freude der Pastoren, denen der bis dahin große Bierkonsum sehr missfiel. Bei der Zubereitung des Tees gilt zu beachten, dass ausschließlich Regenwasser verwendet wird; und dass vor dem Eingießen ein Stück Kandiszucker in die Tasse getan wird. Vorsicht: Das Umrühren der Teesahne gilt als unfein.

Im Artland im Osnabrücker Land, das vor allem für seinen Schinken bekannt ist, speist man besonders im Herbst auch gerne Wild aus heimischen Wäldern, Wildschweinbraten oder Hasenrückenfilet.

Grund 5 - Spannend: das Silber und die Macht

Einst war Goslar im Harz eine der wichtigsten Städte im Reich. Ihr berühmtester Bau ist die mächtige Kaiserpfalz. Die im Nordharz gelegene frühere Kaiser- und Hansestadt verdankt ihr Entstehen einer reichen Silberader. Das nahe Bergwerk Rammelsberg wurde schon zu Römerzeiten betrieben. Seit seiner Stilllegung im Jahr 1988 geben täglich Führungen Einblick in die faszinierende Geschichte.

Um im Bergbau die Wasserräder anzutreiben, ersann man ein Netz aus Teichen und Gräben, das sogenannte Oberharzer Wasserregal. Wegen ihrer Größe und Einzigartigkeit wurden die Anlagen im Juli 2010 zum Weltkulturerbe erklärt.

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

20. Mai 2011
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