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Campingplätze Süditalien: Im Land des Mezzogiorno

Strand und Sonne, 3000 Jahre Geschichte und eine Gegenwart, in der ständig improvisiert wird, Vulkane und Unterwelt: Der Süden Italiens polarisiert und fasziniert.

Rom, Neapel und Palermo. Capri, Ischia und die Amalfitanische Küste. Die endlosen Sandstrände Apuliens und das wilde Hinterland von Kalabrien. Sizilien und die Äolischen Inseln.

Kaum eine andere Region erweckt in den Köpfen der Nordeuropäer so viele Bilder, Klischees und Vorurteile – im negativen ebenso wie im positiven Sinn. CARAVANING führt Sie durch diese faszinierende Landschaft und sagt, wo Sie mit Ihrem Caravan besonders gut aufgehoben sind. In der Media-Show finden Sie die schönsten Impressionen aus Süditalien.

Süditalien: Ein Land mit wild bewegter Geschichte
Die Magna Graecia, Großgriechenland, wie die Römer voll Bewunderung die Kette der Städte, Häfen und Handelsniederlassungen an Sohle und Absatz des italienischen Stiefels nannten, war im fünften vorchristlichen Jahrhundert märchenhaft reich.
Das sizilianische Siracusa war die größte Stadt Europas. Musik, Schauspiel, Dichtung, Philosophie, Astronomie und Mathematik standen bei den glücklichen Bewohnern dieses gesegneten Landes hoch im Kurs. Oft und gern weisen die Sizilianer darauf hin, dass man in Sizilien beinahe mehr griechische Tempel besichtigen kann als in Griechenland.
Nach dem Dritten Punischen Krieg hatten die Römer die Kontrolle über die gesamte Region und begannen, das eroberte Land auszubeuten. Wälder wurden gerodet und die ansässigen Kleinbauern vertrieben oder versklavt.
Alles Griechische kam bei den Römern groß in Mode, und Süd­ita­lien wurde zum bevorzugten Zweitwohnsitz für reiche Römer. Kaiser Tiberius machte es vor: Er zog sich nach Capri zurück, wo er eine Anzahl von Palästen baute. Kampanien und der Golf von Neapel entwickelten sich in ein antikes Florida mit Luxusvillen, Thermen und Tempeln.
Nach dem Niedergang des Römischen Reiches tummelten sich in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends Herrscher aus ganz verschiedenen Kulturen in der Region. Byzantiner, Langobarden und Muslime – der Süden wurde zum Schmelztiegel der Kulturen, Völker und Sprachen. Die Mauren veränderten auch die Landwirtschaft. Sie brachten Zitrusfrüchte und den Johannisbrotbaum mit.
Glanzzeit der multikulturellen und kosmopolitischen Gesellschaft des Mezzogiorno war vor allem die Regierungszeit des Staufers Friedrich II. Nach dessen Tod rangelten Franzosen und Spanier um die Herrschaft in Italiens Süden.
Am Ostermontag des Jahres 1282 kam es in Palermo zum Massenmord an französischen Truppen, der als Sizilianische Vesper in die Geschichte ein­ging und mit der Teilung des Königreiches endete. Sizilien fiel an Aragón, das Mezzogiorno an das Haus Anjou.
Aus den einstigen Weizenfeldern waren öde Steppen geworden. Man stahl sich gegenseitig das Vieh, um den Unterhalt der eigenen Familie ab­zusichern.
Vermutlich stammt aus dieser Zeit die typisch süditalienische Haltung, die Gesetz und Gemeinwohl oft geringer bewertet als die vordringlichen eigenen Interessen. Das Banditentum wurde zur alltäglichen Erscheinung.
Neapel entwickelte sich dennoch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einer aufregenden Stadt. Rossini und Mozart ließen sich hier inspirieren.
Eine Bildungsreise durch Italien gehörte bald zum guten Ton, und Neapel war dabei eine der wichtigsten Statio­nen. Nicht nur die Kunst hatte es den Besuchern aus dem Norden angetan, sondern auch die lässigen Moralvorstellungen, die Fröhlichkeit der Menschen und das warme Klima unter der südlichen Sonne. Die Einung Italiens wie auch die industrielle Revolu­tion brachten nur dem Norden Wohlstand. Der Süden ver­armte wei­ter, kriminelle Verei­nigun­gen wie Mafia und Camorra gewannen Macht. Tausende verließen ob der Armut ihre Heimat.
Ausgerechnet Mus­solini war es, der das Land an die Bauern verteilte. Sümpfe wurden trocken gelegt, der Tourismus gefördert. Kein Wunder, dass die Faschisten gerade im Süden viele Anhänger hatten.
Land der Kontraste

Seinen besonderen Charme bezieht der Süden Italiens aus den Kontrasten. Was es um so schwerer macht, das Mezzo­giorno (wörtlich „Mittag“, poe­tisch übersetzt „Land der Mittagssonne“) auf bestimmte Eigenschaften festzulegen. Eine Natur, die ebenso verschwenderisch gibt, wie sie erbarmungslos nimmt.

Prächtige Paläste stehen dem offensichtlichen Verfall genauso gegenüber wie die Höhepunkte der abendländischen Kultur einer wilden Unzivilisiertheit.
Kontraste selbst in der Küche: Feines kommt ebenso auf den Tisch wie Deftiges, auf höllisch Scharfes folgen zuckersüße Nachspeisen.
Auch die Menschen des Südens sind von zweierlei Grundhaltungen geprägt. Zum einen eine unbändige Lebensfreude, gepaart mit der Kunst, aus
jeder Situation das Beste zu machen. Zum anderen ein melancholischer Fatalismus, der nur scheinbar im Gegensatz dazu steht.
Denn beide resultieren aus der langen Ge­schichte eines Landes, das seine Bewohner immer wieder mit Extremsituationen konfrontiert hat.
Gesegnet ist das Land durch seine klimatischen Bedingungen. Unter der südlichen Sonne reifen nicht nur Oliven und Wein, sondern auch Früchte, Gemüse und Weizen. Die Wasserarmut, die große Teile des an sich fruchtbaren Landes brach liegen lässt, kann nur bedingt als Entschuldigung gelten. Das Problem liegt eher in der gerechten Verteilung. Vorgemacht haben es die Griechen vor mehr als 2500 Jahren: Unter ihrer Herrschaft war der Süden Italiens eine der reichsten Regionen der damaligen Welt, deren Wohlstand auf der Fruchtbarkeit des Landes basierte.
Doch unter dieser fruchtbaren Erde brodeln auch zerstörerische Naturkräfte. Vulkanausbrüche und Erdbeben, eine allgegenwärtige Gefahr, beeinflussen auf zwei Arten die Psyche: im „carpe diem“, lebe den Tag, denn es könnte ja der letzte sein, und in Apathie, die aus der Vergeblichkeit jeden Tuns zu resultieren scheint.
Doch mehr noch als die Widrigkeiten einer launischen Natur machten die meisten der wechselnden Herrscher der letzten beiden Jahrtausende den Menschen des Südens das Leben schwer.

Auf der nächsten Seite finden Sie alle Reise-Infos, die Top-5-Campingplätze der Region und die CARAVANING-Tipps zur Stiefelspitze Italiens.

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Datum

19. März 2008
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