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Hobby-Wohnwagenwerk feiert 50. Jubiläum

Alles über die Hobby-Firmengeschichte

Hobby Historie: 50 Jahre Firmengeschichte Foto: promobil Archiv 112 Bilder

Harald Striewski hatte 1965 im Urlaub die Idee, selbst Caravans zu bauen. 2017 feiert Caravan- und Reisemobil-Hersteller Hobby sein 50-jähriges Jubiläum. Rückblick auf eine besondere Firmengeschichte.

27.04.2017 Sophia Pfisterer

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Historische Camper, Meilensteine der Freizeitfahrzeug-Entwicklung und eine Zeitreise durch die vergangenen 50 Jahre sehen Sie in unserer Bildergalerie.
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Vor den Werkstoren von Hobby wird am 30. April 2017 eine riesiges Straßenfest gefeiert: Die Harald-Striewski-Straße wird ab 12 Uhr mittags bis in die Abendstunden zur Festmeile. Firmengründer Harald Striewski lädt seine 1100 Hobby-Mitarbeiter und ihre Familien ein, auch alle anderen Besucher sind herzlich willkommen.

Außerdem veranstaltet der UV Nord am 28. April 2017 den Unternehmertag Nord im Hobby-Werk. Es sind rund 1200 Gäste aus Politik und Wirtschaft einladen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Hobby Firmengeschichte

Die Idee, Caravans zu bauen, hatte Hobby Gründer Harald Striewski im Urlaub 1965, als er auf einem Campingplatz in Dänemark Caravans sah. In seiner Biografie schreibt er: "Mir gefiel allerdings die Einrichtung als Limba-Sperrholz nicht. Ich war mir sicher: Das könnte man besser machen." Daraufhin lieh er sich 2000 DM von seiner Tante für die Materialien, um in seiner Garage den ersten Wohnwagen zu bauen. Ein voller Erfolg: Den Wohnanhänger konnte er direkt im Anschluss für 6000 DM verkaufen. Der zweite Caravan aus seiner Garagenwerkstatt fand noch vor der Fertigstellung einen Abnehmer.

Daraufhin gründete Harald Striewski 1967 die Firma Hobby. 1968 stellte er bereits fünf verschiedene Wohnwagen-Modelle her. Die Caravans waren dem Geschmack der Zeit angepasst: außen schlicht weiß und innen geometrisch. Striewskis Ziel war es zu diesem Zeitpunkt, pro Tag einen Wohnwagen zu fertigen und zu verkaufen. Bereits 1968 erreichte er genau das.

Die wilden 70er

1970 konnte er mit insgesamt 42 Mitarbeitern bereits sechs Wohnwagen täglich herstellen. Und drei Jahre später feierte Hobby das 10.000ste verkaufte Fahrzeug. Sogar Rückschläge konnten den Erfolg der Hobby-Wohnwagenwerke nicht bremsen: 1974 brannte die gesamte Firma ab. Bereits ein Jahr später entstanden auf dem 20.000 Quadratmeter Werksgelände eine neue Montagehalle, ein Nähraum, Bürokomplex und Lager.

Rasant ging es weiter: 1977 näherte sich der Firmenumsatz 100 Millionen DM pro Jahr. 1979 stellte bei Hobby den 50.000sten Wohnwagen her. 1983 wurde Hobby Marktführer bei den Caravan-Verkäufen in Deutschland und die Kieler Zeitung schrieb: "Man kann die Uhr danach stellen: Alle neun Minuten rollt das große Tour der Fertigungshalle im Hobby-Wohnwagenwerk am Schafredder in die Höhe, und ein neues Exemplar wird herausgeschoben."

In den 80ern startet die Reisemobil-Produktion

1982 feierte Hobby nicht nur das Produktionsjubiläum des 100.000 Caravans. Die Beliebtheit zeigt sich auch auf der Messe Caravan Salon, die damals noch in Essen stattfand: Der Hobby-Stand gewann den Preis für den schönsten Stand. Darüber hinaus wagte sich Hobby 1984 an den ersten Reisemobil Prototyp Hobby 600, der auf dem Caravan Salon Premiere feierte. Noch im selben Jahr wurden 60 Stück verkauft, 1986 bereits 800.

promobil schrieb im Januar 1985: "Harald Striewski hat es geschafft, im immer enger werdenden Reisemobilmarkt eine neue Klasse zu etablieren und dort auch gleich Maßstäbe zu setzen. Nachahmer wird es bald geben, aber ob sie diese Qualität und pfiffige Raumaufteilung hinkriegen, bleibt fraglich"

Es bleibt spannend: Die durchwachsenen 90er- und Nuller-Jahre

1992 hatte Hobby zum 25-jährigen Jubiläum nicht nur Grund zum Feiern: Da die Nachfrage auf dem Exportmarkt ausblieb, gab es in der Firma Kurzarbeit. Das Produktionsvolumen lag damals bereits bei 110 Fahrzeugen pro Tag. Harald Striewski in seiner Biografie: "Mit nunmehr einem Vierteljahrhundert Branchenerfahrung hatte ich gelernt, die Wellenbewegungen der Caravan-Zulassunge für mich zu nutzen. Wer in Zeiten schwacher Nachfrage investiert, statt ängstlich zu sparen, ist bestens gerüstet, sobald der Freitzeitfahrzeugmarkt wieder wächst."

1993 wurde die gesamte Maschinenhalle abgerissen und in neuer, verbesserter Form wiederaufgebaut. Hobbys Marktanteil bei den Caravans in Deutschland lag in diesem Jahr bei 21,4 Prozent.

1994 kam ein neues Basisfahrzeug bei den Reisemobilen auf den Markt, der Fiat Ducato. Damit bekam auch der Hobby 600, der bereits ein Hobby Wohnmobil-Klassiker war, eine neue Form.

1996 initiierte Hobby einen Modellwechsel bei den Wohnwagen. Alle Baureihen bekamen ein einheitliches und modernes Außendesign. Die Zeitschrift Caravaning titelte im August: "Hobby gibt Gas. Mehr Ausstattung zum Kampfpreis."

Die Firma Hobby blieb stets 100-prozentiges Familienunternehmen und entwickelte sich durch Übernahmen immer weiter. 1997 kaufte Hobby die Firma Fendt, 2013 die Firma Formlight. Heute gehören neben diesen beiden Firmen zum Hobby Konzern das Wohnwagenwerk, das Service-Center und die Rendsburger Feuerverzinkerei.

Das Reisemobilwerk, das 2003 gegründet wurde, ist natürlich ebenfalls Teil des Konzens. 2004 stellte Hobby das 10.000 Reisemobil her, promobil schrieb im selben Jahr über das Werk: "Gäbe es einen Preis für die schönste Reisemobilferitgung im Land - die neue Fertigung von Hobby bei Rendsburg wäre ohne Zweifel heißer Anwärter auf den ersten Rang." 2004 zählte Hobby 1063 Mitarbeiter, 2007 feierte Hobby sein 40-jähriges Jubiläum und Gründer Harald Stiewski seinen 70. Geburtstag.

Mit neuen Ideen in die Zukunft

In den Nullerjahren baute Hobby neben den Caravans seine Reisemobil-Produktion weiter aus: Neben dem Hobby 600 und der T-Baureihe auf Ford Transit gab es ab 2006 die Toskana-Baureihe und den Sphinx Alkoven auf Iveco Daily. 2009 hatte Hobby bereits 20.000 Reisemobile produziert. Bei den Caravans feierte 2007 der LaVita Caravan Premiere und 2011 das Erfolgsmodell Hobby Premium.

Hobby bleibt immer weiter am Puls der Zeit: 2014 stellte die Firma den kompakten Hobby Vantana vor, zum Modelljahr 2016 bekamen die Fahrzeuge eine moderne Smartphone-Steuerung.

Das Wirken des Firmengründers blieb nicht unbeachtet: 2014 erhielt Harald Striewski den Meilenstein der Technik- und Caravaning-Journalisten. 2015 bekam er für sein Lebenswerk den LUPO des Deutschen Caravaning Handelsverbands,

Derzeit beschäftigt Hobby 1100 Mitarbeiter und baut jährlich 12.000 Wohnwagen und 2.000 Wohnmobile. CARAVANING gratuliert zu diesen Erfolgen und wünscht weiterhin alles Gute!

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