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Ratgeber: 40 Jahre Hobby

40 Jahre Hobby: Vom Ein-Mann-Betrieb zum 2000-Mitarbeiter-Imperium – die Marke aus Fockbek kommt beim Publikum gut an. Für Gründer Harald Striewski ist dies kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil.

Hobby ist anders. Ganz anders. Eine Designabteilung sucht man vergebens; andererseits weist das Unternehmen in Fockbek bei Rendsburg die höchste Fertigungstiefe aller Freizeitfahrzeughersteller auf. Trotz (oder besser: wegen?) der eigenen Pfade entwickelte sich Hobby in den vergangenen 40 Jahren zum weltgrößten Hersteller von Caravans. Und seit der Inbetriebnahme des neuen Reisemobilwerks im Jahr 2003 wurde obendrein der Absatz an motorisierten Ferienhäusern glatt verfünffacht.

Das Geheimnis des Erfolges hat einen Namen: Harald Striewski. Nach wie vor laufen alle wichtigen Fäden bei dem Gründer und Inhaber von Hobby zusammen. Keine Modellbaureihe kommt auf den Markt, ehe sie der gelernte Schiffbauingenieur nicht abgenommen und im Detail überprüft hat.

Dass er über all die vergangenen 40 Jahre ein sicheres Gespür für Trends gehabt hat, ist unbestritten. Sonst hätte es Harald Striewski auch kaum von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem 2000-Mitarbeiter-Imperium geschafft. Zum Weltmarktführer für Wohnwagen und zu einem der ganz wenigen „big player“ für Reisemobile in Europa.

Die Striewski-Hobby-Hand­schrift kam – und kommt – gut an. Rund 460 000 Wohnwa­gen der Marke wurden seit 1967 abgesetzt; da­zu etwa 15 000 Reisemobile. Tendenz: kräf­tig steigend. Diese Entwicklung war freilich nicht abzusehen, als Selfmademan Striewski 1965 nebenbei in der eigenen Garage seinen ersten Caravan baute. 3000 Mark hatte er sich dafür von seiner Tante ausgeliehen. Für 6000 Mark fand der Ur-Hobby einen Käufer. Das Darlehen konnte Harald Striewski schnell an die Tante zurückbezahlen („Das war das einzige Mal im Leben, dass ich Schulden gemacht habe“), und obendrein hatte er gleich das Startkapital für den nächsten Wohnwagen in der Tasche. Auch der war ganz schnell verkauft. Caravan Nummer 3 war dann der lang ersehnte eigene. Mit Frau Ingeborg und Sohn Michael startete der stolze Konstrukteur damit zur Urlaubstour. Danach wurde auch dieser Wohnwagen verkauft. Weil die Nebenbei-Produktion nach Feierabend nicht mehr zu schaffen war, wagte Harald Striewski 1967 den Sprung in die Selbständigkeit. In der Wirtschaftswunderzeit hatte er genau den Nerv der Zeit getroffen: Die Sehnsüchte der Deutschen nach Ferien in der Ferne und nach Freiheit – alles in einem bezahlbaren Rahmen – ließen sich mit einem Hobby-Caravan 100-prozentig erfüllen. Auch mit der Namensgebung hatte Harald Striewski eine geniale Idee. „Hobby ist doch viel leichter auszusprechen als mein eigener Name“, lächelt er noch heute.

Der Aufschwung ließ sich nicht aufhalten, und schon bald wurde Striewskis großer Traum, jeden Tag einen Caravan zu produzieren und zu verkaufen, absolut übererfüllt. 1968 hatte die Firma bereits vier Mitarbeiter, und 1971 waren es sage und schreibe schon 132. Nun rollten täglich bereits 20 Wohnwagen aus den Produktionshallen. 1972 konn­te die Fertigung des 5000. Modells gefeiert werden. 1984 wurde die Produktion von Reisemobilen aufgenommen. Heute zählen mehr als 2000 Mitarbeiter zum Firmenreich, zu dem seit 1998 die traditionsreiche Marke Fendt gehört. In der Fertigung beschritt der Hobby-Gründer stets eigene, oft genug unkonventionelle Wege. In jedem Fall immer innovative. Früher als alle anderen Hersteller setzte Striewski auf Automation. Zudem entwickelte er eine Reihe von Maschinen selbst, weil es Vergleichbares nicht auf dem Markt gab – oder gibt. So sehr sich Striewski in den ersten 35 Jahren des Firmenbestehens vor allem auf Caravans konzentrierte („Ich bin ein Wohnwagen-Mann“), so sehr engagiert er sich nun im Reisemobilbau. 16 Millionen Euro investierte er 2003 in ein neues Reisemobilwerk und erweiterte die Modellpalette beträchtlich. Wiederum mit Erfolg: Die Brüder des legendären Hobby 600 kom­men beim Publikum gut an. Über 20 000 Caravans und 3000 Reisemobile werden bei Hobby im Jubiläumsjahr gebaut. Wie wird Hobby 2017 zum 50. Jubiläum dastehen? „Ich hoffe, immer noch sehr gut“, sagt der Patron. Er geht davon aus, dass sich die Firmengruppe trotz der Konzentration auf dem Markt behaupten wird. Optimismus prägt jedenfalls das Handeln Striewskis: 2005 erwarb Hobby weitere 50 000 Quadratmeter Land und vergrößerte die Betriebsfläche in Fockbek um 25 Prozent. Ein klares Zeichen, dass die Expansion fortgesetzt werden soll.

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Datum

22. Dezember 2006
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