Alles über Wintercamping
Reise: Zugspitz-Region 23 Bilder Zoom

Wintercamping an der Zugspitze: Gipfel der Kontraste

Winter-Märchen: Die Region rund um die Zugspitze vereint olympiareife Skipisten mit spektakulären Aussichten und bayerisch-österreichischer Behaglichkeit. Ihr zu Füßen liegen dazu viele gute Plätze fürs Wintercamping.

Mit ein bisschen Glück sieht ein Januar-Morgen auf der Zugspitze so aus: knirschende Kälte, gleißendes Weiß auf den Bergflanken, stahlblauer Himmel und ein Panoramablick auf so ziemlich alle Dreitausender, die die Ostalpen zu bieten haben, vom Großglockner bis zur Marmolada. Der Gebirgsmuffel, den dieser Anblick kalt lässt, muss erst noch geboren werden.

Auch der frostig blasende Wind kann das Hochgefühl nicht dämpfen, auf Deutschlands höchstem Gipfel zu stehen - 2962 Meter über dem Meer, weiter hinauf geht es hierzulande nicht. Zu einem richtigen Dreitausender hat es bei der Zugspitze ja leider nicht gereicht, was den Verdacht nährt, dass ihr Gipfel vielleicht aus diesem leichten Minderwertigkeitsgefühl heraus so massiv ausgebaut, verdrahtet, durchtunnelt und zubetoniert wurde, dass er heute wie ein hoch technologisierter Panzerkreuzer das luftige Blau des oberbayerischen Himmels durchsticht.

Die Zugspitzen-Region: eine Erlebniswelt in Garmisch

Allerdings gefällt den Garmischer Tourismus-Managern das Wort „Erlebniswelt“ besser, denn hier oben befinden sich unter anderem eine Panoramalounge, Ausstellungs- und Kongressräume, ein Gletscherrestaurant, Internetanschluss, Fotoautomaten und eine Bergkapelle. Dazu die Bergstationen von gleich drei Seilbahnen. Vom Eibsee schwebt eine hinauf, von Ehrwald auf der Tiroler Seite - denn zur Hälfte ist die Zugspitze als Grenzgipfel in österreichischer Hand - eine andere. Am stimmungsvollsten aber ist die Auffahrt mit der nostalgischen Zahnradbahn, die im Jahr 1930 eingeweiht wurde, in Garmisch-Partenkirchen startet und am Zugspitzplatt endet. Schwindelfreie steigen dort um in die Gletscherbahn, die sich stützenfrei zum Gipfel emporschwingt. Skifahrer, die hier oben das Panorama bewundern wollen, lassen ihr Equipment solange am besten auf dem Platt zurück, denn was es nicht gibt ganz dort oben am Zugspitzgipfel, ist eine Skipiste.

Ski fährt man auf dem Zugspitzplatt, einem mit Liften und Pisten überzogenen, mit einem Funpark für Boarder ausgestatteten und auch sonst abwechslungsreichen ehemaligen Gletscher in einer Höhe zwischen 2000 und 2650 Metern. Nicht nur Könner finden hier das passende Habitat - etwa auf der FIS-Abfahrt vom Schneefernerkopf hinunter -, sondern auf dem unteren, flacheren Teil des Gletschers dürfen auch Kinder und Anfänger sorgenfrei herumkurven.

Gleichzeitig ist das Platt Treffpunkt von Rennläufern und ganzen Nationalmannschaften, die hier trainieren, weil die Zugspitze als besonders schneesicher gilt, von November bis in den Mai hinein. Damit kann sonst höchstens noch die Alpspitze mithalten, das zweite wichtige Skigebiet Garmisch-Partenkirchens. Mit dem Osterfeldkopf reicht es auf immerhin 2050 Meter Höhe hinauf; mit der Kandahar-Piste - knapp 1000 Meter Höhenunterschied bei 3,7 Kilometer Länge! - hat es eine der rasantesten Abfahrtsstrecken der ganzen Alpen zu bieten. Die Weltcup-Asse kommen hier nach weniger als zwei Minuten ins Ziel; doch auch wer in einer halben Stunde langsam hinunterkurvt, muss sich nicht schämen.

Das sportliche Garmisch Partenkrichen

Das winterliche Garmisch-Partenkirchen hat einen ausgesprochen sportlichen Ruf: 1936 trug es die Olympischen Spiele aus, 1978 und 2011 fand die alpine Ski-WM statt, und im Jahr 2018, hätte München die Wahl gewonnen, wäre man immerhin als olympischer Vorort noch einmal in die Sportgeschichte eingegangen.

Doch bei all diesem verdienten Renommee ist Garmisch-Partenkirchen ein angenehm entspanntes Plätzchen geblieben. Schon dass der Ort trotz seiner 26.000 Einwohner partout keine Stadt sein will, sondern beharrlich an der Bezeichnung „Marktgemeinde“ festhält, verrät etwas darüber, was den Menschen zwischen Zwiebelturmkirchen, Lüftlmalerei und behäbigen, von Holzbalkons umspannten Bauernhäusern auch am Herzen liegt: eine gewisse unaufgeregte Beschaulichkeit. Daran können auch das Kasino, schicke Boutiquen und ein paar teure Vier- und Fünf-Sterne-Hotels nichts ändern.

Im Gegenteil: Im Schatten von Zug- und Alpspitze haben sich fast nostalgische Skigebiete ganz ohne buntes Remmidemmi halten können. Der Eckbauer etwa, eine 1300 Meter hohe Erhebung im Osten der Gemeinde. Vom rundlichen Gipfel ins Tal zurück führt eine einzige Piste, doch noch viel erstaunlicher ist, was hinaufführt: eine Seilbahn mit winzigen Zweier-Gondeln in Form von Henkelkörbchen, original aus den 50er Jahren. Da das Beförderungstempo seit der Einweihung nicht angekurbelt wurde, ist der Eckbauer samt seinem Gipfel-Wirtshaus und dem Blick, der von der Zugspitze bis ins sanft gewellte Fünf-Seen-Land im Norden reicht, einer der besten Plätze für winterliche Entschleunigung, die man sich vorstellen kann. Fürs gemütliche Wintercamping in der Zugspitzregion fällt nur die Auswahl schwer – es gibt in Österreich wie Deutschland hervorragende Plätze mit ebenso prima Aussichten auf die Zugspitze.

Spektakuläre Alpenausblicke

Glitzernde Winterlandschaften wie aus dem Bilderbuch entdeckt der Gast, wenn er von Garmisch-Partenkirchen ein paar Kilometer ostwärts in Richtung Mittenwald fährt. Auf der Höhe von Krün, einem hübschen, von jedem wintersportlichen Trubel unberührten Dorf, weitet sich das obere Isartal zu einer heiteren Hochebene, in der sich schneebedeckte Wiesen, einige kleine Buckel, dunkle Nadelwälder und ein paar Seen locker abwechseln.

Mächtige Gebirge umgeben diese Hochebene: auf der einen Seite der Wetterstein mit der Zugspitze, auf der anderen der Karwendel. Ein eindrucksvoller Rahmen für ein paar ausgedehnte Ausflüge auf den Langlaufskiern, denn an Loipen – die meisten davon auch für Anfänger sehr geeignet – herrscht hier kein Mangel. Besonders schön ist die Runde entlang des eisbedeckten Barmsees zum Weiler Gerold am Wagenbrüchsee. Dort wartet keine Schirmbar mit Champagnerflaschen und wummernden Bässen, sondern ein kleiner Kiosk, an dem der Gerolder Toni seine Langläufer mit heißen Würstl und Glühwein versorgt. Was für ein kleiner, großer Glücksmoment am Fuße des höchsten Berges Deutschlands.

Auf der nächsten Seite: Der CARAVANING-Tipp, alle Orte der Region im Überblick und die besten Campingplätze für Wintercamping an der Zugspitze.

Autor

Foto

Joachim Negwer, Tourist-Information Murnau, www.schloesser.bayern.de - Bayerische Schlösserverwaltung, Privatbrauerei Mittenwald, www.zugspitz-resort.at

Datum

29. Oktober 2013
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