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Touren-Tipp Mautumfahrung Südfrankreich: Zwei-Wege-System

Wer nach Südfrankreich möchte, hat zwei Möglichkeiten, dorthin zu kommen: Entweder man fährt über die Alpen oder durch Frankreich. CARAVANING hat Kosten, Zeit und Attraktion beider Routen verglichen.

Leonberg, 5.30 Uhr. Die Tanks beider Mercedes A 200 CDI sind voll bis zum Kragen, die beiden Eriba Nova Light 450 am Haken mittels Sandsäcken auf maximale Stützlast getrimmt. Auch in den Fußräumen der Zugwagen lagert 80 Kilo Ballast.

Schon wenige Meter nach den Zapfsäulen werden sich die Wege der beiden Zwillingsgespanne trennen, um in Südfrankreich wieder zueinanderzufinden. Das gemeinsame Ziel heißt Camping La Tour Fondue. Der Platz liegt am Südzipfel von Giens, eine Landzunge, die das Festland aus der Stadt Hyères ins Mittelmeer hinausstreckt. Der Badeort bietet neben vielen Campingplätzen direkt am Meer vielfältige Freizeitangebote und ist zudem Brückenkopf für Schiffsverbindungen zu den autofreien Inseln Porquerolles und Port Cros. Schon das wäre Grund genug, dorthin zu fahren. Doch der zweite ist für uns der wichtigere: Für die Anreise bieten sich zwei beinahe gleich lange Strecken an: Eine deutsch-französische Tour via Rhein- und Rhonetal (im Folgenden Rhein-Rhone-Tour) oder die Alpen-Route via Schweiz und Italien.

Doch welche ist schneller, welche billiger? Kann man in Frankreich wirklich 130 fahren? Fragen, die sich viele Camper stellen, die den hübschen Landstrich zwischen Nizza und Marseille als Urlaubsziel auserkoren haben.

Rhein-Route oder Alpen-Route

Grau ist alle Theorie. Die Praxis um diese Uhrzeit noch schwarz, aber trotzdem die einzige Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden. Das Mercedes-Navi empfiehlt die Rhonetal-Variante fast ausschließlich über Autobahnen. Vorteile der Strecke: Frankreich erlaubt Gespannen 130 km/h Geschwindigkeit. Allerdings auf eigene Gefahr. Versicherungen können bei einem Unfall die Zahlung verweigern, wenn er wegen oder bei hohem Tempo geschehen ist. Und: Wer durch Frankreich rauscht, wofür der Mautrechner rund 100 Euro prognostiziert, spart sich zwei Schweizer Jahres-Autobahnvignetten à 40 Euro.

Das Alpen-Team hat die Vignettenkosten auf dem Schirm, hofft aber auf deutlich geringeren Verbrauch. Sowohl Italien als auch die Schweiz bremsen Gespanne per Gesetz auf 80 km/h ein.

Das Rhein-Rhone-Team nimmt also die Autobahn A 8 Richtung Karlsruhe, schert dann auf die A 5 aus, die es bis zur französischen Grenze in Mulhouse nicht mehr verlässt. Doch mit Tempo 100 ist erst mal Essig: Zwischen sechs und 20 Uhr verbannt das Überholverbot Gespanne von Baden-Baden bis Freiburg fast durchgängig auf die rechte Spur. Dafür purzelt in der Kolonne der Verbrauch. Zumindest vorübergehend, denn bis zum Vollgas-Paradies Frankreich ist es nicht mehr weit.

Die Alpen-Überquerer biegen am Kreuz Stuttgart von der A 8 auf die A 81 Richtung Singen ab. Das Gespann schnürt mit 100 km/h Richtung Süden. Der 1,8-Liter dieselt unangestrengt mit 1800 Umdrehungen vor sich hin. Die Sonne steigt über den Horizont, der Verbrauch sinkt. Doch kurz vor acht Uhr geht auch die Durchschnittsgeschwindigkeit in den Keller - Stau vor dem Zollamt Thayngen. Kurz darauf wird der erste reguläre Stopp nötig. Vignetten kaufen, aufkleben, aufsitzen.

Schnelles Vorankommen beim Rhein-Rhone-Team

Rund um Mulhouse kann sich das Rhein-Rhone-Team an den höheren Speed herantasten. 110 km/h, das Mercedes-Eriba-Gespann läuft wie auf Schienen. Die erste Mautstation hebt den Stresspegel. Welche Spur benutzen? Tipp: Meistens haben die Mautgassen ganz rechts außen keine Höhenbegrenzung. Und es kann per Kreditkarte bezahlt werden. Eine Praxis, die sich bewährt. Doof ist nur, dass die Arme der Caravan-Spiegel länger sind als die des Piloten.

Das Alpen-Team rollt derweil an Zürich vorbei, der Vierwaldstätter See zwingt kurz auf die Landstraße. Die Stimmung ist gelöst, die Wolkendecke nicht. Der Bordcomputer zeigt 8,7 Liter Verbrauch.

Team France segelt in der Zwischenzeit hart am Wind. 130 km/h sind nicht immer möglich. Das Doppelkupplungsgetriebe verständigt sich mit dem Motor trotzdem auf tiefe Drehzahlen. Nur an Anstiegen wählt der Automat ruckfrei und schnell die Gänge sechs oder fünf.

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter, wer schneller am Ziel ist...

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Christian Hass, Thiemo Fleck

Datum

5. Juli 2013
5 4 3 2 1 0 5 0
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