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Eine Reisemobilwand besteht aus verschiedenen Schichten. 6 Bilder Zoom

Basiswissen – Aufbautechnik im Caravan: Schicht für Schicht zum Sandwich

Schichtarbeit: Caravanwände haben ein spannendes Innenleben, denn sie bestehen aus den unterschiedlichsten Materialien. CARAVANING zeigt im Folgenden, wie sich die Sandwich-Bauweise zusammensetzt.

Sandwich ist der meistgenannte Begriff, wenn es um die Wände eines Caravans geht. Statt Wurst, Käse und saure Gurken kommen hier allerdings Aluminium, EPS und GfK auf den Tisch. Die Sandwichbauweise heißt so, weil mehrere Lagen zu einer zwischen 23 und 34 Millimeter dicken Wand verklebt und verpresst werden. Bei Caravans handelt es sich dabei meist um eine Innenwand aus Sperrholz, eine Außenwand aus strukturiertem oder glattem Alu (die Hammerschlag-Struktur erlaubt den Einsatz dünnerer und damit leichterer Bleche) und dazwischen ein Fachwerk aus Nadelholzlatten. Das Holz dient – neben Metallgittern – als Schraubgrund für Möbel, Scharniere und Fenster.

Wie werden die einzelnen Schichten miteinander verbunden?

Die Zwischenräume des Fachwerks werden zur Dämmung mit EPS ausgefüllt, besser bekannt unter dem Markennamen Styropor. EPS hat den Nachteil, dass es sich bei undichten Stellen aufgrund der Kapillarwirkung mit Wasser vollsaugt und diese Nässe an das Holzfachwerk weitergibt. Dächer sind meist nach demselben Muster aufgebaut wie Seitenwände, werden aber häufiger mit einer Außenschicht aus schlagzähem GfK versehen. Der Boden besteht meist aus zwei Sperrholzplatten, die eine Dämmschicht aus EPS oder XPS umschließen. Aber auch hier ist GfK im Kommen.

Sandwichbauweise im Caravan: Geht's auch ohne Holz?

Immer mehr Hersteller werben mit einem holzfreien Aufbau. Doch holzfrei bezieht sich dabei oft nur auf die mittlere Schicht des Sandwichs, die dann aus saugunfähigem XPS-Schaum besteht, der durch seine Steifigkeit auch das Holzfachwerk überflüssig macht. Denn obwohl Holz günstig, nachhaltig und leicht ist, beginnt es bei Kontakt mit Wasser zu faulen, wodurch der Aufbau Stabilität verliert.

Während der Anteil von Holz geringer wird, nimmt die Bedeutung von GfK zu. Seine Widerstandsfähigkeit gegen Hagel und Steinschlag macht ihn zur Idealbesetzung bei Dach und Unterboden – manche Versicherungen gewähren sogar Rabatte, wenn der Caravan über ein GfK-Dach verfügt.

Dichtigkeit, Stabilität und Steifigkeit müssen die Verbindungen zwischen Wand-, Dach- und Bodenplatten gewährleisten. Verschraubte man diese Kantenverbindungen früher generell, wird heute eher geklebt und nur noch teilweise verschraubt. Da eine Verschraubung im Isoliermaterial instabil wäre, werden an den Plattenrändern Leisten aus Holz oder PU eingearbeitet, die einen besseren Halt bieten. Auch Profile aus Aluminium kommen zum Einsatz, sie garantieren eine verwindungssteife, stabile Kantenverbindung.

Glossar zur Technik des Caravan-Aufbaus

Aluminium: ein Leichtmetall, als Außenhaut glänzend lackiert. Eigenschaften: recyclingfreundlich, relativ leicht, auch in dünner Materialstärke noch stabil, wasserdicht, feuchtigkeitsresistent, UV-beständig, schwierige Reparatur schon bei kleinen Kratzern und Beulen, Alu-Fraß (Korrosion) möglich. Verwendung: als Außenhaut oder Profilleiste an Aufbaukanten sowie als Material für Seitenschürzen.

EPS: expandiertes Polystyrol, wird unter dem Markennamen Styropor vertrieben. Eigenschaften: leicht und günstig im Einkauf, saugt Feuchtigkeit auf. Verwendung: häufig als Isoliermaterial in Caravanaufbauten.

GfK: Glasfaser-verstärkter Kunststoff. Eigenschaften: widerstandsfähig gegen Hagel und Steinschlag, reparaturfreundlich, verrottungsresistent bei Behandlung mit einer Deckschicht (Gelcoat) gegen UV-Strahlung, Verfärbung und Rissbildung möglich, oft matte Oberfläche, etwas schwerer und weniger stabil als Alu. Verwendung: als Außenhaut und als Formteile.

Holz: von der rohen Tannenlatte bis zur wasserfest verleimten und beschichteten Siebdruckplatte vielfältige Verwendung. Eigenschaften: günstig, einfach zu verarbeiten, relativ leicht, leicht isolierende Wirkung, anfällig für Feuchteschäden. Verwendung: Nadelholzlatten werden häufig als tragendes Fachwerk verwendet, teils auch als Kante zur Verschraubung von Aufbauplatten, Sperrholz findet sich auch als Innen- und Außenseite für Bodenplatten oder als Innenabschluss der Wand, Verankerung für Möbel.

PU: Polyurethan wird auch Bau- oder Montageschaum genannt. Eigenschaften: Der aufgeschäumte Kunststoff ist stabil, aufwendig in der Produktion, nimmt kaum Wasser auf, hoch verdichtete PU-Leisten sind fest und verrottungsresistent, meist beige oder grau bis schwarz eingefärbt. Verwendung: als Wandisolierung sowie als Versteifungen an Plattenkanten.

XPS: extrudiertes Polystyrol, wird u. a. unter den Markennamen Styrofoam, Styrodur oder RTM-Schaum vertrieben. Eigenschaften: steif und wenig druckempfindlich, durch das geschlossene Zellgefüge nimmt es so gut wie kein Wasser auf, meistens blau eingefärbt. Verwendung: als Isoliermaterial.

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Datum

29. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 2/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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