Zubehör: Automatische Standstützen 10 Bilder Zoom

Automatische Caravan-Standstützen im Test: Hoch soll er heben

Mit elektrisch angetriebenen Standstützen hat die Kurbelei ein Ende. Von Alko, E&P Hydraulics Goldschmitt und Linnepe gibt es diese bereits. Wir analysieren die Komforttechnik für Sie.

Wenn der Urlaubstag mit einem Kniefall beginnt, hat die Erholung Pause. Die vierfache Kurbelei, die mit der Suche nach dem Stützensechskant anfängt und mit dem filigranen Herantasten an die Waagerechte endet, ist anstrengend und wird nicht selten zum unfreiwilligen Lustspiel für die Platznachbarn. Wahren Komfortgewinn und neidvolle Blicke bringt in diesem Fall eine automatische Stützenanlage.

Mit Alko und E&P Hydraulics sind seit Jahren zwei Hersteller mit den Anlagen Levelsystem Caravan und E.C.S. am Markt. Auf dem Caravan-Salon stellt Stützenspezialist Goldschmitt als Dritter im Bunde die Hubstützenanlage Trailer Star vor. Und auch Linnepe startet mit einem elektrischen Nachrüstsatz für vorhandene Kurbelstützen durch.

Die vier genannten Anlagen sind im Detail unterschiedlich konzipiert. Alko, E&P und Linnepe nutzen zwar die an den Original-Anbauplätzen postierten Klappstützen, bewegen diese jedoch hydraulisch (E&P) bzw. via Elektromotoren. Die Befehle gibt ein fest eingebautes Bedienteil oder eine Fernbedienung. Den Strom beziehen die Systeme aus der Bordbatterie oder über den auf 12 Volt transformierten Landstromanschluss.

Die aufwendigste Stützenanlage, das Levelsystem von E&P Hydraulics, konnte CARAVANING im Knaus Eurostar testen. Zusätzlich zu den vier Klappstützen, bei denen die Spindeln durch Hydraulikzylinder ersetzt werden, entlasten beim E&P-System zwei hydraulische Hubstützen die Achse(n). Sie verhindern, dass sich das Fahrgestell beim Liften durchbiegt oder verwindet.

Das Levelsystem Caravan ist momentan das einzige Stützensystem, das mit Hilfe eines elektronischen Neigungssensors automatisch und binnen 120 Sekunden nivelliert. Nach dem Druck auf den Startknopf fahren zunächst die Hubstützen so weit aus, dass die Räder entlastet werden. Die Feinarbeit übernehmen dann Schritt für Schritt die Scherenstützen, die für mehr Aufstandsfläche mit den „Big-Foot“-Stütztellern von Alko ausgestattet sind.

In der Praxis funktioniert das zuverlässig. Das E&P Levelsystem Caravan stemmt Caravans mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2500 Kilogramm. Die notwendigen Teile kosten 2500 Euro. Für die Montage, die jede Fachwerkstatt erledigen kann, müssen zusätzlich rund sechs Arbeitsstunden einkalkuliert werden. Anbausätze gibt es für jedes Chassis. Optional bietet E&P eine Fernbedienung (200 Euro) und eine Handpumpe (250 Euro) an, die bei Störungen der elektrischen Hydraulik das Auf- und Abbocken ermöglicht. Zum Caravan-Salon reicht der niederländische Hydraulikspezialist das günstigere System Caravan Compact nach, zu dem nur die beiden Achs-Hubstützen gehören die Außenstützen müssen von Hand gekurbelt werden.

Goldschmitt setzt analog zu seinen bewährten Reisemobilsystemen auch beim Caravanheber auf hydraulische Teleskop-Hubstützen, verzichtet allerdings auf eine Elektronik zur automatischen Nivellierung. Schutz vor unbefugter Bedienung gewährt der Aktivierungspunkt, der außen angeklebt wird und an den der Handsender für fünf Sekunden gehalten werden muss.

Die Stützen werden einzeln oder paarweise gesteuert. Sollte die Anlage streiken, lässt sich der Druck im Hydrauliksystem abbauen, indem die Ventile an den Hubstützen geöffnet werden. Die Stempel können dann von Hand in die Fahrposition zurückgeschoben werden. Die Goldschmitt-Anlage ist die stärkste im Feld und stemmt Caravans bzw. Nutzanhänger mit bis zu vier Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Der maximale Hub der Stützen, die in Originalbohrungen direkt an den Längsträgern des Chassis befestigt werden, beträgt fast 30 Zentimeter. Jede Caravan-Fachwerkstatt kann das System an alle gängigen Caravan-Fahrgestelle montieren. Der Preis stand zum Drucktermin jedoch noch nicht fest.

Chassis-Lieferant Alko bietet die eigene, auf den ersten Blick günstigste Stützenanlage E.C.S. (1889 Euro, Montagezeit ca. vier Stunden) an, die auf alle Alko-Fahrgestelle seit Baujahr 1989 passt. Sie basiert auf vier modifizierten Stützen, an denen jeweils ein Elektromotor mit Planetengetriebe die ursprüngliche Spindel bewegt. Bei Funktionsstörungen in der Elektrik lassen sich die Motoren abkoppeln und die Stützen weiterhin mit der Handkurbel bewegen. Eine automatische Nivellierung ist beim Alko-System nicht vorgesehen. Der Caravan muss mit Fernbedienung und Wasserwaage austariert werden. Das E.C.S. verkraftet Caravans bis 2,5 Tonnen Gesamtmasse und kann längs 350 Millimeter, quer 80 Millimeter Höhendifferenz ausgleichen.

Vergleichsweise hoch ist angesichts der überschaubaren Technik der Preis für E.C.S. Außerdem muss weiterhin die Spindel sauber gehalten und regelmäßig gefettet werden. Dafür verfügt Alko über ein europaweites, engmaschiges Service- und Werkstattnetz samt Ersatzteilversorgung.

Das Linnepe-System mit dem englischen Namen Electric Corner Steadies, das vom dänischen Hersteller Kronings stammt, ist mit 8,4 Kilogramm Gewicht für vier Motoren nicht nur das leichteste, sondern mit 799 Euro auch das günstigste im Feld. Den Stromverbrauch gibt Linnepe mit 25-30 Ampere an, weswegen eine 85-Ah-Gelbatterie empfohlen wird. Jede Stütze soll binnen 13 bis 16 Sekunden Bodenkontakt haben und gemeinsam erst bei 2,5 Tonnen schweren Caravans an ihre Grenzen stoßen.

Eine technische Besonderheit hat sich Linnepe-Lieferant Kronings einfallen lassen: Gemeinsam mit dem neuen, vollautomatischen Rangiersystem Caramotion (32 Kilogramm Systemgewicht, bis 17 Prozent Steigfähigkeit mit 1800-Kilogramm-Caravan, Preis ab 1399 Euro) genügt eine einzige Fernbedienung für die Installation des Caravans auf der Campingplatzparzelle. Aber auch so steigern automatische Hubstützen den Komfort nachhaltiger als viele andere Zubehörteile.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Ingolf Pompe, Archiv, Hersteller

Datum

1. Oktober 2013
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