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Kaufberatung zur Basisausstattung: 16 wichtige Ausstattungsmerkmale beim Caravan

Welches Zubehör ist so wichtig oder praktisch, dass man es beim Neukauf schon ab Werk ordern sollte? CARAVANING verrät die wichtigsten Ausstattungs-Extras für Sicherheit, Technik und Wohnen.

Der erste Caravankauf steht an? Wundervoll! Aber: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Traumwagen auch die nötige Austattung an Bord hat. CARAVANING verrät Ihnen, was häufig nur mit viel Aufwand nachrüstbar ist.

Sicherheitsausstatttung für den Caravan
  1. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP kennt man bereits aus dem Pkw-Bereich, wo es seit 2014 für Neuwagen Pflicht ist. Auch für Caravans gibt es ESP, nur ist es hier noch nicht flächendeckend angekommen. Freilich haben esbereits einige hochpreisige Caravanmodelle serienmäßig, für die meisten anderen kann es ab Werk bestellt werden. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei den elektronischen Stabilisierungseinrichtungen Alko ATC, BPW idC und Leas um Einrichtungen, die per Stellmotor vehement die Anhängerbremse betätigen, sobald der Caravan pendelt. Dadurch wird das Gespann stabilisiert. Selbst wenn schon der Zugwagen eine Gespannstabilisierung hat: Caravan-ESP hilft auch dann, wenn nur der Caravan instabil wird, zum Beispiel durch einen Unfall beim Spurwechsel.
  2. Sicherheit während der Fahrt gewährt auch der Crash-Sensor für die Gasanlage. Mit ihm darf während der Fahrt das Ventil der Gasflasche geöffnet bleiben, um zu heizen und zu kühlen, denn bei einem Unfall unterbricht das Gerät die Gaszufuhr. Ein Zubehör, das man am besten schon ab Werk installieren lässt.
  3. Anti-Schlinger-Kupplungen werden auch Sicherheitskupplungen genannt. Sie verringern die Gefahr, dass der Caravan ins Pendeln gerät und kippt. Der Schlingerdämpfer sitzt im Kupplungsmaul der Anhängevorrichtung und unterdrückt sowohl Pendel- als auch Nickbewegungen. Die Produkte von Alko AKS und Winterhoff WS 3000 sind am weitesten verbreitet. Ein Schlingerdämpfer ist einfach nachzurüsten, hat aber einen so großen sicherheitsrelevanten Nutzen, dass man ihn unbedingt mit dem Neuwagen mitbestellen sollte. Inzwischen ist er jedoch meist sogar Serie.
  4. Ein Ersatzreifen ist Gold wert, wenn man sich unterwegs einen Platten einfängt. Doch um Gewicht zu sparen, ist der Ersatzreifen fast nie Bestandteil der Serienausstattung, stattdessen werden Reparatursets beigelegt. Die helfen jedoch nur bei kleinen Undichtigkeiten. Ein Ersatzrad samt Halter spart kostbare Urlaubszeit, weil man nicht auf die Suche nach einem Reifen gehen muss. Achtung: Wagenheber sind bei der Bestellung des Ersatzrades nicht dabei, sie müssen separat im Zubehörhandel oder beim Chassishersteller gekauft werden.
Ohne Strom nichts los: Steckdosen für 12 und 230 Volt sowie mit USB-Anschluss sind im Caravan praktisch, wichtig ist auch die Platzierung.
Aufgepasst an der Basis: Die Wahl der Chassisvariante bestimmt die Zuladung.
Elektronik-Ausstattung für Caravans
  1. Der Fernseher gehört für viele Camper dazu, für guten Empfang sorgen auf dem Dach montierte odertragbare Satellitenanlagen. Damit das Signal beim TV-Gerät ankommt, müssen Leitungen verlegt oder eine TV-Außensteckdose eingebaut werden. Das lässt man in Hinblick auf den Aufwand am besten schon im Werk machen.
  2. Unterhaltungsmedien wie Tablet-Computer und Smartphones brauchen Strom. Darum ist eine ausreichende Zahl sinnvoll platzierter Steckdosen wichtig. In der Sitzgruppe sollte auf jeden Fall mindestens eine vorhanden sein. Neben 230-Volt-Steckdosen sind auch 12-Volt- und USB-Steckdosen von Vorteil. Man kann sie zwar nachrüsten, komfortabler ist es allemal ab Werk.
Aufbautechnik des Caravans
  1. Ausschließlich ab Werk erhältlich und deshalb nicht nachrüstbar sind hagelfeste Dächer, bessere Dämmmaterialien und schickere Glattblechwände. Gegen Hagelschauer bieten einige Hersteller GfK- oder kombinierte GfK-Alu-Beplankungen für die Dächer an. Diese reduzieren oft den Versicherungsbeitrag. Wer auch im Winter campen will, sollte sich, falls vom Hersteller angeboten, für eine PU-Schaum- statt Styroporisolierung entscheiden. Die gibt es oft in Kombination mit Glattblech-Außenwänden. Glattblech kann aber auch für herkömmliche Isolierungen bestellt werden.
  2. Dachfenster bringen Licht und Luft in den Caravan und tragen so zur Wohlfühlatmosphäre bei. Wer Wert auf viel Licht legt, sollte Dachfenster unbedingt ab Werk bestellen. Zwar kann man Midi-Hekis nachrüsten, aber es ist relativ teuer und aufwendig. Jedes Loch, das im Nachhinein in die Hülle des Caravans gebohrt oder gefräst wird, ist außerdem eine potenzielle Quelle von Undichtigkeiten.
  3. Fensterrollos schützen nachts vor neugierigen Blicken und tagsüber vor Sonneneinstrahlung. Eine Faltverdunkelung ist besser als ein Vorhang. Kaum zu glauben, dass es überhaupt Caravans gibt, bei denen die Verdunkelung nicht serienmäßig dabei ist – die gibt es aber. In solchen Fällen muss der Sicht- und Lichtschutz dann im Paket mit anderem Zubehör bestellt werden. In erster Linie kann der Hersteller so Preiskosmetik betreiben und Zubehör aus dem Grundpreis herausrechnen.
Eine Duscheinrichtung kann im Caravan meist nur als Paket zugekauft werden.
Komfortabel Wohnen im Caravan
  1. Das Bad im Caravan ist vor allem dann essentiell, wenn man nicht auf die Sanitäranlagen des Campingplatzes ausweichen will. Damit die Nutzung des Bads kein Schlag ins Wasser wird, sollte man sich die Dusche genau ansehen. Wer sich vor klebenden Duschvorhängen in Kompaktbädern ekelt, sollte ein Caravanmodell mit fester Duschkabine wählen. Bei den meisten Caravans mit kompakten Bädern ist die Dusche nicht serienmäßig, so dass man sie für durchschnittlich 300 Euro bestellen muss.
  2. Eine Markise ist ein bewährter Schutz gegen Sonne und Regen und erweitert so den Wohnraum des Caravans ins Freie. Sie darf bei keinem Campingurlaub fehlen und wird daher am besten bereits ab Werk geordert – auch wenn man sie problemlos nachrüsten kann. Mit etwas Verhandlungsgeschick bekommt man sie beim Neukauf eines Wohnwagens auch als Dreingabe vom Händler. Einfach mal fragen, denn fragen kostet bekanntlich nichts.
  3. Guter Schlaf ist die halbe Miete für einen erholsamen Urlaub. Die Betten in Caravans tragen dazu aber nicht immer bei: Einfache Matratzen und schlichte Lattenroste sind der Entspannung abträglich. Dabei gibt es durchaus gute Bett- Lösungen, die es bei vielen Herstellern als Option gibt. Das Geld dafür ist in den meisten Fällen sehr gut angelegt.
  4. Die Insektenschutztür ist eines der praktischsten Ausstattungsmerkmale, die ein Caravan zu bieten hat. Sie hält blutsaugende Störenfriede aus dem Wohnwagen fern und trägt so wesentlich zum Wohlbefinden beim Campen bei. Auch in geschlossenem Zustand lässt sie immer noch Frischluft ins Fahrzeug. Wenn die Fliegenschutztür nicht zur Serienausstattung gehört, sollte man sie unbedingt als Option wählen. Sie ist meist nicht teuer.
Ver-/Entsorgung und Zuladung im Caravan
  1. Die Wahl der Chassisvariante bestimmt die Zuladung. Wer weniger als 200 Kilogramm Zuladungsreserve hat, überschreitet schnell die Grenzen. Ab Werk werden meist mehrere Auflastungsstufen angeboten. Bei den günstigen handelt es sich nur um einen geänderten Eintrag in den Fahrzeugpapieren. Höhere Auflastungen sind mit technischen Änderungen verbunden und damit teurer. Wählen Sie unabhängig von Ihrer zulässigen Anhängelast eine Auflastung, die mindestens 300 Kilogramm Zuladung ermöglicht.
  2. Serviceklappen in ausreichender Zahl und gut platziert machen das Camperleben entschieden einfacher. Denn der größte Stauraum bringt nichts, wenn man mit sperrigem Gepäck quer durch den Caravan muss oder größere Umschichtaktionen notwendig sind, um ihn zu erreichen. Vor allem der Platz unterm Bett ist idealerweise auch von außen zugänglich. Zusätzliche Klappen sind meist als Einzeloption erhältlich. 
  3. Ein rollbarer Abwassertank ist eine äußerst praktische Sache, denn er gewährleistet die saubere und relativ bequeme Entsorgung des Grauwassers. Er wird einfach unter den Ablassstutzen gestellt, manche Modelle haben auch einen Schlauch als Anschlussmöglichkeit. Zur Entsorgungsstelle kann man ihn dann hinter sich herziehen.
Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Franz Güntner, Ernesto Martens, Dieter S. Heinz, Bernd Thissen, Daniel Bitsch, Frank Eppler

Datum

23. September 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 9/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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