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Perfekt bremsen mit dem Wohnwagen: Bremsweg im Gespann

Nicht nur die Reaktionszeit des Fahrers beeinflusst den Bremsweg im Gespann – perfekt gepflegte Anhängerbremsen gehören zum optimalen Stoppvorgang ebenfalls mit dazu.

Das Gespann schnell in Fahrt bringen ist eine Sache. Schnell bremsen können eine ganz andere, denn oft schon entscheiden Millisekunden darüber, ob Auto und Caravan vor einem plötzlichen Hindernis noch unbeschadet stoppen können.

Phase 1 beim Bremsen – ein Blindflug: Der Fahrer erkennt das Hindernis, verarbeitet die Information und aktiviert die Beinmuskeln. Er setzt die Information um und tritt aufs Pedal. War das Gespann anfangs 100 km/h schnell, ist es nun schon 28 Meter weiter. Bis die Bremskomponenten nach dem Berühren des Bremspedals ansprechen und optimal zupacken (die so genannte Schwellzeit), kann der Anhalteweg bereits auf 40 bis 45 Meter gestreckt worden sein – erschwert noch durch die Umlenkmechanik der mechanischen Trommelbremsen am Caravan: Erst wenn der Zugwagen schon verzögert, läuft die Auflaufvorrichtung in der Caravandeichsel auf; über Gestänge und Bowdenzüge wird das Spreizschloss in den Bremstrommeln gespannt; dann endlich drücken sich die Bremsbacken an die Bremstrommeln.

Der eigentliche Bremsweg aus Tempo 100 liegt für ein Mittelklasseauto auf trockener Fahrbahn bei etwa 38 Metern. Mit 1500 Kilo Caravangewicht am Haken wären es da schon 50 und auf Nässe 70 bis 80 Meter. Mindestens 100 Meter sind also abgespult, bis das Gespann stoppen kann. Und dazu bedarf es neben brauchbarer Bereifung mit angepasstem Luftdruck auch intakter Caravanbremsen. Regelmäßige Werkstattbesuche sind also angesagt. Für Caravans, die wenig gefahren werden, empfiehlt sich das jährliche Wartungsintervall. Bremsbeläge werden in aller Regel nach 2000 Kilometern geprüft. Symptome für beginnenden Bremsverschleiß melden sich oftmals bei der Rückfahrt von einer ausgedehnten Tour – zum Beispiel so:

Der Auflaufdämpfer mildert den Auflaufstoß beim Anbremsen nicht mehr perfekt, sondern läuft knallend auf und „dämpft“ ruckend weiter. Vermutlicher Grund: Nach jahrelanger Beanspruchung ist sein Arbeitsvermögen gemindert, was auch versteckte Gefahren birgt: Schon beim leichten Verzögern der Fahrt oder bergab kann er die Radbremsen unerwünscht ansprechen lassen. Der neue Auflaufdämpfer darf weder unter- noch überdimensioniert sein. Hält der Caravan beim Bremsen nicht die Spur, können seine Bremsen schief ziehen, verursacht durch stärkeren, auch einseitigen Verschleiß der Bremsbeläge oder verstellte Bremsmechanik, vielleicht auch beides. Die Folge: Bremskraft herabgesetzt, Pendelneigung erhöht. Erst recht ein Fall für die Werkstatt. Danach nicht vergessen: Neue Bremsbeläge müssen sich einschleifen, erst nach einigen behutsamen Bremstritten verzögern sie optimal.

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Datum

31. August 2003
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