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Campingtour am Chiemsee: Mit dem Caravan ans Bayerische Meer

Wasser hat keine Balken – aber es macht jede Menge Spaß! Das Bayerische Meer, wie manche den Chiemsee nennen, ist ein wahres Eldorado für Freizeitkapitäne.

Doch auch Landratten unter den Caravanern lieben das Gewässer. Sie erkunden die abwechslungsreiche Uferlandschaft zum Beispiel mit dem Fahrrad. Es gibt wahrscheinlich mehr als fünf gute Gründe für einen Campingurlaub am Chiemsee, dennoch verraten wir Ihnen diese fünf:

1. Sport und Spaß auf dem Wasser

Nichts wie rein ins nasse Vergnügen: Mit einer Fläche von etwa 80 Quadratkilometern bietet der Chiemsee – er zählt zu den größten Binnengewässern in Deutschland – eine Fülle an Wassersportmöglichkeiten. Baden und Schwimmen stehen dabei auf der Liste ganz oben, darauf folgen Kajak-Ausflüge und Segeltörns sowohl mit der eigener kleinen Jolle als auch mit größeren Mietbooten bis zur gecharterten Yacht inklusive Skipper.

Das Stand Up Paddling ist ein aus Hawaii stammender Trendsport, der unterdessen auch den Chiemsee erreicht hat. Vorbild waren polynesische Fischer, die sich stehend in ihren Kanus auf dem Meer fortbewegten. Das Stehpaddeln erfordert außer einem passablen Gleichgewichtssinn keine besonderen Fähigkeiten, weshalb auch weniger Sportliche leicht damit zurechtkommen. Man steht aufrecht auf einem Surf- oder speziellen Stehpaddelbrett und paddelt einfach wie beim Kanufahren. Die Ausrüstung ist erschwinglich, recht leicht und nicht sonderlich sperrig, weshalb der Sport auch bei Caravanern immer mehr Anhänger findet. Einfach mal ausprobieren! www.sup-chiemsee.de

2. Kultur und Natur der Extraklasse

Bayernkönig Ludwig II. hatte zeitlebens immer das Schöne im Blick: angefangen bei der Standortwahl für seine Prunkbauten bis zu Einrichtungsfragen, um die sich der exzentrische Monarch höchstselbst kümmerte. Ein Musterbeispiel dafür ist Schloss Herrenchiemsee auf Herrenwörth, der größten Chiemsee-Insel. Die geplante Dreiflügelanlage sollte die Pracht von Versailles noch übertrumpfen. Doch dazu kam es nicht, da der "Kini" frühzeitig 1886 unter mysteriösen Umständen starb. Nur kurze Zeit später wurde das (nicht vollendete) Schloss zur Besichtigung freigegeben, worauf ein nicht endender Besucherandrang einsetzte. Sehenswert sind vor allem die grandiose, 98 Meter lange Spiegelgalerie, das Schlafzimmer und der Paraderaum; die Anerkennung als Weltkulturerbe zusammen mit den anderen Königsschlössern ist beantragt.

Ebenfalls vom Reiz der schönen Landschaft angelockt, gründeten um 1825 einige junge Münchener Maler auf der benachbarten Fraueninsel eine Künstlerkolonie. Die Geschichte des Eilands ist jedoch weitaus älter, was Herzog Tassilo zu verdanken ist. Er stiftete 766 ein bis heute bestehendes Benediktinerinnenkloster, das König Ludwig der Deutsche zwischenzeitlich zu einer Pfalz ausbauen ließ. Die Torhalle mit den Kapellen Sankt Michael und Nikolaus sind Reste von ihr. In der Nikolauskapelle lassen sich frühmittelalterliche Malereien bewundern. Als weithin sichtbares Wahrzeichen der Insel gilt der markante freistehende Glockenturm der Klosterkirche Sankt Maria.

Trotz ihrer vielen Besucher ist die Region ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel, die in den Feuchtwiesen reichlich Nahrung finden. Erstaunlich ist auch die Vielfalt der lokalen Tier- und Pflanzenwelt – unter anderem mit 15 nachgewiesenen Fledermausarten; am Seeufer wachsen verbreitet Fieberklee, Trollblume und Mehlprimel.

3. Reizvolle Radwege

Auf dem beliebten Chiemsee-Radweg lernen Radler auf 55 Kilometern die ganze Schönheit der Uferlandschaft kennen. Auf seiner Strecke eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke über das Wasser bis zu den Alpengipfeln. Er führt über wenig befahrene Asphaltstraßen und Feldwege. Zahlreiche Stellen laden zu einem erfrischenden Bad im See ein, und es bietet sich an mehreren Schiffsanlegestellen die Möglichkeit, zu den berühmten Inseln überzusetzen. Der Weg passiert neun Ortschaften mit gemütlichen Einkehrstätten; die Beschilderung ist in beiden Richtungen vorbildlich. Der Chiemsee-Radweg ist für jedermann leicht zu befahren. Die Radroute weist mit 159 Höhenmetern nur geringe Steigungen auf. Eine weitere Variante ist der Chiemsee-Rundweg. Auf ihm ist man lediglich zwei Kilometer länger unterwegs, muss jedoch 221 Höhenmeter überwinden. Busse der Chiemsee-Ringlinie, die von Ende Mai bis Mitte Oktober verkehren, bringen die Radfreunde jederzeit zum Ausgangspunkt zurück.

4. Bayerische Schmankerln mit Seeblick

Die Chiemgauer Küche umfasst vor allem Fischspezialitäten aus dem Chiemsee und anderen Gewässern der Gegend. Jeder Gasthof dort bereitet beispielsweise die berühmten Steckerlfische zu: Dabei handelt es sich um über Holzkohlefeuer goldgelb gegrillte Chiemsee-Renken, die traditionell zum Bier serviert werden. Insbesondere in den Restaurants direkt am Ufer und auf den Inseln ist diese Delikatesse bei den Gästen ausgesprochen beliebt. Mit etwas Glück kann man beim Essen auch noch zusehen, wie langsam überm "Bayerischen Meer" die Sonne glutrot am Horizont untergeht.

In etwas Distanz zum See gesellt sich zum Fisch mehr und mehr der würzige Käse, der von den saftigen Almen im Chiemgau stammt. Eine fürs ganze südliche Bayern bedeutsame Tradition sind die Brotzeiten. Selbst gebackenes Brot mit Schinken und Käse aus eigener Herstellung prägt diese Art der Verpflegung. Wanderer sehen in einer kräftigen Brotzeit gerne die Belohnung für den Aufstieg zu den Almen. Ein deftiges Gericht ist auch der typische Weißwurstsalat, der aus bissfest gekochten Linsen, Weißwurst sowie "Radi und Radieserl" (Rettich und Radieschen) besteht. Die Verwendung von ausschließlich in der Region erzeugten und frischen Produkten unterstreicht die Qualität.

5. Jahrtausendaltes Juwel am Inn

Die Geschichte von Wasserburg im nördlichen Chiemgau lässt sich bis in das 11. Jahrhundert zurückverfolgen. 1332 verlieh Kaiser Ludwig von Bayern der Stadt am Inn das Salzstapelrecht, was Handel und Schifffahrt sehr beflügelte. Die wirtschaftliche Bedeutung endete jedoch jäh mit dem Entzug dieses Rechtes durch Herzog Albrecht IV. im Jahr 1504.

Da danach kein Geld mehr für Neues übrig war, blieben viele Gebäude aus der Blütezeit im Original erhalten. Der lang gezogene Marienplatz etwa besticht mit fast noch durchgängig erhaltenen gotischen Laubengängen. Nur das "Kernhaus" erhielt später noch eine stuckreiche Rokoko-Fassade, gestaltet von Johann Baptist Zimmermann. www.wasserburg.de

Der besondere Tipp von CARAVANING

Wissenswertes zur reichen Seefauna erläutern ausgebildete Naturführer auf einer Erlebnisbootsfahrt an das Delta der Tiroler Achen. Termine jeden Freitag und Samstag (Mai–September). Startpunkt: Dampfersteg Übersee-Feldwies. www.dernaturaufderspur.de

Alle Infos für eine Campingtour am Chiemsee

Anreise: Aus nahezu allen Richtungen über die vielbefahrene A 8 München–Salzburg, Ausfahrt Bernau. Alternative: auf der A 99 (Ringautobahn München) Ausfahrt Haar, dann der B 304 und B 305 via Wasserburg folgen.

Sehenswertes: Rabenden heißt ein Dorf, das 15 km nördlich von Prien liegt und das mit einer sakralen Kostbarkeit aufwartet. Die St.-Jakobus-Kirche dort birgt einen spätgotischen bemalten Flügelaltar mit bäuerlichen Motiven, den ein unbekannter Meister geschaffen hat.

Seit 1887 verbindet eine pittoreske Schmalspurbahn den Bahnhof in Prien mit dem zwei Kilometer entfernten Hafen Stock (Mai–Sept. Sa/So, Abfahrten stündlich ca. 10–17 Uhr). Bei der Anlegestelle befindet sich auch das schöne Erlebnisbad Prienavera.

Auskunft: Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH & Co. KG, Felden 10, 83233 Bernau am Chiemsee, Telefon 08051/965550, E-Mail info@chiemsee-alpenland.de, www.chiemsee-alpenland.de

Campingplatz-Tipps rund um den Chiemsee

83339 Arlaching: Camping Kupferschmiede
Sehr gut ausgestatteter Campingplatz auf ebenem Wiesengelände mit Laubbäumen, geteilt durch eine vielbefahrene Straße. Zum Strand durch eine Unterführung. Eigener Gasthof mit Biergarten. 2,2 ha, 200 Stellplätze, davon 120 Dauercamper. Geöffnet von Anfang April bis Anfang Oktober.
Standort: Trostberger Straße 4, GPS 47°55’47”N, 12°29’32”O, Telefon 08667/446,
www.camping-kupferschmiede.de

83209 Prien am Chiemsee: Panorama Camping Harras
Gut ausgestatteter Platz auf einer Halbinsel mit schönem Blick auf den See und die Berge. Parzellen (40–60 m²) auf ebener Wiese mit hohen Laubbäumen, teils mit Kiesel befestigt. Schmaler Kiesstrand. Kiosk, Restaurant mit Biergarten am Platz. 2 ha, 160 Touristenplätze, 30 Dauercamper. Geöffnet von Mitte April bis Anfang November.
Standort: Harrasser Straße 135, GPS 47°50’25”N, 12°22’25”O, Telefon 08051/904613,
www.camping-harras.de

Campingplatz Hofbauer
Sehr gut ausgestatteter Platz an einem Hanggelände an der Straße. Stellplätze größtenteils eben, teils mit Rasengittersteinen befestigt. Überdachbares Schwimmbad. Eigene Gaststätte mit Terrasse. 1,5 ha, 100 Touristenplätze, 40 Dauercamper, 14 Mietunterkünfte. Zur Ortsmitte und an den See 1,5 km. Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober.
Standort: Bernauer Straße 110, GPS 47°50’19”N, 12°21’03”O, Telefon 08051/14136,  www.camping-prien-chiemsee.de

83358 Seebruck am Chiemsee: Chiemgau Camping Lambach
Gut ausgestatteter Platz am Nord-ufer in einem Landschaftsschutzgebiet, 2 km südwestlich des Ortes. Stellplätze auf ebener Wiese zwischen Straße und See. Große Liegewiese, Bootssteg. Gaststätte mit Biergarten auf dem Gelände. Platzeigene Vermietung von Tret- und Elektrobooten. 1,1 ha, 60 Touristenplätze, 23 Dauercamper, wenige Mietunterkünfte. Geöffnet von Anfang April bis Ende September.
Standort: Lambach 3, GPS 47°55’41”N, 12°27’02”O, Telefon 08667/7889,
www.camping-am-chiemsee.de

83236 Übersee: Chiemsee-Camping Rödlgries
Komfortplatz unter Bäumen mit großer Badebucht am Südufer. Lärmschutzwall zur Autobahn. 11 ha, 500 Stellplätze, davon 170 Dauercamper. Gaststätte mit Kiosk. Geöffnet von Anfang April bis Ende Oktober.
Standort: Rödlgries 1, GPS 47°50’28”N, 12°28’18”O, Telefon 08642/470,
www.chiemsee-camping.de

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

17. Juni 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 6/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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