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Camping-Tipp Südnorwegen: 5 gute Gründe für das Sonnenland des Nordens

Wegen des milden Klimas, der herrlichen Badestrände am Meer, wegen der vielen Seen, der bunten Holzhausorte und der atemberaubenden Natur gilt der Süden Norwegens als das "Sonnenland des Nordens".

CARAVANING verrät Ihnen fünf gute Gründe für eine Camping-Tour in Südnorwegen. Außerdem finden Sie weiter unten im Text Infos und Campingplätze zur Region. Tipps zu Fährfahrten in den Norden finden Sie in unserer Übersicht "Fähren des Nordens".

1) Die Schären – Norwegens Sonnenküste

Die sonnenverwöhnte Skagerrak-Küste ist Norwegens Riviera: blank gewaschene Felsen, blaues Meer, dazwischen kleine Buchten mit weißem Sand. Die ganze Vielfalt der nördlichen Meeresexotik aufgefädelt wie auf einer Perlenkette, die sich zwischen Risør und Kristiansand an die Südküste des Landes legt. Die schönste Art, diese vielseitige Küste vom Wasser her zu sehen, ist eine Fahrt mit der M/B Øya. Sie fährt täglich in den Sommermonaten um 10 Uhr von Lillesand, der Stadt mit den blütenweißen, rosenumrankten Holzhäusern, bis nach Kristiansand – durch den Schärenkanal Blindleia, vorbei an unzähligen kleinen Felseninseln mit bunten Ferienhäusern und am alten Seglerhafen Brekkestø. Überall weht die norwegische Flagge im Wind, und an jedem Häuschen schaukelt am Steg das dazugehörige Boot. In Kristiansand lohnt ein Bummel durch die quirlige Metropole und Norwegens Fährhafen mit der wichtigsten Verbindung nach Dänemark. www.blindleia.no

2) Jostedalsbreen – Europas größter Festlandgletscher

Eis, jahrtausendealt, schiebt sich im oberen Jostedal vom Jostedalsbreen, Europas größtem Festlandgletscher, bis hinunter ins Tal. Dort kalbt der Nigardsbreen, so heißt die Gletscherzunge am Talschluss, in einen natürlichen Stausee, der mit türkisblauem Wasser gefüllt ist – einer der schönsten und auch ruhigsten Plätze im nördlichen Fjordland. Der Gletscher ist über eine nicht asphaltierte, aber recht gut ausgebaute Privatstraße zu erreichen. Vom dortigen Parkplatz spaziert man eine knappe Stunde über glatte Felsen bis zur Gletscherzunge, die einem gefrorenen Strom aus ewigem Eis ähnelt. Spätestens jetzt versteht man, warum die gesamte Region in Norwegisch als Breheim, übersetzt "Gletscherheim", bezeichnet wird. http://jostedal.com

3) Panoramablick mit Kick

Fast könnte man meinen, der Lysefjord nahe Stavanger wäre mit einer riesigen Axt aus dem Granit gehauen worden. Die berühmteste Naturattraktion Norwegens ist der Preikestolen, der Predigerstuhl. Das quadratische Felsplateau ragt schwindelerregende 604 Meter hoch über den grünblau schimmernden Fjord. Den Ausblick verdient man sich mit einer gut zweistündigen Wanderung. Der mit einem "T" markierte, gut gesicherte Anstieg durch unwegsames Gelände beginnt am Parkplatz der Preikestolhytta und führt über einen Höhenrücken auf die luftig vorspringende Felskanzel. Wer es noch abenteuerlicher mag, steigt auf den 1.089 Meter hohen Kjerag, den höchsten Gipfel am Lysefjord. Der Aufstieg ist 570 Höhenmeter lang und etwas für geübte Wanderer. Er führt über glatte, steile Felsen und ist teilweise mit Ketten gesichert. Zu Norwegens spektakulärstem und luftigstem Aussichtsplatz klettert man am Westrand des Plateaus auf den Kjeragbolten, einen mehr als 1.000 Meter über dem Abgrund zwischen zwei Felsen eingeklemmten Stein.

4) Telemarkkanal

Das Dalen Hotel, das wohl schönste historische Hotel Norwegens, ähnelt einem riesigen Hexenhaus. Ende des 19. Jahrhunderts im Drachenstil erbaut, steht es im kleinen Ort Dalen am Ufer des Bandak-Sees. Dort endet der Telemarkkanal. Dem Besitzer des Hotels, Thor Halvorsen, gehört auch die M/S Hendrik Ibsen, ein 1907 gebauter Dampfer, der abwechselnd mit der M/S Victoria, die schon 1892 in Dienst gestellt wurde, den 105 Kilometer langen Telemarkkanal befährt. Die beiden Schiffe verbinden das am südlichen Rand der Hardangervidda liegende Dalen mit Skien an der Schärenküste. Gemütlich tuckert der frisch renovierte Nostalgiedampfer Hendrik Ibsen auf Europas spektakulärster Wasserstraße, vorbei an kleinen Höfen und dichten Wäldern, in Richtung Süden. Gemütlicher kann man das abwechslungsreiche Hinterland der Telemark kaum bereisen. Die üppige Landschaft spiegelt sich im glasklaren Wasser der vielen Seen. Die Strecke besteht zum größten Teil aus natürlichen Wasserwegen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind. Über Schleusen bewältigen die Schiffe einen Höhenunterschied von 72 Metern. Der Kanal wurde 1892 nach einer Bauzeit von fünf Jahren fertiggestellt und in Europa als "achtes Weltwunder" gefeiert. www.visittelemark.no

5) Designer-Architektur im Nirgendwo

An der E 6, nördlich von Hjerkinn in der Gemeinde Dovre auf dem renaturierten Gelände der Tverrfjell-Gruben liegt der gleichnamige Parkplatz. Von dort folgt man dem Naturlehrpfad eineinhalb Kilometer auf eine Anhöhe. Dort steht man plötzlich vor einer großen, stylischen Stahl-Box. Die Panoramafront gegen Norden ist komplett aus Glas, die Rückseite in geschwungenem Holz. In der Raummitte hängt ein offener Kamin. Windgeschützt sitzt man hier und hat einen herrlichen Panoramablick auf den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark mit seinen angezuckerten Bergen. Mit etwas Glück kann man grasende Moschusochsen in freier Wildbahn beobachten. Das Gebäude wurde 2011 "World Building of the Year".

Der besondere Tipp

Ein Himmelsschiff vor Anker. Stabkirchen sind Glanzlichter sakraler Holzbaukunst. Einst gab es mehr als 1.000 davon, heute sind in Norwegen nur noch 31 erhalten, die meisten in Südnorwegen. Die größte und mit ihrem pagodenartigen Dach schönste steht in Notodden im Ortsteil Heddal direkt an der E 134. www.heddalstavkirke.no

Südnorwegen im Überblick

Anreise:
Über die Brücken Großen Belt und Öresund. Achtung Mautpflicht! Infos unter www.storebaelt.dk/deutsch und www.oresundsbron.com. Nimmt man eine Autofähre, sind die Tarife meist in der Nacht am günstigsten. Preisvergleiche u. a. auf www.aferry.de
Autofahren:
Lichtpflicht auch tagsüber. Höchstgeschwindigkeiten: 50/80 km/h innerhalb/außerhalb von Ortschaften; Autobahnen 90–100 km/h, über 3,5 t 80 km/h. Hohe Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen. In Südnorwegen viele gebührenpflichtige Straßen mit automatischen Mautstationen. Wie das System funktioniert, unbedingt vor Reiseantritt unter www.autopass.no nachlesen!
Geld:
Bargeldtausch nur in Großstädten in Postämtern und am Flughafen. Kreditkarten werden nahezu überall akzeptiert.
Auskunft:
Innovation Norway
Caffamacherreihe 5
20355 Hamburg
Telefon 0 40/2 29 41 50

Camping-Tipps in Südnorwegen

N-3880 Dalen/Bandak: Buøy Camping
Ebenes Wiesengelände mit altem Baumbestand. Durch hohe Buschgruppen aufgelockert, von einer Anliegerstraße zweigeteilt. Auf einer Insel zwischen dem Fluss Tokke und dem Bandak-See. Blick auf bewaldete Berge. 100 Standplätze, Hütten, Bungalows und Ferienwohnungen vorhanden. Geöffnet 1.5.–20.9.
Standort: Buøy Vegen 22, GPS 59°26'32"N, 08°00'27"O, Telefon 00 47/45 02 13 26

N-2662 Dovre/Lågen: Camping Toftemo
Ebenes Gelände am Fluss Lågen an der E 6, etwa 2 km nördlich von Dovre. Teils Wiesen, teils lichter Föhrenwald. Standplätze an der Durchgangsstraße mit hohen Bäumen. 100 Standplätze, 50 Dauercamper, 21 Hütten. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Dovre/Lågen, GPS 61°59'54"N, 09°13'22"O, Telefon 00 47/61 24 00 45

N-6868 Gaupne: Sandvik Camping
Teils ebene, teils leicht geneigte, durch Hecken gegliederte Wiese mit Obstbäumen. Im Ort, unterhalb von Wohnhäusern. Blick auf Felswände und Wasserfälle. 30 km vom Nigardsbreen entfernt. 50 Standplätze, 3 Dauercamper, 16 Hütten, 12 Bungalows. Geöffnet 1.5.–30.9.
Standort: Gaupne, GPS 61°24'02"N, 07°18'02"O, Telefon 00 47/57 68 11 53

N-4100 Jørpeland: Camping Preikestolen
Überwiegend ebenes, durch Baum- und Buschgruppen aufgelockertes Wiesengelände an einem kleinen Fluss. Teils von Wald umgeben. Einige Standplätze nischenartig angelegt. Blick auf bewaldete Berge. Während der Saison Busverbindungen zum Parkplatz am Fuß des Preikestolen. 160 Standplätze, keine Hütten und Dauercamper. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Preikestolvegen 97, GPS 58°59'57"N, 06°05'31"O, Telefon 00 47/48 19 39 50

N-4790 Lillesand: Tingsaker Familiecamping
Ruhiger, charmanter Vier-Sterne-Platz auf ebenem Gelände mit viel Grün, Blick aufs Meer. Große Spielplätze und kinderfreundlicher Sandstrand. 175 Standplätze, einige Dauercamper und Hütten. Geöffnet 1.5.–1.9.
Standort: Bergstø 9, GPS 58°15'22"N, 08°23'21"O, Telefon 00 47/37 27 04 21

N-3670 Notodden: NAF-Camping Notodden
Welliges Wiesengelände zwischen Sportflugplatz und dem Fluss Heddøla (nachts kein Flugbetrieb). Verkehrsreiche Straße in Hörweite. Zur Heddal-Stabkirche und dem Freilichtmuseum sind es 3 km. 60 Standplätze, 16 Hütten. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Reshjemveien 46, GPS 59°33'57"N, 09°12'30"O, Telefon 00 47/35 01 33 10

Foto

Udo Bernhart

Datum

19. März 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 03/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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