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Vielversprechende nächste Saison: Campingsaison 2005

Schöner, besser, kundenfreundlicher – die Campingsaison 2005 kündigt sich viel versprechend an. Ob die Hoffnungen berechtigt sind, wissen Camper allerdings erst am Ende des nächsten Sommers.

Wie das Wetter im Sommer 2005 wird, weiß nicht mal Jörg Kachelmann. Und ganz ohne Wetter kommt Camping trotz aller Evolution noch nicht aus. Das beweist das Rekordergebnis der deutschen Campingplätze im heißen Sommer 2003. Es wurde im abgelaufenen Jahr nicht wieder erreicht. Dennoch sind die deutschen Campingunternehmer glimpflich davongekommen. Ihr Preis-Leistungs-Verhältnis ist nämlich Spitze, und das honorieren Camper vor allem in wirtschaftlich angespannten Zeiten.

Weiter entfernte Campingziele mussten deutlich mehr Federn lassen. In Spanien beispielsweise beklagt man sich über bis zu 22 Prozent weniger deutsche Gäste als im Jahr zuvor. In Italien sah es ähnlich aus. Griechische Campingplätze waren trotz Olympiade gähnend leer. Viele deutsche Familien blieben 2004 einfach daheim, sie machten gar keinen Urlaub. Andere waren nicht bereit, neben hohen Spritrechnungen für eine entsprechend weite Anreise und den dazugehörigen Mautgebühren oder Fährtarifen auch noch die recht happigen Hauptsaisonpreise in Katalonien oder am Gardasee zu berappen. Sie blieben im Land, verbrauchten dabei wenig Benzin, zahlten keine Maut und freuten sich über im Europa-Vergleich unterdurchschnittliche Campingtarife.

Die deutschen Campingunternehmer sind gut aufgestellt – nach langen Jahren des Gerangels ist Ruhe im Bundesverband der deutschen Campingwirtschaft BVCD eingekehrt, es gibt einen handlungsfähigen Vorstand mit Visionen und eine handlungswillige Geschäftsführerin mit Erfahrung im Touris-tikgeschäft. Schöne, neue Campingverzeichnisse haben vor allem die östlichen Bundesländer entwickelt, sie machen wirklich Lust auf Camping. Dazu kommt ein immer besseres Homepage-Angebot im Internet, erschließbar durch zahlreiche regionale Internet-Campingführer oder solche für ganz Europa wie www.eurocampings.net. Apropos Campingführer: Der Kunde ist König, er kann zwischen den bewährten Produkten von ACSI, ADAC, CARAVANING, DCC, ECC ganz nach persönlichem Geschmack wählen. Die meisten davon sind bereits ab Januar/Februar in den Buchläden verfügbar. Erstmals kommt dort auch der Camping Cheque Europa Guide zum Verkauf. Spätestens mit diesem Schritt ist günstiges Nebensaison-Campen endgültig salonfähig geworden. Der demographischen Entwicklung folgend, ist es ohnehin überholt, strikt in Haupt- und Nebensaison zu trennen. Es hat sich stattdessen eine längere, entzerrte Saison der reiferen, paarweise reisenden Camper entwickelt und eine kürzere, kompakte für Familien mit Kindern. Nach sieben Jahren Vorarbeit von Camping Cheque, die Nebensaison zu beleben und zu entwickeln, haben das inzwischen auch andere erkannt. Auch hier versetzen also Wahlmöglichkeiten den Kunden in die Königsposition. Die Nebensaison-Sonderangebote sind nur ein Hinweis auf eine generelle Professionalisierung des Campingwesens.

Die Beweise liegen auch anderswo, etwa, wenn Campingunternehmer einen Landesverdienstorden bekommen wie SüdseeCamp-Gründer Gottfried Thiele oder den mit 10 000 Euro Marketinghilfe dotierten bayerischen Innovationspreis 2005 wie Bernd Müller vom Gitzenweiler Hof, beides Chefs von Leading Campingparks, also Vorbilder oder Neudeutsch Benchmarks. Die Professionalisierung zeigt sich an der bald flächendeckenden Ausbreitung der Initiative Ecocamping, die touristischen Erfolg und sanfte Entwicklung in Einklang bringt. Sie zeigt sich nicht zuletzt an „Camp Ground“, einer erstmals ausgerichteten Messe nur für Campingunternehmer. Sie wird im Herbst 2005 in Friedrichshafen stattfinden und Produkte und Service rund um den modernen Touristikplatz zeigen. Camping ist endgültig aus der Aschenputtel-Ecke des Tourismus herausgetreten. Selbstbewusst können Camper, vor kurzem noch als Arme-Leute-Urlauber belächelt, nun vom naturnahen Erlebnisurlaub erzählen. Und Campingunternehmer können selbstbewusst gegen die etablierten Verbände antreten und eine eigene, europaweite Camping-Card nach skandinavischem Vorbild erfinden und die Vormachtstellung der CCI brechen. Goldene Zeiten brechen also 2005 an – vorausgesetzt, das Wetter spielt auch mit.

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Datum

14. Januar 2005
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