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Pflegetipps für den Wohnwagen: Caravan einwintern

Einmotten: Wer nach der Urlaubssaison seinem Caravan Ruhe im Winterlager gönnt, sollte ihn zuvor gründlich hegen und pflegen.

Frisch geduscht und mit geputzten Zähnen schicken treu sorgende Eltern ihre Zöglinge zur Nachtruhe. Eine zärtliche Hand, die über die Stirn streichelt, fühlt ganz nebenbei, ob die leicht erhöhte Temperatur möglicherweise eine Erkältung ankündigt. Beim Nachtgebet erfahren aufmerksame Erwachsene das eine oder andere Wehwehchen.

Ganz ähnlich kümmert sich der besorgte Caravaner um seinen Wohnwagen. Er hegt ihn, er pflegt ihn und schafft bei der Gelegenheit manches Problem aus der Welt. Hier die wichtigsten Schritte beim Einmotten:

1. Caravan außen waschen. Die gründliche Außenwäsche ist nicht nur eine kosmetische Prozedur, sie bringt auch schadhafte Stellen ans Licht, die bisher unter dem Schmutz verborgen blieben. Unterboden, Dach und Radkästen nicht vergessen. Kunststoffteile und Acrylfenster mit Spezialreiniger behandeln. Wer möchte, kann die Blechteile mit Wachs konservieren. Dichtungen an Fenstern und Türen mit Talkum oder Gummipflegemittel auffrischen. Auch hier auf Acrylverträglichkeit achten.

2. Reifen und Räder entlasten. Reifen, die mehrere Monate auf derselben Stelle stehen, können Standschäden bekommen. Die einfachste Gegenmaßnahme: Wenn möglich den Caravan alle paar Wochen ein kurzes Stück bewegen und damit eine andere Stelle der Reifen belasten. Luftdruck kontrollieren und vor der Winterruhe aufs obere Limit erhöhen, es dürfen ruhig auch ein, zwei zehntel Bar mehr in den Pneus sein.
Die aufwendige, aber sichere Alternative ist Aufbocken. Der Caravan wird mittig angehoben und anschließend in der Nähe der Achse am Rahmen von Stützböcken getragen. Nicht die Standstützen zum Aufbocken verwenden. Es besteht die Gefahr, dass die Karosserie sich verwindet. Die Räder können am gelifteten Caravan bleiben oder abmontiert werden, um sie vor Diebstahl und UV-Strahlung zu schützen. Reifen bei dieser Gelegenheit auf Schäden überprüfen und die Profiltiefe messen.

3. Batterie versorgen. Wer im Caravan eine Bordbatterie betreibt, muss sich vor dem Winter darum kümmern, wenn er im Frühjahr nicht unter Stromausfall leiden möchte. Hohe Temperaturen schaden einer Batterie mehr als tiefe – sofern diese voll geladen ist. Deshalb kann ein gesunder Akku auch bei moderatem Frost im Freien überwintern. Zuvor sollte er mindestens zwölf Stunden lang an einem geeigneten und ausreichend dimensionierten Ladegerät hängen. Bei den Blei-Säure-Batterien kann die Säuredichte gemessen werden, um Aufschluss über den Erhaltungsgrad zu bekommen. Nach der Ladung muss die Batterie unbedingt abgeklemmt werden, um zu vermeiden, dass elektrische Ventile, LEDs oder andere Kleinverbraucher nicht klammheimlich Strom ziehen. Wer ganz sichergehen will, dass die Batterie gesund überwintert, der lädt sie auf, baut sie aus und lagert sie an einem kühlen, trockenen Ort im Haus.

4. Gasanlage stilllegen. Sicherheitshähne im Innenraum schließen. Gasflaschen zudrehen, Gasschläuche und Druckminderer abschrauben. Diese Teile im Haus lagern, da vor allem die Schläuche unter starkem Frost leiden können. Für Regler und Schläuche wird ein empfohlenes Höchstalter angegeben. Es dient der Sicherheit, wenn man sie rechtzeitig austauscht. Flüssiggas gefriert erst bei Temperaturen weit jenseits von minus 100 Grad Celsius. Unbeheizte Flaschenlagerung ist deshalb kein Problem. Ausreichende Belüftung des Gasflaschenkastens sicherstellen.

5. Die Heizung einmotten. Heizungskasten und Umgebung vom Staub befreien. Bei der S-Heizung von Truma Blechverkleidung abnehmen und das Gerät absaugen. Batterien des Piezozünders prüfen und gegebenenfalls austauschen. Kamin im Innenraum (Kleiderschrank) auf Schäden überprüfen. Kaminkappen für Heizung und Boiler anbringen, damit sich keine Insekten im Heizungssystem einnisten.

6. Kühlschrank lüften. Kühlschrank ausschalten und nach Bedienungsanleitung abtauen. Innenraum sehr gründlich mit kräftigem Haushaltsreiniger putzen. Mit klarem Wasser nachwaschen und anschließend trockenreiben. Nach der Prozedur Türen offen stehen lassen. Gefrierfach bei diesen Arbeiten nicht vergessen. Winterabdeckungen an den Lüftungsöffnungen anbringen, wenn mit Temperaturen unter acht Grad gerechnet werden muss. Dies gilt auch für das still- gelegte Gerät.

7. Wasseranlage stilllegen. Komplette Frischwasseranlage mechanisch und mit chemischen Mitteln reinigen. Tanks sind über die Weithalsöffnung zugänglich und können mit der Bürste geschrubbt werden. Kalkablagerungen rückt man mit Reinigern zu Leibe, die Zitronensäure enthalten. Schläuche und Armaturen mit Spezialreinigern aus dem Campingfachhandel mehrmals spülen. Gesamte Anlage zur Desinfektion mit Präparaten bearbeiten, die Silberionen enthalten. Gibt es im Fachhandel. Streng nach der jeweiligen Gebrauchsanweisung vorgehen. Anschließend alle Ventile öffnen und Anlage entleeren. Boiler nicht vergessen. Restwasser mit Pressluft ausblasen. Dazu Schläuche an den Duschköpfen und Mischbatterien abmontieren und in die Schlauchenden pusten. Kompressorluft kann Ölspuren enthalten, Pressluft aus Dosen ist sauberer. Im Abwassersystem ähnlich vorgehen. Hähne offen lassen. Toiletten haben häufig separaten Spülwassertank, der entleert werden muss.

8. Möbel putzen. Mit wenig Seifenlauge oder Schaumreiniger Schränke und Fächer außen und innen aus- und abreiben. Fußboden absaugen, gegebenenfalls Teppiche herausnehmen und an der Teppichstange ausklopfen. Boden feucht aufwischen. Küche und Toilettenraum gründlich wienern. Kleinere Reparaturen an Rollos, Vorhängen etc. erledigen. Sofern es die Unterbringung erlaubt, Fenster auf Durchlüftung stellen. Schrankklappen und Türen öffnen. Polster aufstellen. Steht der Caravan in einer trockenen, sauberen Halle, Dachhauben öffnen.

9. Polster pflegen. Sitzbänke abkehren, absaugen. Flecken mit entsprechenden Präparaten entfernen. Bei starker Verschmutzung abnehmbare Bezüge nach Anleitung in der Waschmaschine waschen. Wiederaufziehen ist etwas mühsam. Schadstellen ausbessern. Wenn möglich Polster und Matratzen im Freien auslüften.

10. Caravan checken. Gesamte Technik überprüfen und größere Reparaturen jetzt planen oder ausführen lassen. Termin der nächsten Hauptuntersuchung und der nächsten Gasprüfung berücksichtigen und frühzeitig einplanen. In manchen Werkstätten lassen sich Prüfungen und Reparaturen bei einem Termin verbinden. Eine Menge Arbeit, die vor dem Winter den Caravaner erwartet, die sich aber schon wegen des Werterhalts lohnt. Zudem hat es der Caravan mit seiner Treue verdient, dass ihm die Zärtlichkeiten zukommen.

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Datum

19. Januar 2006
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