Reparatur am Reisemobilfenster 13 Bilder Zoom

Caravan-Fenster reparieren und aufwerten: Klare Sicht statt trüber Blick

Wenn Scheiben stumpf werden oder Fenster kaputtgehen, ist entsprechender Ersatz gefragt. Wohnwagenfenster zu tauschen oder sicherer zu machen, ist meist einfacher, als man denkt. 

Scheiben aus Kunststoff, Rahmen oder Rollos – auch bei eigentlich langlebigen Wohnwagenfenstern geht mal was kaputt. Glücklicherweise sind viele Reparaturen einfach. Der Tausch einer vorgehängten Scheibe etwa ist in wenigen Minuten erledigt. Nicht nur bei Schäden, sondern auch aus ästhetischen Gründen man kann einen solchen Tausch in Erwägung ziehen: Wer mit der Optik seiner getönten Fenster nicht mehr zufrieden ist, weil sie weniger Licht ins Fahrzeug lassen, oder umgekehrt auf den coolen Look steht, kann das entsprechende Wunschfenster leicht selbst einsetzen. Ersatzscheiben gibt es einzeln im Zubehörhandel oder bei Polyplastic direkt. 

Auch bei den Rahmenfenstern etwa von Dometic-Seitz gibt es für alle alten Fenster adäquaten Ersatz, der in den ursprünglichen Ausschnitt passt. Praktisch: Die nicht mehr produzierten S3-Fenster können durch die Baureihen S4 und S5 ersetzt werden. Vor dem Fensterkauf müssen die genauen Maße ermittelt werden. Dabei ist es zweitrangig, ob die Scheibe oder das Rahmenaußenmaß genommen wird. Alle Angaben führen zum richtigen Fenster. 

Der Tausch der Scheibe ist ähnlich unkompliziert wie bei einem vorgehängten Fenster. Man löst die Aufsteller und schraubt dann die Befestigungsschiene ab. Fertig.
Kniffliger wird es, wenn auch der Rahmen getauscht werden muss. Achtung: Hier ist die Dichtigkeit betroffen, die für einen Caravan lebenswichtig ist. Wer weder Erfahrung noch handwerkliches Geschick hat, sollte aufwendige Eingriffe in den Aufbau dem Fachmann anvertrauen. Laienhaft durchgeführte Arbeiten gefährden außerdem auch Gewährleistung und Dichtigkeitsgarantie. 

Zuerst die Abdeckungen am Innenrahmen entfernen und die Schrauben herausdrehen. Jetzt kann man die Rollokassette abheben. Rahmen mit dem Fön anwärmen, um die alte Dichtmasse weich zu machen; sonst kann sich beim Abziehen das Karosserieblech verbiegen. Vor dem Einbau nochmals das Ausschnittmaß prüfen. Gegebenenfalls muss mit der Stichsäge nachgeschnitten werden, bis das Maß stimmt. 

Nun wird mit dem Außenrahmen probiert, ob alles passt. Anschließend Fensterrahmen wieder abnehmen und die darunter befindliche Nut mit dauerelastischer Dichtmasse füllen. Beim Einrichten des Rahmens arbeitet man am besten zu zweit, um die waagerechte Anordnung des Fensters genau zu treffen. Zum Schluss wird das Fenster im Ausschnitt platziert und der Innenrahmen dagegengeschraubt. 

Was die Einbruchssicherheit angeht, gehören die Fenster leider zu den Schwachstellen eines Caravans. Mit entsprechend bösem Willen lassen sie sich in kurzer Zeit aufhebeln. Zwar kann ein Rahmenfenster hier kleine Vorteile für sich verbuchen. Doch die rund um das Fenster platzierten Plastikriegel sind bei beiden Fenstertypen gleichermaßen fragil und oft unterdimensioniert. Einen wirklich starken Widerstand leisten Serienriegel selbst dann nicht, wenn – wie inzwischen häufiger – ein Arretierungsknopf vorhanden ist. Beim vorgehängten Fenster reicht es aus, wenn der Langfinger unter den Scheibenrand greift, kräftig daran zerrt und so die Riegel einfach abbricht. 

Riegel aus Metall wären eine sinnvolle Optimierung, doch die gibt es nur vereinzelt. Einige wenige Zubehörteile verbessern dennoch den Schutz der Fenster. Der Fachhandel und diverse Tüftler führen solche Teile im Angebot. Die Fenstersperre V3, die über den Handel und www.fenstersperre.de für 16 Euro bezogen werden kann, verhindert das unbefugte Drehen der Riegel von außen. 

Für vorgehängte und Rahmenfenster liefert der Hersteller Camping-Fenstersicherung ein Metallprofil, das von außen über den Scheibenrand geschoben und innen über den Wandausschnitt gestülpt wird. Ein gewaltsames Aufstemmen des Fensters wird so verhindert oder zumindest erschwert (www.camping-fenstersicherung.de). Ein ähnliches System hat sich die Firma Womo-Sicherheit für Rahmenfenster ausgedacht (www.wohnmobil-sicherheit.de) und bietet zusätzlich auch für Schiebefenster eine Klemmstange an. 

Rollo: Reparatur oder Tausch

Ein neues Rollo. Vor dem Kauf muss man das Fenster ausmessen. Auch der Fenstertyp (Rahmen oder vorgehängt) spielt eine Rolle. Die passende Jalousie liefert der Zubehörhandel fertig vormontiert. Altes Rollo demontieren. Neue Jalousie genau nach der Montageanleitung einbauen. Das Plissee auf Funktion prüfen und Jalousie festschrauben. 

Rollos reparieren. Einfache Aufziehrollos verlieren mit der Zeit ihre Spannkraft. Man kann sie aber nachspannen. Zum Ausbau die Welle im Innenrahmen nach vorn drücken und aus der Lagerung nehmen. Mit einer Spitzzange die Welle im Uhrzeigersinn drehen und nachspannen. Rollowelle wieder ins Lager setzen und Rahmen vor das Fenster schrauben.

Supertest: LMC Maestro 510 E

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Datum

4. September 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 8/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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