Ratgeber: Caravan-Heizung: Besser heizen

Wer nicht frieren will, kümmert sich um seine Caravan-Heizung. CARAVANING zeigt, wie es geht und was man wissen muss.

Die Heizung im Caravan ist ein wichtiges Frustschutzmittel beim Wintercamping. Damit der Schritt in die Kälte zum reinen Vergnügen wird, sollte sich der Camper mit den verschiedenen Heizungsanlagen vertraut machen. Die S-Heizungen (Truma) erwärmen die Luft in Caravans seit über 40 Jahren. Das „S“ steht für Schrankheizung, die Zahlen 2200, 3000 oder 5000 nennen die Heizleistung (1850, 3400 und 5500 Watt). Truma-Heizungen arbeiten mit Flüssiggas und einem geschlossenen Verbrennungskreislauf. Der Wärmetauscher temperiert ein Blechgehäuse, das schließlich die Strahlungshitze abgibt. Versionen mit Gebläse verteilen die Wärme auch über ein Rohrsys-tem im Caravan. Die zum Zünden notwendige Spannung kommt entweder von Mignon-Batterien, dem Bordnetz, oder sie entsteht mechanisch durch einen Piezo-Zünder. Die Bedienung der S-Heizung ist überschaubar. Nach dem Öffnen von Gasflasche und Gasabsperrventil muss beim Modell mit Piezo-Zündung der Thermostatschalter auf eine Heizstufe nach Wahl gestellt und gleichzeitig gedrückt und gehalten werden. Jetzt wird mehrere Male der Piezo-Zünder betätigt, bis die Pilotflamme im Sichtfenster der Heizung aufflammt. Den Thermostatschalter dann noch einige Sekunden gedrückt halten. Beim Loslassen springt die Hauptflamme an. Bei S-Heizungen mit elektrischem Zünder wird nur der Thermostatschalter gedrückt. Ein Klicken signalisiert den Zündvorgang, der abgeschlossen ist, sobald die Pilotflamme brennt. Nach einigen Sekunden den Thermostatschalter loslassen, und die Hauptflamme sollte anspringen. Viel Strom im Vergleich mit der S-Heizung benötigen die Trumatic C 3602 und 6002, die seit rund zehn Jahren gebaut werden. Diese Geräte produzieren nicht nur Wärme, sondern auch noch heißes Brauchwasser im integrierten Boiler. Hier wird ausschließlich mit einem Umluftsystem geheizt. Auf Grund dieser Bauart lässt sich die C-Heizung in jedem Staufach oder -kasten unterbringen. Die Bedienung der C-Heizung ist denkbar einfach. Das Kombi-Bedienelement hat einen Drehschalter, an dem die Betriebsart (Heizen und/oder Warmwasser in verschiedenen Kombinationen) eingestellt wird. Mittig liegt der Drehknopf, der für die Wunschtemperatur zuständig ist. Die Wartungsarbeiten bei den Luftheizungen beschränkt sich größtenteils auf die Reinhaltung der Ansaugbereiche von Staub, Flusen und Fusseln. Bei S-Heizungen mit Batteriezünder müssen jedoch von Zeit zu Zeit die Mignon-Batterien gewechselt werden. Gebläseheizungen haben den Nachteil, dass sie durch den Wärmetransport starke Luftbewegung im Caravan verursachen. Diese Tatsache wird bisweilen als unangenehm empfunden. Hausstaub-Allergiker trifft es besonders schwer, denn ihnen wird mit dem starken Luftstrom permanent der Niesreiz um die Nase gefächelt. Eine Alternative zur Luftheizung sind die mit Wasserkreislauf betriebenen Systeme des schwedischen Unternehmens Alde (Alde Comfort/ Compact). Die Heizquelle besteht aus einem Gas-Boiler und/oder einer Elektropatrone, die eine Flüssigkeitsmischung aus Wasser und Glykol erwärmt. Eine Pumpe bewegt das warme Glykolwasser durch die Konvektoren und Rohre im System. Im Vergleich mit den Luftheizungen läuft die Erwärmung des Caravans wesentlich langsamer ab, die Wärme an sich wird als sehr angenehm empfunden. Das Bedienfeld der Alde-Heizungen vereint nicht weniger als vier Schalter und Regler, passend dazu reserviert die Bedienungsanleitung über zwei Seiten für den richtigen Umgang mit einem Alde-Gerät. Die regelmäßigen Wartungsarbeiten beschränken sich auf die Entlüftung des Heizkreislaufes am höchstgelegenen Ventil oder am Heizgerät bei der Alde Compact. Gelegentlich sollte der Stand und das Mischungsverhältnis der Flüssigkeit im Wärmekreislauf kontrolliert und reguliert werden. Der Energiesparer mit einem Faible fürs ursprüngliche Caravaning setzt auf die Blechkiste. Der Praktiker freut sich über fließend heißes Wasser und warme Luft – rasch und zuverlässig gezapft aus dem Kombigerät Trumatic C. Wer gerade im Winter auf erstklassigen Komfort nicht verzichten möchte, kommt um die Warmwasserzentralheizung nicht herum. Eines ist sicher, auch bei klirrender Kälte findet jeder Camper das passende Frustschutzmittel.

Letzte Hilfe Heizungstuning

Wenn der Reisemobilfahrer beim Heizen alles richtig macht und es trotzdem nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, ist die Heizung meist nicht optimal installiert. Das Nachrüstprogramm von Truma bietet eine ganze Palette von Tuning-Teilen, die gezielt an Schwachstellen der Luftheizungen eingesetzt werden können. Diverse Gebläse beschleunigen zum Beispiel den Wärmestrom, oder spezielle Rohre samt Abzweig verbessern die Verteilung der Luft. Bei Warmwasserheizungen kann durch weitere Konvektoren oder durch Booster aufgerüstet werden. Letztere sind Heizkörper, bei denen Lüfter für beschleunigten Wärmetransport sorgen. Sollte dies alles nichts nützen, so ist es prinzipiell möglich, die Heizung gegen eine stärkere auszutauschen. Bei genügend Platz wechselt der Fachmann die Trumatic S 3002 gegen die stärkere S 5002 oder die C 3602 gegen die C 6002. Der Gewinn liegt in beiden Fällen bei rund 2 kW, der Preis bei 500 Euro und 1400 Euro (ohne Montage). Behilflich bei allen Tuning-Fragen sind die Kundendienstabteilungen von Truma (Telefon 0 89/4 61 70) und Alde (Telefon 0 97 23/9 11 60).

Zehn wichtige Regeln für die Behaglichkeit

1. Zu hause kontrollieren. Heizung vor Antritt der Reise warten und im Probelauf Funktionstüchtigkeit prüfen.

2. Vorausschauend heizen. Lange Aufheizzeit des Wohnwagens beachten und früh genug mit dem Heizen beginnen. Auch bei längerer Abwesenheit den Caravan nicht auskühlen lassen. Auf kleiner Flamme weiterheizen.

3. Luftzufuhr sichern. Wird die Verbrennungsluft unter dem Fahrzeugboden angesaugt, muss die Öffnung von Schmutz und Schneematsch freigehalten werden. Der Ansaugstutzen der Heizung darf im Fahrbetrieb nicht im Spritzbereich der Räder liegen.

4. Für guten Abzug sorgen. Dachkamin im Winter verlängern (im Zubehörhandel erhältlich). Der Caravaner braucht bei Schneefall das Dach nicht zu räumen, um die Heizung betreiben zu können. Seitenkamine auf Vereisung durch Kondens- oder Schmelzwasser kontrollieren.

5. Heizenergie sparen. Isomatten an den Fenstern und Dachhauben unterstützen die Heizwirkung. Ein Vorzelt dient als wirkungsvolle Kälteschleuse. Öffnungen für die Zwangsentlüftung am Fahrzeug dürfen nicht abgedichtet werden, sonst droht Erstickungs- oder Vergiftungsgefahr.

6. Gasversorgung sichern. Sorgen Sie für volle Propan-Flaschen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig, wo die nächste Füll- oder Tauschstelle zu finden ist. Automatische Zweiflaschenumschalter (Truma Duomatic) versorgen die Heizung mit Energie, auch wenn niemand an Bord ist. Bei tiefen Temperaturen kann der Regler an der Gasflasche einfrieren. Das kleine Heizelement Truma Eis-Ex sorgt dafür, dass das nicht passiert.

7. Mit Strom heizen. Vor dem Einsatz der Elektrozusatzheizungen muss geklärt sein, ob die Absicherung des Campingplatzes den Stromfressern standhält.

8. Caravan Richtig lüften. Gegen Schwitzwasserbildung hilft der Austausch feuchter Luft. Mehrmals täglich schocklüften (alle Fenster ganz geöffnet für wenige Minuten) statt dauerhaft lüften bei leicht offenem Fenster. Das Fahrzeug kühlt nicht aus, und frische Luft erwärmt sich schneller.

9. Finger Weg vom Herd. Auf keinen Fall die Flammen des Kochers oder den Gasbackofen als Zusatzheizung verwenden. Aufgrund des hohen Sauerstoffverbrauchs besteht akute Erstickungsgefahr.

10. Heizung nicht zweckentfremden. Der Warmluftaustritt an den Ausströmern oder der Blechverkleidung darf nicht behindert werden. Niemals Kleider an diesen Stellen oder davor zum Trocknen aufhängen. Dies reduziert nicht nur die Heizleistung, sondern kann zu Schädigung der Heizung führen und birgt Brandgefahr!

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