Reise-Tipp: Lothringen, , See 14 Bilder Zoom

Caravan-Tour nach Lothringen: Fünf gute Gründe für Lothringen

Malerische Hügel, hohe Gipfel, zauberhafte Gärten und tiefblaue Seen: Lothringen ist ein Naturparadies, das gerade in der Herbstzeit, wenn die Blätter sich verfärben, zu einer erholsamen Tour mit dem Caravan einlädt. Und das reiche Kulturerbe darf man sowieso genießen.

1. Die herbstbunten Wanderregionen

Wenn ab Oktober sich der Nebel in den Niederungen Lothringens ausbreitet, dann beginnt in den Regionen darüber, wie etwa in den Hochvogesen, die schönste Zeit mit oft überragender Fernsicht: Für viele Caravaner ein guter Grund, die Wanderstiefel zu schnüren. Jetzt dominieren die Farben Gelb, Rot und Blau in allen Schattierungen; mit etwas Glück lassen sich Gämsen und Auerhühner erspähen. Eine der beliebtesten Strecken führt über Hochweiden zum Hohneck, der mit 1362 Metern höchsten Erhebung des Vogesenkamms. Vom Gipfel schweift der Blick weit über den Oberrheingraben.

Reizende Ausblicke bieten ebenso die mittleren Lagen, wie etwa die Gegend rund um den Ort Dabo mit seiner markanten Bergkapelle. Ein wundervoller Wanderweg passiert dort den Falkenfelsen. Sein Ziel: Die berühmten Felsenwohnungen, die einst einem Eremiten Unterschlupf boten – aber auch zwielichtigen Gesellen wie Wilderern und Räubern.

2. Die alten und neuen Kunststätten

Metz, die wichtige Metropole im Norden von Lothringen, ist eine Stadt ausgeprägter Kontraste: Sie wirkt jung und alt, sehr modern und manchmal ein wenig in die Jahre gekommen. Beispiele? Zum einen das luftig-leicht gestaltete Kunstmuseum "Centre Pompidou", zum anderen der massive Bahnhof nebenan: dieser nicht weniger beeindruckende Bau aus Kaiser Wilhelms Zeiten, als Lothringen deutsch war. Die geflochtenen Bambushüte der Reisbauern sollen den japanischen Architekten Shigeru Ban zur anmutig geschwungenen Dachkonstruktion des Centre Pompidou inspiriert haben. Die Ausstellungsgalerien zeigen Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa, darunter Arbeiten von Picasso, Duchamp und Gursky – außerdem zu sehen: Plastiken, Installationen und vieles mehr. www.centrepompidou-metz.fr

Meister wie Chagall verhalfen der Kathedrale Saint-Étienne in Metz zu ihrem Beinamen "Laterne Gottes"; dieser beschreibt die weltweit größte Fläche an bemalten Kirchenfenstern. Ebenso einzigartig: Fassaden und Figuren aus gelbgold leuchtendem Jaumont-Sandstein. Ein weiterer Glanzpunkt städtebaulicher Kunst in Lothringen ist der "Place Stanilas" in Nancy. Schmiedeeiserne Gitter, mit Ornamenten verziert, säumen den Platz, der ein Werk von vollendeter Harmonie darstellt. Er zählt seit 1983 zum Weltkulturerbe.

3. Die bezaubernden Gärten

Ein freundlicher Ort, sich zu entspannen, sind die "Jardins de Callunes" in Ban-de-Sapt, einer kleinen Gemeinde bei der Stadt Saint-Dié-des-Vosges. Der Name des Landschaftsparks leitet sich von der botanischen Bezeichnung „Calluna vulgaris“ (gewöhnliche Besenheide) ab. Das Areal umfasst etwa 250 Heidearten zwischen blumengesäumten Steinpfaden und Ahornbäumen, die für ihre farbintensive Blattfärbung bekannt sind. Geöffnet täglich von April bis September und an den Oktober-Wochenenden. www.jardins-callunes.com

Ständig wechselnde, überraschende Momente bietet der Garten der Bliesmühle, einer ehemaligen Fayence-Manufaktur. Er ist das Werk des Landschaftsarchitekten Philippe Niez, dem es gelungen ist, mit Fayence-Farben eine Verbindung zwischen der Fabrikruine und der Natur zu schaffen. Besonders sehenswert: der Küchengarten des Direktors und der Mühlsteingarten. Täglich geöffnet vom 1. April bis 31. Oktober, außer montags. www.sarreguemines-museum.com

4. Die glitzernden, tiefblauen Seen

Während der Eiszeit sind sie entstanden, die drei Seen von Gérardmer, Longemer und Retournemer im "Vallée des Lacs". Dieses tiefe Tal wurde gegraben, als der Gletscher, der einst das Hohneck-Massiv bedeckte, langsam hinabrutschte. Er schob Gestein und Geröll vor sich her und schuf auf diese Weise natürliche Staudämme, die das Wasser sammelten – was letztendlich zur Seenbildung führte. Die vielen Wasserfälle sind ebenfalls Spuren, die der Gletscher hinterlassen hat.

Der tiefblaue See von Gérardmer ist mit gut zwei Kilometer Länge und einer maximalen Breite von 750 Meter der größte in den Vogesen. Gewässer und Ort zogen schon früh die Gäste an: 1852 erschien ein erster Reiseführer der Gegend, worin der Autor eine ansehnliche Zahl von Fremden hervorhob. 23 Jahre später wurde das "Comité des Promenades" gegründet, ein Vorläufer der Verkehrsbüros in Frankreich.

Das Gewässer lädt nicht nur zum Baden ein, sondern es bietet auch viele Wassersportmöglichkeiten – darunter Segeln, Windsurfen und Tauchen. Beliebt sind zudem Fahrten mit einem Elektro- oder Tretboot. Das Gleiche gilt für den geheimnisvoll schimmernden Lac Longemer. Am Lac Retournemer, der am Talende liegt und den man den Unberührten nennt, sind dagegen nur Spaziergänge erlaubt.

5. Das traditionsreiche Handwerk

Die alte Bliesmühle in Sarreguemines (Saargemünd), die zur Herstellung von Steingut genutzt wurde, beherbergt heute das Museum für Fayence-Technik. Es veranschaulicht die Bearbeitungsschritte in der Keramikkunst im 19. und 20. Jahrhundert, das heißt: das Formen der Rohmasse, der erste Brand, die Verzierung und schließlich der zweite Brand.

Sehr stolz auf ihre lange Firmengeschichte sind die Leitung und die Mitarbeiter in der Kristallglasfabrik in Saint-Louis-lès-Bitche: Die Produktion begann 1767; sie umfasst sowohl Gebrauchsgegenstände als auch reine Dekoartikel. Neben der großartigen Sammlung auf vier Stockwerken wird den Besuchern die aktuelle Produktion vorgeführt. www.saint-louis.com

Der besondere Tipp

Stattliche Hirsche und rund 100 weitere Tiergattungen beheimatet der Tierpark Sainte-Croix in Rhodes auf einer 120 Hektar großen Fläche. www.parcsaintecroix.com



Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

22. September 2014
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