Durchführungen am Kupplungsträger 8 Bilder Zoom

CARAVANING Praxis-Tipps: Wie wichtig ist das Abreißseil im Caravan?

Das Abreißseil wirkt vielleicht wie ein nettes Detail, doch es hat eine lebenswichtige Aufgabe: Springt der Caravan vom Kugelkopf, zieht es die Anhängerbremse. Dafür muss es unbedingt korrekt verlegt sein.

Es scheint einfach zu sein, das Abreißseil an der Anhängekupplung zu fixieren. Aber: Ein Fehler oder eine Unachtsamkeit kann lebensgefährlich werden. Denn das Seil zieht die Anhängerbremse, falls der Caravan von der Kupplungskugel springt oder sich ein abnehmbarer Kugelhals sogar aus seiner Aufnahme löst, wofür laut Robert Paulus vom ADAC tatsächlich "immer ein Restrisiko besteht".

Das Abreißseil als Rettungssystem

Drei Dinge müssen erfüllt sein, damit das Rettungssystem zuverlässig funktioniert: Erstens muss das Seil an der Befestigung am Bremshebel tatsächlich abreißen können, zweitens muss es bei abnehmbaren Anhängevorrichtungen an einem fest mit dem Auto verbundenen Bauteil befestigt sein und drittens muss es durch die Führung an der Unterseite der Deichsel laufen. Das kann eine kleine Öse oder eine Aussparung im Abstützbügel sein. Die Führung sorgt dafür, dass die Leine auf dem letzten Stück bis zum Handbremshebel gerade verläuft und nicht verklemmt. "Falls dies nicht eingehalten wird, wirkt nicht mehr die gesamte Kraft direkt auf den Bremshebel und das Seil könnte reißen, bevor die Bremse komplett angezogen ist", sagt Entwickler Rudolf Gross vom Chassishersteller Alko.

Wichtig ist also die Befestigung des Seils am Fahrzeug. Außer in den Niederlanden gibt es aber nirgends klare Gesetze, wie es zu tun ist. Deshalb darf die Leine im restlichen Europa um den Kugelhals geschlungen werden – sogar bei abnehmbaren Kupplungen.

Kann man das Caravan-Abreißseil um den Kugelhals schlingen?

Doch von dieser Methode raten Experten von Alko und ADAC ab. Sie empfehlen stattdessen, den Federhaken des Abreißseils durch Ösen oder Langlöcher am fest mit dem Auto verschraubten Träger der abnehmbaren Anhängevorrichtung zu stecken, und das Seil erst danach um den Kugelkopf zu führen und wieder eine Schlinge zu bilden – also genau so, wie es in den Niederlanden Vorschrift ist. Dort muss das Seil durch einen festen Haltepunkt am Fahrzeug oder einen Klemmbügel an der Zugvorrichtung geführt werden. Sonst drohen auch deutschen Gespannfahrern Bußgelder.

Zwei Gründe sprechen für die Holland-Methode: Zum einen verteilt sich die Zugkraft am Auto auf zwei Punkte, wenn sich der Caravan doch einmal selbständig macht. Außerdem sitzt die Leine auch noch fest am Zugfahrzeug, wenn die Schlinge doch vom Kugelkopf rutscht.

Sind die Ösen zum Durchfädeln von Seil und Haken zu eng, helfen dicke, am Kupplungsträger befestigte Schäkel. Durch diese lässt sich das Abreißseil dann problemlos führen. Allerdings muss der Schäkel eine Kraft von mindestens 7500 Newton aushalten.

CARAVANING-Tipp zum Abreißseil

Übrigens: Der originale Federhaken darf nicht direkt in eine Öse oder ein Loch geklinkt werden, sondern muss als Schlinge ins Seil einhaken. Nur so erfüllt er die 7500-Newton-Norm. Erlaubt ist das direkte Einklinken nur, wenn ein Abreißseil mit sogenanntem Feuerwehrkarabiner anstelle des Originalhakens nachgerüstet wird. Wenn dieser nach DIN 5299 zertifiziert ist, hält er die Kraft aus, die bei einem Einsatz des Bremsseils auftritt.

Autor

Foto

Regenscheit, Wagner, Büchner

Datum

30. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 06/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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