Silvaplanersee 18 Bilder Zoom

Grand Tour of Switzerland: Die ganz große Runde

22 Seen, elf Welterbestätten, fünf Alpenpässe und vieles mehr: Die Neue Grand Tour of Switzerland führt auf rund 1.600 Kilometern zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Ob sie es wirklich wieder sagen? Wir sind gespannt und freuen uns schon mal. Und tatsächlich: "Gruezi mitenand!" Zwei Tage sind wir jetzt in der Schweiz unterwegs – und jedes Mal werden wir so freundlich begrüßt. War das eigentlich schon immer so, oder liegt es vielleicht daran, dass jetzt, da der starke Franken die Schweiz für viele Urlauber unerschwinglich macht, nicht nur die Deutschen, sondern auch alle anderen Euro-Europäer ausbleiben? In diesem Fall ist es die nette Bedienung im "Restaurant 21" beim Camping "Gravatscha" in Samedan bei St. Moritz, die uns so begrüßt – und es wirkt echt und herzlich.

Der Campingplatz ist eine unserer Ausgangsstationen für unsere Erkundungstouren – ruhig am Waldrand gelegen, schöne moderne Sanitäranlagen. Das zugehörige Restaurant ist sehr schick und ganz neu. Tagesempfehlungen des Kochs heute: gebratene Steinpilze mit Polenta und Hirschbratwurst mit Rösti. Beides ein Hit und die Preise erträglich. Das tut gut, nach der Anreise über den Flüelenpass. Rauf und runter, aber gut zu machen mit dem Gespann, gefühlte 2000 Kurven. Atemberaubende Aussichten, nach jeder Kurve eine neue. Ob Autofahrer auch wahrnehmen, wie viele Parkbuchten es unterwegs gibt, in die auch ein Gespann bequem passt, für eine Ausguckpause? Damit auch der Fahrer die Berge und die weiten Lärchenwälder, die schneebemützten Bergspitzen und glasklaren Gebirgsbäche in aller Ruhe genießen kann.

Wir sind unterwegs auf der neuen Grand Tour of Switzerland, einer mehr als 1600 Kilometer langen Route durch die Schweiz, die 44 Sehenswürdigkeiten verbindet. Sie führt durch alle 13 touristischen Regionen, durch die vier Sprachräume, über fünf Alpenpässe, zu elf Unesco-Welterbestätten, zwei Biosphärenreservaten, und sie streift 22 Seen.

Die Tour verbindet also fast alles, was in der Schweiz schön und wichtig ist. Die Traumroute durchs Land geht über Pässe und durch Tunnel – ausgedacht ist sie aber eigentlich für Autos und Motorräder. Mit dem Reisemobil und Caravangespann gibt es Einschränkungen.

Wir haben uns den Teil in der Ostschweiz und Graubünden vorgenommen. Erster Stopp: St. Gallen mit dem Weltkulturerbe-Stift. Vom Campingplatz Seehorn am Bodensee fahren wir mit den Fahrrädern bequem ins Zentrum, 18 Kilometer sind es. Dort ist auch noch Markt, und wir können den Kühlschrank füllen mit frischen Steinpilzen, Trauben und Äpfeln. Der Stiftsbezirk ist beeindruckend, ganz besonders der weltberühmte Barocksaal der Stiftsbibliothek. Dort lagern 170 000 Handschriften, Frühdrucke und Bücher von unermesslichem Wert. Bevor man zu andächtig wird, stört eine Putzfrau die Stille, die ihre Leiter durch die Gegend schleift. Zweite Station ist Appenzell. Altstadt mit bunt bemalten Häusern, einer adretten Hauptgasse und einem hübschen Rathaus. Die Schweizer sind tatsächlich so entspannt, dass alle, ohne zu meckern, um unser Gespann herumfahren, als wir kurz auf dem Landsgemeindeplatz mitten im Ort anhalten, um die Szenerie mit der alten Gerichtslinde und den bunten Häusern in der blauen Stunde zu bestaunen.

"Bächli" heißt der Campingplatz bei Unterwasser. Bevor wir dort den Abend beschließen, setzen wir uns im Hotel-Restaurant Post an den gedeckten Tisch und genießen Kalbsleberli mit Rösti. Den Kaffee gibt’s später aber doch im Caravan. Heute dann über Bad Ragaz und Davos bis hierher, kurz vor St. Moritz.

Morgen werden wir zuerst auf den Muottas Muraggl wandern, den sensationellen Aussichtsberg, von dem aus man den schönsten Blick auf die Engadiner Seenplatte und St. Moritz hat. Wie soll’s dann weitergehen? Die Grand Tour führt nach Bellinzona, Locarno, Ascona, Lugano – oder doch lieber gleich nach Zermatt, Montreux, Lausanne und Genf? Eigentlich egal – da klingt doch jede Station wie ein Versprechen, oder?

Infos zur Tour durch die Schweiz

Linksherum oder rechtsherum? Natürlich können Sie die Rundtour fahren, wie Sie wollen – empfohlen wird aber, im Uhrzeigersinn zu starten. In einigen Städten führt der Streckenverlauf durch Einbahnstraßen, auch die offizielle Beschilderung der Grand Tour folgt dem Uhrzeigersinn. Planung tut not, denn die Tour ist – was die Auswahl der Straßen, Tunnel und Pässe angeht – grundsätzlich für Autos und Motorräder ausgelegt. Größere Fahrzeuge müssen daher teils mit Einschränkungen rechnen, etwa bei Durchfahrtshöhe oder Straßenbreite. Welche Stellen das sind und wie sie geschickt umfahren werden können, verrät ein PDF zum Downloaden in diesem CRAVANING Artikel. Die betroffenen Abschnitte werden anschaulich – inklusive Karte und Alternativrouten – dargestellt:
www.caravaning.de/grand-tour-of-switzerland

Foto

Joachim Negwer, Switzerland Tourism/Nico Schaerer (2)

Datum

4. September 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 08/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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