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Einbau Klimaanlage: Projekt Hitzefrei

Schwitzen im Caravan gehört mit der Dachklimaanlage Aventa Comfort von Truma der Vergangenheit an. So funktioniert der Einbau der Klimaanlage.

Fehlt nur noch der Aufguss. Ansonsten ist im Hochsommer der Unterschied zwischen einem Caravan und einer Sauna mitunter gering. Schon wenige Stunden in der Sonne lassen die Temperatur im Innenraum auf ein unerträgliches Maß steigen. Wohl dem, der im Schatten geparkt hat.

Doch das klappt nicht immer, und Lüften allein bringt häufig nur wenig Linderung. Vor allem schwüle Luft macht vielen Reisenden zu schaffen. Mitteleuropäer empfinden bereits eine Temperatur von 26 Grad Celsius bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent als unangenehm.

Abhilfe schaffen Klimaanlagen. Am effektivsten arbeiten Kompressor-Kühlsysteme. Anders als Verdunstergeräte entziehen sie der Luft auch Feuchtigkeit. Zum Nachrüsten eignen sich vor allem Dachklimaanlagen. Eine Klimaanalge dieser Machart ist leichter zu montieren als ein Stauraumgerät und daher insgesamt günstiger.

Neben Dometic und Telair mischt seit Frühjahr Truma bei Dachklimaanlagen mit. Die neue Aventa Comfort besteht  wie die Konkurrenzprodukte – vereinfacht dargestellt – aus Kompressor, Kondensor und Verdampfer. Verbunden werden diese drei Komponenten der Klimaanlage durch einen geschlossenen Kreislauf, in dem Kühlmittel zirkuliert.

Truma empfiehlt die Aventa für Fahrzeuge bis 6,5 Meter Aufbaulänge und gibt eine Kühlleistung von 2,4 Kilowatt an. Dank einer zusätzlich eingebauten Wärmepumpe mit 1,7 Kilowatt Leistung dient sie in der Übergangszeit zugleich als Zusatzheizung.

Zum Preis von 1759 Euro für die Klimaanlage kommen 216 Euro für den Luftverteiler im Innenraum hinzu. Ihn gibt es in Beige und Grau sowie mit dimmbarer LED-Beleuchtung. Der Clou sind die manuellen Verstellmöglichkeiten, mit denen man den Luftstrom in fast jede Ecke des Caravans lenken kann. CARAVANING hat den Einbau der Dachklimaanlage ausprobiert.

Los geht’s mit der richtigen Position auf dem Dach. Sie richtet sich zum einen nach dem Grundriss, zum anderen nach etwaigen Vorgaben des Caravanherstellers. Zu beachten ist bei der insgesamt 35 Kilo schweren Aventa, dass jeweils etwa 20 Zentimeter um den Dachkorpus herum frei bleiben, damit die Klimaanlage ungehindert Luft ansaugen und ausstoßen kann.

Am einfachsten baut man die Klimaanlage in den Ausschnitt einer Dachluke ein. Das Standardmaß beträgt 400 auf 400 Millimeter – bei älteren Caravans mitunter etwas mehr. Dadurch verringert sich zwar der Tageslichteinfall im Caravan, man erspart sich aber das Ausschneiden des Dachs und die aufwendige Montage eines Hilfsrahmens für die Klimaanlage, um die Stabilität zu erhalten.

Wichtig: Das Dach nach Demontage der Luke rund um den Ausschnitt gründlich reinigen. Mögliche Reste von Dichtmittel entfernt man am besten mit Spachtel und Bremsenreiniger.

Bevor man die Klimaanlage auf dem Dach befestigt, sollte man sich um den Stromanschluss kümmern. Kühlsysteme mit  elektrisch betriebenem Kompressor benötigen relativ viel Energie und lassen sich nur am 230-Volt-Netz betreiben oder bei vorhandenem Bordakku und Inverter auch mit 12 Volt.

Beim Testfahrzeug ist mit einer kurzen Bohrung ein Kabelkanal erreicht, der in einen Hängeschrank führt. Unter dem Zwischenboden liegt ein 230-Volt-Anschluss für das Stromkabel (3 x 1,5 Millimeter Querschnitt). Optimal wäre ein Anschluss direkt im Sicherungskasten.

Für die Elektrikarbeiten wie für den Einbau der Klimaanlage gilt: Ein versierter Heimwerker bekommt beides hin. Die sichere Nummer, auch mit Blick auf die Dichtigkeitsgarantie, ist der Gang zum Spezialisten. Er benötigt etwa 2 Stunden und verlangt rund 130 Euro.

Weiter mit der Befestigung: Den Halt der Klimaanlage auf dem Caravandach besorgen zwei Befestigungswinkel. Die 4 Schrauben werden mit einem Drehmoment von rund 2 Newtonmeter angezogen.

Die Klimaanlage Aventa eignet sich für Dachstärken zwischen 25 und 110 Millimeter. Ein Adapter gleicht die Differenz aus. Jetzt noch die Stromverbindung zwischen Luftverteiler und Dachanlage herstellen, Schrauben anziehen und die Luftfilter montieren – fertig. Die Einstellungen erfolgen per Fernbedienung.

Mit drei Gebläsestufen und einer speziellen Schlaffunktion – sie reduziert die Betriebsgeräusche der Klimaanlage – kühlt sie maximal bis auf 16 Grad Celsius herunter. Von wegen Sauna.

EXTRA: DICHTRAHMEN

Nicht immer halten vorhandene Dachlukenausschnitte das Standardmaß (400 auf 400 Millimeter) ein. Vor allem bei älteren Caravans können sie  schon mal größer ausfallen – oder in den Ecken sind zusätzliche Aussparungen und Bohrlöcher vorhanden. Für solche Fälle hat Truma für die Klimaanlage Aventa Comfort einen speziellen Rahmen entwickelt. Er soll Dichtigkeit bis zu einem Maß von 460 mal 460 Millimeter garantieren und ist unabhängig von der Dachstärke. Nach Montage des Rahmens wird die Aventa eingesetzt und verschraubt. Kostenpunkt des Zubehörs: rund 30 Euro.

Autor

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

2. August 2011
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