Fahrrad spezial: E-Bike-Basiswissen 6 Bilder Zoom

E-Bike-Grundwissen: Neue Leichtigkeit

Radeln mit Rückenwind heißt die Devise für E-Bike-Fahrer. Die motorunterstützten Fahrräder erfreuen sich auch bei Caravanern immer größerer Beliebtheit – CARAVANING vermittelt Grundwissen.

Mit einem E-Bike rücken Fahrrad-Reviere in greifbare Nähe, die vorher Sportlern vorbehalten waren. Daher sind Pedelecs (Pedal Electric Cycles), landläufig E-Bikes genannt, als Urlaubsbegleiter auf dem Vormarsch. Lesen Sie alles Wissenswerte.

Welche E-Bike-Typen gibt es?

Bei Pedelecs herrscht ähnliche große Vielfalt wie bei den normalen Fahrrädern. Mittlerweile gibt es sogar vollgefederte Mountainbikes, Rennräder und Transporträder. Die offensichtlichsten Unterscheidungsmerkmale bei den E-Bikes sind, neben optischen Aspekten, Leistung und Einbauposition des Motors, die Zuladung und der Fahrkomfort. S-Pedelecs bilden eine Untergruppe: Bei ihnen unterstützt der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Im Gegensatz zu den normalen Pedelecs, die bis 25 km/h elektrischen Rückenwind geben, erfordern S-Pedelecs den Führerschein der Klasse M, ein Versicherungskennzeichen, Rückspiegel und Helm.

Welches E-Bike passt zu mir?

Wichtigste Frage: Welche Anforderungen muss es erfüllen? Wenn Ihnen gefühlte Sicherheit wichtig ist, achten Sie auf einen tiefen Einstieg. Sie wollen ab und zu den Asphalt verlassen? Dann sollten breite Reifen und/oder Federung auf der Liste stehen. Bergbezwinger wählen den stärksten verfügbaren Motor, Langstreckenradler den größten Akku. Wer minimalen Wartungsaufwand will, kauft ein ungefedertes Modell. Steht wenig Transportraum zur Verfügung, sind kompakte Falt-Pedelecs einen Blick wert. Wer einen Kinder-Anhänger ziehen will, darf kein S-Pedelec fahren. Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Eine hervorragende Möglichkeit sind Miet-E-Bikes. Die gibt es sogar auf einigen Campingplätzen. Unter www.movelo.de können Sie gezielt danach suchen.

Welche Motoren sind gebräuchlich?

Drei Arten werden bei Pedelecs verwendet: Nabenmotoren in Vorder- und Hinterrad sowie  Mittelmotoren. Sie sind das häufigste Antriebsprinzip bei E-Bikes: Durch die Platzierung im Tretlagerbereich liegt der Schwerpunkt tief, was die Fahrsicherheit erhöht. Nachteil: Vorn kann nur ein Kettenblatt montiert werden, was die Anzahl der Gänge einschränkt. Und: Die Zusatzpower lässt die Kette schneller verschleißen. Frontmotoren zählen zu den günstigsten Systemen. Vorteil: Sie sind mit allen Schaltungsarten kompatibel. Nachteil: die schlechte Traktion auf losem Untergrund. Wie Frontmotoren erfordern auch Heck-Nabenmotoren keinen besonderen E-Bike-Rahmen und kommen deshalb häufig an sportlichen Rädern und E-Mountainbikes vor. Sie schonen den Antriebsstrang, erhöhen aber die ungefederten Massen, was vor allem bei vollgefederten Bikes von Nachteil ist.

Was für Gangschaltungen gibt es?

Bei Pedelecs sind alle Schaltungsvarianten vertreten: Nabenschaltungen mit acht, elf und vierzehn Gängen, Kettenschaltungen mit bis zu zehn Ritzeln hinten und stufenlose Nabenschaltungen. Sogar elektronische Automatikgetriebe für gleichbleibende Trittfrequenzen sind erhältlich.

Was muss man über den Akku wissen?

Die im Akku gespeicherte Energie wird in Wattstunden angegeben und ist ausschlaggebend für die Reichweite des Pedelecs. Akkus gibt es in verschiedenen Formen, Gewichten und Kapazitäten. Sie sind mit die teuersten Teile eines Pedelecs, Ersatz kostet zwischen 500 und 1.000 Euro. Der Akku muss regelmäßig aufgeladen werden. Die Ladedauer bezeichnet die Zeit, die die Batterie braucht, um vollständig aufzuladen. Das Ladegerät gehört zum Lieferumfang. Für lange Lebensdauer sollte man Akkus bei Temperaturen zwischen zehn und 20 Grad Celsius laden. Der Ladezyklus bezeichnet das Entladen und Laden des Akkus, man geht dabei von einer Vollladung aus. Gibt beispielsweise ein Hersteller einen Ladezyklus von 500 an, bedeutet das, dass der Akku 500 mal zu 100 Prozent aufgeladen werden kann. Genauso wichtig ist die Position des Akkus. Je tiefer und zentraler er am Rad angebracht ist, desto besser ist das fürs Fahrverhalten.

Welche Rolle spielt das Gewicht des E-Bikes?

E-Bikes sind schwerer als normale Fahrräder. Im Schnitt wiegen sie 20 bis 30 Kilo – nur sehr wenige Modelle bleiben unter 20 Kilo. Muss man das Rad öfter in den Keller oder in die Wohnung tragen, sollte man besonders auf das Radgewicht achten. Je mehr ein Pedelec wiegt, umso beschwerlicher ist es auch, es ohne Antriebsunterstützung zu fahren. Durch das höhere Gewicht brauchen Pedelecs beim Transport geeignete Radträger. Mehr dazu auf Seite 37. Wichtig zu wissen: Der Begriff "zulässiges Gesamtgewicht" umfasst das Gewicht des Fahrers, des Fahrrades inklusive aller technischer Komponenten und des Gepäcks. Oft nennen Hersteller aber auch die maximale Zuladung des Rades.

Wie groß ist die Reichweite eines E-Bikes?

Die Reichweite hängt ab vom Gewicht des Fahrers, dem Gelände, den Windverhältnissen und der eigenen Fahrleistung. Herstellerangaben sind mit Vorsicht zu genießen, da hier in den meisten Fällen von Idealbedingungen ausgegangen wird. Mit einem modernen Akku mit einer angenommenen Kapazität von 300 Wattstunden schafft man in der höchsten Unterstützungsstufe sicher 20 bis 30 Kilometer. Dieser Wert lässt sich natürlich steigern, indem man zum Beispiel nicht immer mit der höchsten Unterstützung fährt. Tests aktueller Modelle in der Fachzeitschrift ElektroBike (www.elektrobike-online.de) haben Maximalreichweiten von bis zu 80 Kilometern ergeben.

Was muss man für ein E-Bike investieren?

Ab etwa 1.700 Euro gibt es bereits qualitativ hochwertige Pedelecs. S-Pedelecs sind deutlich teurer, hier muss man mit 3.000 Euro und mehr rechnen. Der im Vergleich zu normalen Fahrrädern hohe Preis ist einerseits mit den Zusatzkomponenten wie Akku, Motor etc. zu erklären wie auch mit dem Einsatz von hochwertigen und teuren Materialien, die den höheren Geschwindigkeiten und Gewichten gewachsen sein müssen.

Was ist der Unterstützungsfaktor?

Der Unterstützungsfaktor gibt das Verhältnis an, in dem der Motor beim Pedalieren mit zusätzlicher Kraft unterstützt. Angenommen Sie treten mit 100 Watt in die Pedale und der Faktor lautet zum Beispiel drei, dann bedeutet das, dass der Motor noch einmal zusätzlich 300 Watt dazusteuert. Die stärksten Motoren haben mittlerweile 500 Watt.

Report: Service-Hotlines

Autor

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Hersteller, Pressedienst Fahrrad, ADFC/Jens Lehmkühler

Datum

22. April 2014
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