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Finanzierung: Durch die Bank

Den Kauf eines Caravans zu finanzieren, ist heutzutage kein Problem. Doch wie funktioniert eine Finanzierung in diesem speziellen Fall? Oder sollten Käufer sparen und bar zahlen? Vielleicht sogar leasen?

Nur Bares ist Wahres. Stimmt nicht ganz. Beim Caravankauf ist Bargeld nur eine Option. Das Fahrzeug zu finanzieren die andere. Leasing spielt dagegen so gut wie keine Rolle und ist allenfalls für Geschäftsleute oder Selbstständige interessant, die  anfallende Fahrzeugkosten wegen gewerblicher Nutzung steuerlich absetzen können. Nachteil: Leasing läuft nicht auf das Eigentum am Fahrzeug hinaus.

Dagegen spricht für eine Finanzierung, dass sie den Traum vom Caravan schneller erfüllt. Das gilt auch für die Variante der vermeintlichen Barzahlung: Man leiht sich Geld bei der Hausbank und zahlt bar.

Dabei muss eine Finanzierung – die zu erwartenden Inflationsraten eingerechnet – nicht viel teurer sein als das zeitaufwendige Ansparen des Kaufbetrags. Was sonst zu beachten ist, klärt CARAVANING.

Wer bietet Caravan-Finanzierungen an?

Aus Sicht des Käufers gibt es zwei Anbieter: den Caravanhändler und die Hausbank. Die Händler arbeiten entweder direkt mit Banken zusammen, die sich auf die Finanzierung von Freizeitfahrzeugen spezialisiert haben. Oder sie nutzen die Finanzierungsprogramme der Hersteller. Dahinter stehen ebenfalls die Spezialinstitute.

Zu ihnen zählen im Wesentlichen die Auto Europa Bank, die Santander Consumer Bank und die frühere Deutsche Leasing, heutige S-Finanzpartner. Ihre Angebote richten die Banken nicht an die Caravankäufer, sondern an die Händler, die sie ihren Kunden unterbreiten.

Welche Möglichkeiten bieten die Händler?

Für eine Finanzierung steht an erster Stelle der klassische Ratenkredit. Aufgrund einer langen Laufzeit von bis zu zehn Jahren bietet er moderate gleichbleibende Monatsraten. Eine lange Laufzeit ist bei Freizeitfahrzeugen unkritisch. Sie werden oft weniger intensiv genutzt als beispielsweise Pkw und sind im Wert stabiler. Außerdem kann man den Kredit jederzeit ablösen. Am Ende geht der Caravan vollständig in den Besitz des Käufers über.

Eine Alternative zu dieser Finanzierung ist die Schlussraten- oder Ballonfinanzierung, bei der bis zu rund 50 Prozent der Kreditsumme als Schlussrate offen bleiben. Die Laufzeit ist dafür deutlich kürzer als beim Ratenkredit, während die Raten ebenfalls festgelegt sind und in der Regel etwas niedriger ausfallen.

Nach Vertragsablauf begleicht man entweder die Schlussrate oder nimmt eine Anschluss-finanzierung auf, deren Konditionen indes neu ausgehandelt werden müssen. Dritte Variante: Man gibt das Fahrzeug an den Händler zurück. Der Rücknahmepreis muss dann in der Regel ebenfalls noch verhandelt werden.

Neben Ratenkredit und Ballonfinanzierung gibt es über die Auto Europa Bank noch die Option einer Drei-Wege-Finanzierung. Sie ist im Grunde eine Ballonfinanzierung, jedoch hat der Kunde am Ende ein verbrieftes Rückgaberecht für das Fahrzeug. Der Händler muss den Caravan zu einem anfangs ausgehandelten Preis zurücknehmen. Vorausgesetzt, er befindet sich in gutem Zustand.

Die Santander Consumer Bank bietet als dritte Finanzierung ein Produkt namens Autoflex an. Dahinter verbirgt sich ein flexibel rückzahlbares Darlehen, dessen Monatsraten nicht fest liegen. Lediglich eine vereinbarte Mindestrate ist fällig. Die Zinsen richten sich nach dem allgemeinen Geldmarkt und können während der Laufzeit variieren.

Vorteil der Spezialbanken ist ihre Flexibilität bei der Finanzierung. Falls man zum Beispiel seinen Caravan vor Ablauf der Finanzierung etwa wegen des Grundrisses tauschen will – kein Problem.

Welche Möglichkeiten bietet die Hausbank?

Die Hausbanken unterscheiden zwischen einem Verbraucher- und einem Hypothekendarlehen. Erstes Mittel der Wahl bei der Finanzierung ist das Verbraucherdarlehen, bei dem Laufzeit und Kreditvolumen aber meist begrenzt sind – im Schnitt auf sechs Jahre und  eine Summe um 50.000 Euro. Die Darlehenskosten richten sich nach Bonität und Laufzeit.

Bei hypothekarischen Darlehen locken zwar deutlich günstigere Konditionen. Nachteil jedoch: Vorzeitige Tilgungen sind – wenn überhaupt – nicht ohne Weiteres möglich. Es kann daher passieren, dass ein Caravankäufer für ein Fahrzeug zahlt, das er nicht mehr besitzt.

Überholt ist das Argument einer besseren Verhandlungsbasis. Wer sich Geld bei seiner Hausbank leiht und damit beim Händler als Barzahler auftritt, erhält nicht zwangsläufig einen größeren Preisnachlass. Auch bei einer Finanzierung gibt es für gewiefte Verhandler Rabatte auf den Fahrzeugpreis.

Vorteil der Hausbanken: Sie kennen ihren Kunden in der Regel über mehrere Jahre und wissen über seine finanziellen Spielräume Bescheid.

Für wen eignet sich welche Finanzierung?

Der Charme des Ratenkredits liegt in seiner guten Kalkulierbarkeit. Gleichbleibende Raten, wie sie auch die Hausbank-Darlehen offerieren, sind für alle interessant, die über ein geregeltes Einkommen mit entsprechendem Spielraum verfügen, sich über die Entwicklung ihrer Finanzen aber unklar sind.

Demgegenüber sind Ballon- und Drei-Wege-Finanzierung für Käufer überlegenswert, die in ein paar Jahren einen größeren Betrag etwa aus einer Lebensversicherung erwarten.

Autoflex richtet sich dagegen an Kunden, die in ihrem Beruf in unregelmäßigen Abständen Provisionen erhalten. Wichtiger Tipp: mehrere Angebote für die Finanzierung einholen und vergleichen.

Was wird für eine Finanzierung vorausgesetzt?

Wichtigste Voraussetzung ist die Kreditwürdigkeit (Bonität). Dabei schauen sich die Banken die Einkommensverhältnisse des Kunden an, in welchem Beschäftigungsverhältnis er steht und ob es Erfahrungen aus früheren Geschäftsbeziehungen gibt.

Bei den Spezialbanken dient die Bonitätsprüfung als Grundlage für die Entscheidung, ob sie einen Finanzierungsvertrag abschließen oder nicht. Sie wirkt sich nicht auf die Konditionen aus. Anders bei Hausbanken. Hier gilt: Je schlechter die Bonität, desto höher der Effektivzins, der sich aus Nominalzinsen und Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren ergibt.

Fester Bestandteil der Prüfung ist eine Abfrage bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schu-fa) oder einer anderen Auskunftei, die Informationen zum Kreditverhalten eines Verbrauchers sammelt. Schließt man etwa einen Kredit ab oder gerät bei einem Darlehen in Zahlungsschwierigkeiten, wird das bei der Schufa vermerkt und von Banken für die Beurteilung der Bonität herangezogen.

Auch wenn man ein Kreditangebot einholt, speichert das die Auskunftei ein Jahr lang. Anders bei einer Anfrage nach Kreditkonditionen. Sie wird zwar von der Schufa ebenfalls ein Jahr gespeichert, ist für andere Banken aber nicht sichtbar und damit für die Bonität irrelevant. Verbraucher, die sich nur nach Konditionen erkundigen, sollten zur Sicherheit darauf hinweisen.

Werden Fahrzeugfinanzierungen über eine der Spezialbanken abgeschlossen, taucht eine Altersgrenze auf. Ein Darlehensvertrag sollte etwa bis zum 75. Lebensjahr des Kreditnehmers abgeschlossen sein.
Zu beachten ist ferner, dass man einen Kaufvertrag erst unterschreibt, wenn die Finanzierung steht. Auch ist es ratsam, die Laufzeit des Kredits in etwa an die geplante Nutzungsdauer des Fahrzeugs anzupassen.

Welche Versicherungen sollte man abschließen?

Bei der Finanzierung kommt meist eine Kreditausfallversicherung zur Sprache. Sie dient dem Kreditnehmer dazu, sich gegen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Unfall und Tod abzusichern und übernimmt im Versicherungsfall die Tilgung des restlichen Kredits. Die Kosten sind nicht zu unterschätzen. Sie richten sich nach Darlehenssumme und Laufzeit und werden auf die monatlichen Raten aufgeschlagen.  

Verbraucherzentralen betrachten diese Versicherung als wenig sinnvoll, steht doch das Fahrzeug als Sicherheit zur Verfügung – der Brief wird bei der Bank hinterlegt. Dennoch raten sie, vor Aufnahme eines Darlehens einige Szenarien zu durchdenken. Was, falls man arbeitslos werden sollte? Wie sieht es im Todesfall aus? Welche Vorsorge ist bereits getroffen?

Ebenfalls nicht zwingend ist eine Vollkaskoversicherung. Damit Schäden nicht zu einer Wertminderung führen, sollte man sich den Abschluss aber schon aus eigenem Interesse gut überlegen.

Ist es ratsam, eine Anzahlung zu leisten?

Die meisten Caravankäufer zahlen bei einer Finanzierung einen Teilbetrag in bar an, oder sie geben ein Fahrzeug in Zahlung. Wertmäßig macht eine Anzahlung im Schnitt um die 30 Prozent des Kaufpreises aus. Effekt: Der Kreditbetrag verringert sich, damit fallen insgesamt weniger Zinsen an.

Wenn es finanziell machbar ist, sollte man bei einer Finanzierung anzahlen. Nur in Ausnahmefällen, wenn etwa die Habenzinsen höher sind als die Sollzinsen, trägt man sein Geld besser aufs Sparbuch.

Bei Sonderzinsaktionen ist eine Anzahlung meist Pflicht. Diese Programme werden vom Hersteller oder Händler subventioniert, bieten daher einen niedrigeren Effektivzins, sind aber in der Laufzeit begrenzt.

Sind Sondertilgungen möglich und ratsam?

Die Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung ist bei Verbraucherdarlehen ganz oder in Teilbeträgen jederzeit möglich. Und ratsam: Nach der Zwischentilgung eines Teilbetrags bleibt die Rate gleich, die Laufzeit des Darlehens aber verkürzt sich.

Der größte Vorteil liegt in den ersparten Zinsen. Für vorzeitige Tilgungen fallen Gebühren an. Bei einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten ist das ein Prozent der vorzeitig zurückgezahlten Summe. Bei einer Restlaufzeit von unter einem Jahr sind es 0,5 Prozent.

Kann man Gebrauchtfahrzeuge finanzieren?

Sicher. Das Fahrzeug darf aber bei einer Finanzierung über die Spezialbanken zum Laufzeitende in der Regel nicht älter als um die 17 Jahre sein. Einen 10 Jahre alten Caravan, könnte man also noch über 7 Jahre finanzieren. Bei einem derart betagten Modell braucht man aber vermutlich keine Schubkarre voll Geld, um bar zu zahlen.




Autor

Foto

Christian Hass

Datum

2. August 2011
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