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Abstellplätze mit dem Caravan: Freies Übernachten

Große Unsicherheit herrscht bei Gespannfahrern in Bezug auf Parken und Rasten unterwegs. Freies Übernachten ist längst nicht überall erlaubt.

Zum Glück wird ja bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Denn sonst sähen Caravaner auf den meisten Autobahnraststätten ganz schön alt aus: Die wenigsten dieser Oasen in der Asphaltwüste weisen nämlich Parkbuchten für Pkw mit Anhängern aus. Aber auch Parkflächen, die nur das berühmte blaue Schild mit weißem „P“ zeigen und keinerlei Zusatzwidmung tragen, gibt es dort nicht. Stattdessen: Zusatzschilder hier für Lastwagen, dort für Busse und da für Pkw. Im Grunde müsste der Gespannpilot jetzt durchstarten und weiterfahren.

Die Autobahnpolizei erweist sich hier jedoch als Freund und Helfer: In den meisten Fällen haben die Beamten Verständnis für Caravaner und übersehen gnädig, wenn ein Gespann behelfsweise und vor allem Platz sparend auf dem Lkw-Feld parkt.

Ärger gibt es eher schon mit den Truckern, denn die müssen, gehetzt von engen Lieferterminen und strikten Lenkzeit-vorschriften, rechtzeitig Pause machen – und dafür zwingend einen Parkplatz finden. Tatsächlich: Zunächst einmal dürfen zugelassene Anhänger auf allen Parkplätzen parken, die als Parkplätze (weißes P auf blauem Grund, Verkehrszeichen Z 314) allgemeiner Art ausgeschildert sind. Sobald dieses Verkehrszeichen jedoch ein Zusatzschild trägt, das die Fahrzeugarten näher eingrenzt, die dort abgestellt werden dürfen, ist das Gespann fehl am Platze. Das einzige Zusatzschild, bei dem ein Gespann (und dafür kein anderes Fahrzeug) parken darf, zeigt eine Pkw-Silhouette mit Anhänger, heißt offiziell Zusatzzeichen 724 b und bedeutet konkret „Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht mit Anhänger“. Damit wäre auch die oft gestellte Frage, ob Caravangespanne auf Reisemobil-Stellplätzen übernachten dürfen, mit einem klaren Nein beantwortet, wenn der entsprechende Platz mit einem „P“ plus Reisemobil-Zusatzzeichen beschildert ist.

Die Frage wurde in jüngerer Zeit sehr häufig gestellt, vermutlich, weil der größte deutsche Automobilclub ADAC in seinem 2003 erstmals erschienenen Stellplatzführer mit dem Untertitel „1200 Übernachtungsmöglichkeiten für Reisemobile und Caravangespanne“ genau das suggeriert. Bei den wenigen Übernachtungsmöglichkeiten, die davon auch Caravanern offen stehen, kann es sich aber nur um Plätze auf Privatgrund, nicht im öffentlichen Verkehrsraum handeln. Verständlich, dass Besitzer autarker Caravans das Argument ins Feld führen, die Technik ihres Anhängers sei nichts anderes als ein Reisemobil ohne Motor: Wassertank, Abwassertank, Stromversorgung für ein paar Tage abseits vom Netz. Der Gesetzgeber orientiert sich indes nicht an einer Minderheit fortschrittlicher Caravaner, sondern am Gros der zugelassenen Wohnwagen und an der Tradition. Denn als die Vorschriften gemacht wurden, hatten alle Caravans nur den berühmten offenen Abwasserschlauch unter dem Wagenboden baumeln.

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Datum

6. März 2004
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