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BP baut Gasnetz auf: Gaspfandflaschen

Der Ölmulti BP setzt auf Propan und baut von Österreich aus ein europaweites Vertriebsnetz für Gaspfandflaschen auf.

Bei norwegischen Flaschen passen die Anschlüsse nicht, und die Gashändler aus Italien liefern unpassende Behälter. In Spanien weigern sich die Energieversorger, ausländische Flaschen zu füllen. Alles in allem ein Armutszeugnis: Im vereinten Europa herrscht im Jahr 2004 größte Disharmonie, was die Gasversorgung für reisende Verbraucher betrifft. Jetzt scheint der Erdöl-Konzern BP auf eine Idee gekommen zu sein, die dem zaudernden Europa eine einfache wie befriedigende Lösung für eine reibungs- und grenzenlose Gasversorgung verschafft. Von Österreich ausgehend will die BP Propangas unter dem Namen BP Gas Light an Tankstellen und bei anderen Servicepartnern vertreiben, europaweit und flächendeckend. Beim Alpennachbarn gibt es bereits über 600 Flaschengasstützpunkte, darunter rund 100 BP-Tankstellen, an denen die Pfandflaschen in zwei Größen (fünf und zehn Kilogramm Inhalt) erhältlich sind. Dänemark, Belgien und die Niederlande sind bereits auf dem besten Weg zu einer vergleichbaren Versorgungsdichte. In diesem Frühjahr erreichte die Initiative die Länder, Norwegen, Schweden, Finnland und Großbritannien, wobei teils heimische Partnerfirmen am Vertrieb beteiligt sind. In Deutschland ist die grüne Gasflasche vereinzelt auch schon erhältlich, das Versorgungsnetz soll zügig ausgebaut werden.

Ein hoffnungsvoller Ansatz, denn alle Harmonisierungsversuche scheiterten bislang an unterschiedlichen Flaschenarten und -größen. Der Fortschritt dank BP: Die Form und Größe der Flaschen (fünf und zehn Kilo Inhalt) in den verschiedenen Ländern ist grundsätzlich gleich. Der große Behälter entspricht ungefähr der 11-Kilo-Stahlflasche und dürfte in die meisten Gaskästen der Caravans passen. Eine im Urlaub eingetauschte norwegische Flasche kann man an der BP-Tankstelle in Deutschland problemlos wieder abgeben. Und das, obwohl die Anschlüsse wie bisher länderspezifisch bleiben. Die Unterschiede werden allerdings durch an den Tauschstellen erhältliche Adapter kompensiert. Die Flasche von BP Gas Light ist eine Pfandflasche. Beim ersten Bezug wird ein Flaschenpfand (48 Euro) entrichtet, das bei einer möglichen Rückgabe erstattet wird. Im Gegensatz dazu ist die übliche, graue Propangasflasche eine Tauschflasche. Mit der Zahlung einer einmaligen Gebühr wird das Nutzungsrecht gekauft. Die Flasche wird vom Gasversorger getauscht, muss aber nicht von ihm zurückgekauft werden. Der Preis fürs BP-Gas soll sich am regionalen Umfeld orientieren. Im Raum Hannover, wo es bereits zu haben ist, gilt eine Preisempfehlung von 14 Euro für die 10-Kilo-Füllung. Neben der Verfügbarkeit bringt die BP-Flasche selbst eine Reihe von Vorteilen. Sie wird von ihrem Vertreiber als Leichtgewichtflasche tituliert.

Tatsächlich liegen die aus GfK hergestellten Fünf- und Zehnkilobehälter mit einem Eigengewicht von 4,5 und 6,7 Kilogramm im Bereich der leichten Alugasflaschen. Ein weiterer Pluspunkt ist das transparente Flaschenmaterial, das den Blick auf den Inhalt zulässt und damit die Information über den Füllstand erleichtert. Wenn der momentane Schwung des Spritlieferanten ausreicht, um auch die südeuropäischen Zweigstellen von den Vorteilen der BP-Flasche zu überzeugen, hätte sich ein großes Problem der Caravaningwelt wie frisch gezapftes Propan einfach verflüchtigt.

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Datum

8. November 2004
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