Grillgeräte im Test 40 Bilder Zoom

Grillgeräte für Camper im Test: Welcher Grill ist der beste beim Camping?

Beim Grillen geht es nicht nur um die Wurst. Mit modernen Geräten, aber auch traditionellen Zubereitungsmethoden entstehen vielseitige Mahlzeiten.

Fleisch, Fisch, Gemüse, ja, sogar Desserts könnenauf einem Grill zubereitet werden. Und so groß wie die Auswahl der Zutaten ist auch das Angebot an Grillgeräten. So viel vorweg: Mit den Möglichkeiten wachsen in der Regel auch die Dimensionen des Grills. Das ist wichtig, schließlich müssen Caravaner die Ladekapazitäten ihres Fahrzeugs im Blick behalten.

Welche Grillart eignet sich beim Camping am Besten?

Daher steht zu Beginn der Kaufentscheidung die Frage: Welcher Grilltyp bin ich? Wer mit der Wurst auf dem Rost zufrieden ist oder nur selten brutzelt, der findet sein Glück miteinem stauraumfreundlichen Faltgrill. Noch kompakter sind Tisch- und Minigrills. Diese platzsparenden Geräte haben in jedem Caravan Platz. Sollen im Urlaub sämtlichekulinarische Raffinessen ausgereizt werden, ist ein Multifunktionsgerät wie der Cadac Carri Chef 2 die bessere Wahl. Dieser Gasgrill wiegt zwar 15Kilogramm, ermöglicht dafür aber durch verschiedene Einsätze zahlreiche Zubereitungsmöglichkeiten.

Worauf sollten Caravaner beim Grillgerät achten?

Neben Größe und Gewicht sollten Camper auch auf eine schnelle Montage des Grills achten. Denn für den Transport muss das Gerät zerlegt werden. Steckverbindungen lassen sich zwar schnell befestigen, lösen sich aber ebenso leicht ab. Der beste Kompromiss sind von Hand bedienbare Schraubverbindungen, wie sie zum Beispiel am Cadac Carri Chef 2 verwendet werden. Landmann verfolgt mit seinem Gasgrill Pantera 2.0 ein anderes Konzept: Da Grill und Trolley separat angeboten werden, können Camper auf den Kauf des Unterbaus verzichten oder diesen ausschließlich im heimischen Garten verwenden. Auf dem Stellplatz kann der Grill auf einem Beistelltisch platziert werden.

Der Holzkohlegrill: Das tropfende Fett der Chorizos lässt die Flammen nach den Würsten züngeln.

Grillmethode Nummer 1: Praktischer Gasgrill

Saubere Sache – Gas verbrennt ohne Rückstände, außerdem lassen sich Flamme und Temperatur unkompliziert regeln. Da sich im Wohnwagen ohnehin Gasflaschen befinden, ist dieser Grilltyp bei Campern besonders beliebt.

  • + Kurzes Vorglühen spart Zeit bei der Zubereitung; vielseitiger Grilltyp, der auch Kochen, Dünsten und Braten ermöglicht; Gasflaschen sind im Wohnwagen meist vorhanden.
  • - Gute Geräte sind oft teuer; Gasgrills sind verhältnismäßig schwer und groß.

"Des Campers Liebling", so lässt sich der Gasgrill treffend beschreiben. Denn: Gasflaschen finden sich in fast jedem Wohnwagen und das Essen wird ohne übermäßige Rauchentwicklung zubereitet. Außerdem erlauben die verschiedenen Gerätetypen eine Vielzahl unterschiedlicher Zubereitungsmöglichkeiten. Grillen, dünsten oder kochen: Mit dem umfangreichen Zubehör bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. Und im Gegensatz zum offenen Feuer kann die Flamme – und somit die Hitzeentwicklung – mit einem Drehregler kontrolliert werden.
 
Die Vielfalt hat jedoch ihren Preis, denn ordentliche Gasgrills sind selten für weniger als 150 Euro zu haben. Noch einmal 100 Euro mehr kostet das Multifunktionsgerät Cadac Carri Chef 2. Wer dessen zahlreiche Funktionen auch wirklich nutzt, hat viel Freude an diesem leicht zu montierenden Grill. Im Lieferumfang enthalten sind eine 45 Zentimeter große Grillplatte, ein Grillrost und ein Topfständer. Das Set kann zusätzlich um weitere Einsätze, darunter eine Paellapfanne und ein Pizzastein, erweitert werden.

Ebenso solide verarbeitet, aber weniger flexibel zeigt sich der Landmann Pantera 2.0. Dieser kompakte Gasgrill kann ohne Unterbau verwendet werden und ist mit einem gusseisernen Rost und zwei Brennern ausgestattet, die sich unabhängig voneinander regeln lassen.
 
In einem Punkt unterscheiden sich Gasgrills wesentlich: Je nach Modellvariante sind sie entweder für 30 mbar oder 50 mbar Gasdruck ausgelegt. Da nicht alle Grills mit dem passenden Druckregler und Schlauch ausgeliefert werden, muss dieses betriebsnotwendige Zubehör in der Regel gesondert angeschafft werden.
 
Beispiele für Grillgeräte:

  • Flexibel gelöst: Landmann bietet den Gasgrill Pantera 2.0 und den passenden Trolley getrennt voneinander an. So kann der 15 Kilo schwere Grill für 229 Euro ohne Unterbau geordert werden. Der Grill bietet eine elektronische Zündung und zwei getrennt verwendbare Edelstahlbrenner. Info: landmann.de
  • Kompakt mit Kartusche: Der Gasgrill 1 Series Compact EX CV von Campingaz wird mit den bekannten blauen Kartuschen desselben Herstellers betrieben. Der 33 mal 32 Zentimeter große Grillrost besteht aus emailliertem Stahl. Eine Piezozündung erleichtert das Anheizen. Der Campingaz-Grill kostet rund 160 Euro. Info: campingaz.de

Der Gasgrill: Eine große Zubehörpalette zeichnet den Cadac-Grill aus. Mit dem Skottel lassen sich zum Beispiel herrliche Wokgerichte und Nudeln kochen.

Grillmethode Nummer 2: Traditioneller Holzkohlegrill

Aroma- und Rauchentwicklung sprechen die Sinne an. Wer mit Holzkohle grillt, widmet sich der Zubereitung seines Essens in besonderem Maße, braucht aber viel Gefühl für die Hitzeentwicklung.

  • + Günstig in der Anschaffung; lässt uriges Grillgefühl aufkommen; rauchiger Geschmack.
  • - Das Anheizen der Kohle kostet Zeit; ausgekühlte Asche muss fachgerecht entsorgt werden; in südlichen Ländern ist offenes Feuer häufig verboten.

Grillen mit Holzkohle ist nichts für den schnellen Hunger. Aber das zeitintensive Anheizen und die ständige Kontrolle der Glut lassen erst die typische Leidenschaft beim Grillen entstehen. Und die Vorfreude beginnt bereits beim Anzünden, wenn das Feuer Stück für Stück die Kohlen erobert und die Briketts mit weißer Asche überzieht.

Für einen Holzkohlegrill genügen im Grunde ein Kohlenbehälter und ein wenige Zentimeter darüber gelegter Rost. Einfache Rundgrills gibt es bereits für etwa 20 Euro, diese überstehen jedoch mit viel Glück eine Saison.

Stabiler und komfortabler grillt es sich zum Beispiel auf dem Faltgrill Cazal Maxi von Outwell, der für 75 Euro erhältlich ist. Dieser rund acht Kilo schwere Grill aus Stahl misst zusammengefaltet nur 660 x 35 x 450 Millimeter. Mit einem Ruck sind die X-förmigen Füße aufgestellt und der Rost eingelegt. Da die Kohle auf einem Gitter auf halber Höhe des Behälters liegt, wird diese gut von unten belüftet – die ausgebrannte Asche fällt durch den Zwischenboden nach unten und erstickt die glühende Kohle nicht.

Auch die Wärmeverteilung spielt eine Rolle für ein rundes Grillerlebnis. In Kugelgrills, wie den unten gezeigten Modellen, wird das Essen gleichmäßig gegart. Auch indirektes Garen ist darin möglich, wenn das Grillgut nicht direkt über die Kohlen gelegt wird. Ein optimales Ergebnis erfolgt jedoch nur mit ausreichender Erfahrung. Da sich das Abbrennen der Kohle kaum kontrollieren lässt, muss der Grillmeister ein Gefühl für die Temperatur entwickeln.
 
Noch mehr Holzkohlegrills

  • Unter der Haube: Mit 48 x 34 Zentimetern bietet die Grillplatte des Cobb Supreme auch großen Fischen Platz. Der knapp sieben Kilo schwere Edelstahlgrill wird mit Briketts befeuert und kann um zahlreiches Zubehör wie einen Bratenrost oder eine Backform erweitert werden. Je nach Ausstattung beginnt der Preis bei 225 Euro. Info: cobbgrill.de
  • Gut verpackt: Der kompakte Kugelgrill Weber Smokey Joe Premium schließt Briketts und Grillgut in einem Kessel ein. Der verchromte Rost hat einen Durchmesser von 37 Zentimeter, und der Deckel kann als Windschutz aufgestellt werden. Den vier Kilo schweren Smokey Joe gibt es in verschiedenen Farben zu je 100 Euro. Info: weber.com

Elektro- und Minigrills: Der elektrische Tischgrill Brunner Blaze besitzt eine Aluminium-Gussplatte. Eine Antihaftbeschichtung soll das Essen nicht anbrennen lassen
Grillmethode Nummer 3: Sauberer Elektrogrill

Schneller Genuss – Elektrogrills sind in wenigen Minuten einsatzbereit. Sie eignen sich besonders als Tischgrill und bereichern gesellschaftliche Runden auf dem Stellplatz.

  • + Lässt sich dank kompakter Maße problemlos verstauen; schnell einsatzbereit; keine Rauchentwicklung.
  • - Benötigt 230-Volt-Anschluss; Grillfläche fällt verhältnismäßig klein aus; lässt weniger Grill- Feeling aufkommen; Sicherungen am Stellplatz teilweise zu schwach.

Für einen Mini- oder Tischgrill gibt es zwei Gründe: Entweder man hat keinen Platz für ein größeres Gerät, oder aber man genießt die Geselligkeit am Tisch.

Minigrills eignen sich besonders gut für kleinteilige Lebensmittel, die durch grobe Roste leicht hindurchfallen. Tischgrills gibt es für alle Brennstoffvarianten. Elektrogrills sind besonders beliebt, da sie das Essen sauber und geruchlos erhitzen.

Mit dem Lotusgrill gibt es aber auch einen kompakten Kohlegrill, der keinen Rauch entwickeln soll. Warum nicht auch mal ein Raclette im Urlaub machen? Die Möglichkeiten in der Kompaktklasse sind vielfältig.

Beispiele für Tischgrills
  • Rauchfreie Kohle: Ein batteriebetriebener Lüfter versorgt den Lotusgrill mit Frischluft, wodurch die Kohle ohne Rauchentwicklung verglühen soll. Der Rost misst 32 Zentimeter im Durchmesser, die Höhe des Grills beträgt 23,4 Zentimeter. Eine vielseitige Farbpalette macht den etwa 145 Euro teuren Tischgrill zum Hingucker. Info: lotusgrill.de
  • Sauber mit Strom: Der elektrische Tischgrill Brunner Blaze besitzt eine Aluminium-Gussplatte. Eine Antihaftbeschichtung soll das Essen nicht anbrennen lassen. Der Grill arbeitet mit 230-Volt-Strom, und über ein regelbares Thermostat lässt sich die Leistung einstellen. Der fast zwei Kilo schwere Tischgrill ist 46 x 31 Zentimeter groß und kostet knapp 58 Euro. Info: brunner.it
  • Schnell überbacken: Das Raclette Tristar RA-2949 funktioniert ähnlich wie ein Elektrogrill, ermöglicht aber zusätzlich die Zubereitung mit Käse überbackener Beilagen. Die Bratfläche ist 22 x 17,5 Zentimeter groß und antihaftbeschichtet. Das ein Kilo schwere Raclette wird dank 230-Volt-Strom in wenigen Minuten heiß und kostet etwa 25 Euro. Info: tristar.eu

Grillmethode Nummer 4: Archaisches Lagerfeuer

Urtümliches Erlebnis – Wer sein Essen auf dem offenen Feuer zubereitet, hat es sich wirklich verdient. Denn ein ordentliches Lagerfeuer ist mit viel Arbeit verbunden. Belohnt werden Camper dafür mit Natürlichkeit und viel Wärme. 

  • + Gemeinschaftliches Erlebnis; spendet Wärme an kalten Tagen.
  • - Anheizen ist aufwendig und zeitintensiv; nicht überall erlaubt; Hitze lässt sich kaum regulieren.

Feuer bedeutet Fortschritt: Erst seit die knisternden Flammen gezielt genutzt werden, können Lebensmittel heiß und schmackhaft zubereitet werden. Ohne Feuer wäre der Mensch auch nie in der Lage gewesen, Eisen zu schmieden und daraus Werkzeuge zu konstruieren. Feuer ist eine Grundsäule unserer Zivilisation.

Und wer heute am Feuer sitzt, der fühlt sich wie ein Cowboy – ausgehungert nach einem langen Ritt durch die Prärie Nordamerikas. Und genau dort wurde das Kochen auf offenem Feuer im 18. Jahrhundert perfektioniert. Einwanderer aus Deutschland und den Niederlanden kochten auf Reisen mit ihren Planwagen in einem gusseisernen Topf, dem Dutch Oven. Das pflegeleichte und robuste Gusseisen eignet sich besonders gut für das Kochen auf dem Lagerfeuer.

Mit der Feuerpfanne von Petromax (rund 35 Euro) lassen sich beispielsweise hervorragend Boston Baked Beans zubereiten. Und wer ganz traditionell vorgehen möchte, wischt die Pfanne anschließend lediglich mit einem feuchten Tuch aus. Auf keinen Fall Spülmittel verwenden, da sonst der schützende Ölfilm zerstört wird, welcher sich über die Zeit bildet.

Die Möglichkeiten auf dem Lagerfeuer sind an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen. In den Waffel- und Sandwicheisen von Rome können Sandwiches und Waffeln im Feuer gebacken werden. Dieses traditionelle Kochgerät ist nichts für Greenhorns: Die ersten Versuche scheitern kläglich.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Siedlern müssen Camper in Europa strenge Brandschutzvorschriften beachten. Insbesondere im Mittelmeerraum ist offenes Feuer häufig untersagt. In Deutschland und Nordeuropa finden sich dagegen häufiger Stell- und Campingplätze mit fest installierten Feuerstellen.

Kochgeräte für offenes Feuer:

  • Robuster Pott: Feuertopf, Dutch Oven, Potjie: Für gusseiserne Töpfe gibt es mehrere Namen, denn sie gehören zur Küche vieler Länder. Der Einsatzbereich des Petromax Feuertopfs reicht von Brot bis Fleisch. Die Töpfe werden in Größen von 1,1 bis 14 Liter angeboten. Je nach Größe ab 30 Euro. Info: petromax.de
  • Klappt einwandfrei: Mit den gusseisernen Waffel- und Sandwichmakern von Rome kommt Trapper-Feeling auf. Die rund 30 Euro teuren Eisen werden zugeklappt und ins Lagerfeuer gelegt. Da die Oberfläche nicht beschichtet ist, sind die zwei Kilo schweren Eisen kratz- und schnittfest.  Info: eisenbams.de

 
 

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Dieter S. Heinz, Hersteller

Datum

23. Mai 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 6/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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