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Tipps zu den gängigen Heizsystemen: Alle Infos zu Truma- und Alde-Heizungen

Nur wer sein Heizsystem kennt und richtig nutzt, hat es wohlig warm. Hintergrundwissen, Handhabung und Pflege – hier gibt es die wichtigsten Tipps rund um die gängigen Heizsysteme.

Heizen ist nicht gleich Heizen – das gilt für die individuelle Wohlfühltemperatur genauso wie für Konzeption und Ausstattung des Heizsystems.

Generell unterscheidet man Heizungen nach der Art der Wärmeübertragung sowie nach dem genutzten Brennstoff. In allen Serien-Wohnwagen wird vorwiegend mit Gas geheizt, elektrische Zuheizer helfen Brennstoff zu sparen. Elektrische Fußbodenheizungen indes spielen eine nur untergeordnete Rolle, sie haben lediglich unterstützende Wirkung und gelten nicht als eigenständiges Heizsystem. In der überwiegenden Mehrzahl kommen gasbetriebene Luftheizungen zum Einsatz, bei denen eine offene Flamme über einen Wärmetauscher die Umgebungsluft anheizt und ein Gebläse diese verteilt. Truma ist seit Jahren führend in diesem Segment. Wird wie in der heimischen Zentralheizung Flüssigkeit zum Wärmetransport herangezogen, spricht man von einer Warmwasserheizung – die Domäne von Alde.

Der Wärmetauscher der Truma S heizt die Umgebungsluft auf.
Truma S – der Klassiker

Steckbrief: Die S-Heizung muss als Heizkörper im Innenraum installiert werden. Verdeckte Montage und Wandkamin sind nicht möglich.

Aufbau, Funktion: Ein Wärmetauscher wird per Gasflamme aufgeheizt und gibt die Hitze an die Umgebungsluft ab. Ein oder zwei zuschaltbare Gebläse (12 oder 230 Volt) verteilen die Luft. Die Zündung erfolgt manuell per Piezo-Drucktaster oder mittels batteriebetriebenem Zündautomaten (nachrüstbar).

Typische Vorteile: Die S-Heizung ist das einzige Heizsystem, das – dann allerdings ohne Gebläsefunktion – auch stromlos funktioniert.

Typische Typen: Die S 2200, die S 3004 sowie die S 5004 haben Nennwärmeleistungen von 1850 W, 3500 W und 6000 W. Der Gasverbrauch beträgt zwischen 30 g und 480 g pro Stunde.

Typische Tipps: Warmluftaustritt an der Heizung nicht behindern, keinesfalls Kleidung zum Trocknen vor oder auf die Heizung hängen.
Unterhalb des Gerätes dürfen sich keine wärmeempfindlichen Materialien befinden (Teppichboden ausschneiden).

  • Die Verbrennungsluftansaugung unter dem Fahrzeugboden muss freigehalten werden. Erlischt die Heizung, keinesfalls innerhalb von drei Minuten nachzünden (Verpuffungsgefahr!).
  • Vor der Wintersaison den Wärmetauscher und die Lamellen des Gebläses mit Pinsel und Staubsauger von Staub befreien. Einsprühen des Lüfterrads mit Cockpitspray verlängert die Reinigungsintervalle.
  • In den 90er Jahren gab es die Vorschrift, die Wärmetauscher nach zehn Jahren auszutauschen. Der Zeitraum wurde auf 30 Jahre erweitert. Für Geräte ab 06/2005 ist keine Austauschpflicht mehr vorgesehen.

Truma E – die Unsichtbare

Steckbrief: Die Luftheizungen der E-Serie sind recht kompakt. Das Gebläse benötigt eine 12-Volt-Versorgung. Sie haben eine kombinierte Verbrennungsluft- und Abgasführung durch die Wand (Wandkamin).

Aufbau, Funktion: In einem geschlossenen Gehäuse sind Heizung und Gebläse zusammen mit der elektronischen Steuerung untergebracht. Die Thermostatregelung erfolgt über ein separates Bedienteil. Abschaltung und Neuzündung erfolgen automatisch.

Typische Vorteile: Die E-Heizungen können verdeckt sowie in verschiedenen Einbaulagen installiert werden, etwa in Staufächern oder im Doppelboden. Die Version E 4000 A ist sogar für die Außenmontage konzipiert. Der von einem Gebläse unterstützte Brenner sichert die Funktion, laut Hersteller auch bei extremen Windverhältnissen.

Typische Typen: Die E-Heizung wird in zwei Leistungsklassen angeboten. Die besonders kleine und leichte E 2400 (370 x 248 x 123 mm, 4,8 kg) bringt eine Nennwärmeleistung von 2400 W, die Versionen E 4000 und E 4000 A (Außenmontage) schaffen bis zu 3700 W. Die Stromaufnahme liegt bei Volllast bei 1,1 A respektive bei 2,3 A, der Ruhestrom bei 0,01 A.

Typische Tipps: Bei tiefen Außentemperaturen soll die E-Heizung auf voller Leistung anlaufen

  • Falls der Kamin in der Nähe eines zu öffnenden Fensters platziert ist, muss eine Abschaltvorrichtung vorhanden sein, die den Betrieb bei offenem Fenster verhindert.
  • Das Abgasdoppelrohr sollte regelmäßig auf Unversehrtheit und festen Anschluss überprüft werden, ebenso die Befestigung des Gerätes und des Kamins.
  • Wird das Gerät längere Zeit nicht benutzt, immer die Kaminkappe aufsetzen.

Alde Compact – die Komfortlösung

Steckbrief: Die Alde Compact 3020 HE ist Warmwasserheizung und Boiler (8,4 Liter) in einem Gehäuse. In den Wasserheizkreisläufen zirkuliert ein frostsicheres Glykol-Gemisch. Der separate Betrieb von Heizung und Boiler ist möglich. Verdeckter Einbau ist möglich..

Aufbau, Funktion: Der Heizkessel wird entweder mit Flüssiggas oder über Elektropatronen mit 230-Volt-Netzstrom betrieben. Für maximale Leistung ist auch der gleichzeitige Betrieb möglich. Konvektoren entlang der Außenwände bewirken eine Warmluftzirkulation im Fahrzeug. Für maximalen Komfort wird in aller Regel zusätzlich eine Warmwasser-Fußbodenheizung adaptiert.

Typische Vorteile: Das Bedienfeld hat einen Touchscreen und bietet eine umfassende Menüführung. Sogar die Einbindung einer Truma-Klimaanlage ist möglich.

Typische Typen: Das neueste Modell heißt Alde Compact 3020 HE (High Efficiency), wiegt ohne Füllung 14 kg und liefert mit Propan bei einem Maximalverbrauch von 405 g pro Stunde eine Nennwärmeleistung von 5500 W. Die zwei Elektro-Heizpatronen bringen 1050 W und 2100 W.

Typische Tipps: Der Flüssigkeitsstand muss bei kalter Anlage etwa 1 cm über der MIN-Marke liegen. Möglichst fertiggemischtes Glykol hoher Qualität (mit Inhibitoren) verwenden, das für Heizsysteme aus Aluminium vorgesehen ist. Keine verschiedenen Glykoltypen mischen, dies kann die Heizkreisläufe verstopfen. Mit Glykol Alde G13 ist ein Wechsel alle fünf Jahre ausreichend, sonst alle zwei Jahre.

  • Frischwasser im Boiler bei Frostgefahr und mindestens ein Mal im Monat über das Ablassventil entleeren, damit sich ein neues Luftkissen bilden kann (nimmt Druckstöße im Kessel auf). In Höhen ab 1000 m Bergeinstellung aktivieren.

Alde Compact: Warmwasserheizung mit Fußbodenerwärmung.
Truma Combi – das Universalgenie

Steckbrief: Die Truma Combi ist eine Warmluftheizung zur verdeckten Montage mit integriertem Warmwasserboiler. Der fasst zehn Liter.

Aufbau, Funktion: In der Brennkammer wird Flaschengas mit Gebläseunterstützung verbrannt und die Abgase über einen Kamin ausgeleitet (Dach oder Wandmontage). Heizung und Warmwasserbereitung können unabhängig in Betrieb genommen werden. Bei Temperaturen unter etwa 3 Grad Celsius öffnet automatisch das Sicherheitsablassventil Frostcontrol und entleert den Boiler. Die Truma Combi erfordert einen 12-Volt-Anschluss.

Typische Vorteile: Die kompakte Bauweise der Combi-Modelle bietet eine hohe Flexibilität bei der Auswahl des Einbauraumes, etwa in Stauräumen. Mit dem digitalen Bedienteil CP plus ist eine komplette Steuerung von Heizung und Klimaanlage möglich.

Typische Typen: Die Truma Combi gibt es in zwei Leistungsklassen als Combi 4 (Nennwärmeleistung bis 4000 W) sowie für größere Fahrzeuge als Combi 6 (bis 6000 W). Beide Varianten sind auch als E-Version mit 230-Volt-Heizstäben erhältlich.

Typische Tipps: Für das Heizen während der Fahrt ist eine Sicherheitsabsperreinrichtung vorgeschrieben. Beim Tanken, in Garagen oder auf Fähren Anlage abstellen (offene Flamme). Bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius im Einbauraum erst die Heizung einschalten (Frostcontrol erwärmen), dann Boiler befüllen.

  • Frostcontrol mindestens zwei Mal jährlich manuell auslösen, um Kalkablagerungen zu entfernen und die Funktion zu kontrollieren.
  • Eine extrem lange Aufheizzeit deutet auf Verkalkung des Wasserbehälters hin. Zum Entkalken des Boilers nur einfache Zitronensäure verwenden.

Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 01/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

16. Dezember 2016
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