Fahrpraxis: Kreisverkehr 5 Bilder Zoom

So meistern Sie im Gespann jeden Kreisel: Hier geht’s rund

Durch den Kreisverkehr im sperrigen Gespann - für viele ein Horror: Wie einordnen, wann blinken, wie die Kurve kriegen? CARVANING gibt die richtigen Tipps.

Auf fremden Straßen verfranzt? Dem braven Caravaner schickt der liebe Gott dann einen Kreisverkehr und erspart ihm so das lästige Wenden. Doch nicht jeder Kreisel ist per Zwölfmeter-Gespann leicht zu runden – von typischen Kreisängsten ganz zu schweigen: nach innen abgedrängt, Ausfahrt verpasst, Orientierung verloren, den Nebenmann touchiert – das Wissen um die eigenen Rechte lässt solche Ängste jedoch schnell verfliegen.

Seit dem Jahr 2001 haben Fahrzeuge, die den Kreisel runden, Vorrang. Wer hinein will, muß warten: rotes Dreieck „Vorfahrt gewähren!“, dazu das blaue Zeichen „Kreisverkehr“: Erst Paragraf 9a der Straßenverkehrsordnung (StVO) bescherte dem Kreisverkehr die erfolgreiche, weil praxisgerechte Wiederkehr.

Nicht anders verfährt man daher in den meisten europäischen Reiseländern. Fehlt die Schildkombination vor einem Rondell, gilt meist die Regel „rechts vor links“, der Einfahrende hat Vorrang. In Deutschland trifft man diese Spielart nur noch selten an; Details zu den Varianten?im?Kasten?oben?rechts. Geblinkt wird in zwei Fällen: beim Spurwechsel im Kreis und beim Ausfahren. Fußgänger an der Ausfahrspur haben generell Vorrang, Radler auf umlaufender Radspur ebenso gegenüber dem Einfahrenden.

Dem Gespannfahrer geraten einspurige Minikreisel mitunter so eng, dass er die Abkürzung über die befahrbare Mittel­insel suchen müsste. Erlaubt oder verboten? Die durchgehende weiße Linie rings um eine Kreisinsel darf normalerweise nicht überfahren werden; tabu sind ebenso die gepflasterten oder farblich abgehobenen Segmente einer Mittelinsel.

Caravaner mit besonders sperriger Hakenfracht können sich die Mühe, auf einer sehr engen Kreisfahrbahn die Kurve zu kriegen, allerdings sparen: Nach § 9a Abs. 2 StVO dürfen Fahrzeuge, denen das Befahren des Kreisverkehrs wegen ihrer Ab­messun­gen sonst nicht möglich wäre, sowohl die weiße Linie als auch den gepflasterten Teil einer Kreisinsel mitbenutzen – sofern sie andere dadurch nicht gefährden; unser Testgespann links simuliert die Situation. Anders als sonst bei der Ausfahrt soll hier jedoch, „zur Vermeidung von Missverständnissen“, nicht geblinkt werden.

Welche Kreisspur peilt man an? Wenn nicht ohnehin Pfeile und Leitlinien das Einordnen vorgeben, wählt man ab der drit­ten Ausfahrt die linke statt der rechten Spur. Innerorts darf man den Kreis zweifelsfrei auch außen runden (freie Fahrspurwahl); Gespannfahrer fühlen sich dort oft besser aufgehoben, weil sie das Risiko toter Winkel beim Spurwechsel meiden können. Gegen­über einem Kreisnachbarn, der ihre Bahn von innen her kreuzen will, haben sie dort sogar Vorrang; setzen sollten sie darauf aber nicht.

Benutzt man eine Innenspur, darf die Ausfahrt nicht erst im letzten Moment vollzogen werden – es sei denn, die Fahrspur ist entsprechend markiert. Findet sich gerade keine passende Lücke zum Ausscheren, dreht man ganz entspannt eine Extrarunde. Anhalten, um die Spur zu wechseln, ist verboten. Im Übrigen gilt für alle Kreisläufer die bekannte Regel: gegenseitige Rücksichtnahme.

Mehr zum Thema Sicherheit bei www.caravaning.de

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Datum

18. September 2009
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