Hier sind die ausgewerteten Umfrage-Ergebnisse für den Knaus Südwind 5 Bilder Zoom

Knaus Südwind im Gebraucht-Check: Erfolgsmodell aus Jandelsbrunn

Wer auf einen gebrauchten Caravan spekuliert, für den sind Erfahrungen von Besitzern Gold wert. Hier sind die ausgewerteten Umfrage-Ergebnisse für das Erfolgsmodell aus Jandelsbrunn.

Besitzer eines Knaus Südwind sind mit dem Caravan recht zufrieden. Dementsprechend gut fallen die Benotungen in den wichtigen Nutzungskategorien aus. Gefragt nach der Gesamtzufriedenheit, bringt es die Traditionsbaureihe aus dem bayerischen Jandelsbrunn auf einen guten Notenschnitt von 2,1. Vor allem in den Kapiteln Wohnraum (1,9) und Küche (2,0) vermag sie bei ihren Besitzern zu punkten. Und die sind auch mit dem wichtigsten Kriterium, der Verarbeitung, recht zufrieden (Note 2,4). "Insgesamt ein guter Caravan", resümiert daher auch CARAVANING-Leser Werner Stüven aus Hassel über seinen Südwind 500 FU, "der auch nach neun Jahren noch keine gravierenden Mängel zeigt". So sollte es auch sein.

Dass dem jedoch nicht immer so ist, das dokumentieren die über 200 von Südwind-Eignern via Internet eingereichten Erfahrungsformulare sowie manche separat eingesandte Zuschrift. Im Schnitt nutzen die Umfrage-Teilnehmer ihren Südwind an 42 Tagen im Jahr, sind damit 4.229 Kilometer unterwegs und verfügen über 16 Jahre Caravan-Erfahrung. Sie wissen also, wovon sie reden.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Analyse am Fahrzeug aufgetretener Schäden besondere Bedeutung. Es ist zwar immer lästig, wenn es am Caravan zu Fehlern oder Mängeln kommt, richtig ärgerlich indes wird es, wenn deshalb gleich mehrfach die Werkstatt aufgesucht werden muss. Der Südwind zeigt hierbei keine signifikanten Häufungen, das Schadensaufkommen deckt sich in etwa mit dem von Produkten anderer Hersteller.

Als sicher schwerwiegendster Kritikpunkt kristallisiert sich anhand unserer Umfrage eindeutig die Bugpartie des Südwind heraus. Die gibt wegen Dichtheitsproblemen immer wieder Grund zur Klage bei den Besitzern: Wasserschaden am Rahmen des Bugfensters, Wassereintritt im Bereich des Gaskastens, durchfeuchtete Stirnwand – all dies sind keine Kleinigkeiten und führten bei manchem Leser-Caravan zu umfassenden Abdichtungs- und Reparaturmaßnahmen.

Tröstlich mag sein, dass die deutliche Mehrzahl der Schäden aufs erste Mal behoben werden konnte. Feuchtigkeit an anderer Stelle wird nur vereinzelt beanstandet und ist dem teils sehr hohen Alter der bewerteten Caravans gezollt. Dennoch unser Rat: Auch Interessenten für vergleichsweise junge Fahrzeuge sollten auf die typischen Anzeichen von Feuchtigkeit (Schimmel, Stockflecken, Muff) achten.

Verschiedentlich scheint bei Modellen zwischen 2005 und 2008 das Schloss der Eingangstür zu zicken. "In knapp neun Jahren haben wir bereits das dritte ausgetauscht bekommen – leider ohne Kulanz", schreibt Wolfgang Spörer aus Lauda-Königshofen.

Recht leicht zu erkennen ist, wenn sich die zweiteilige Aufbautür im unteren Teil "etwas verbogen" hat und nicht mehr sauber schließt. Auch das wird in seltenen Fällen bemängelt und führte bisweilen zu Undichtigkeiten.

Nachlassende Dichtgummis an Fenstern und Hauben, schlecht schließende Dachfenster, Probleme mit Aufstellern und Rollos bestimmen das Schadensaufkommen im Bereich Fenster/Dachhauben. Beruhigend ist, dass die Erfolgsquote der Erstreparatur recht hoch ist und ehemalige Mängel sich in diesem Bereich für einen Gebraucht-Interessenten eigentlich erledigt haben müssten. Trotzdem: gut hinschauen und die Funktion prüfen.

Gleiches gilt natürlich für die Bordtechnik. Funktioniert die Elektrik, lassen sich alle Lampen schalten? Arbeitet die Tauchpumpe im Frischwassertank, und wird sie durch die Mikroschalter an den Armaturen auch zuverlässig aktiviert? Mehrfach bemängelt wird die Toilettenspülung, die zu wenig Wasser fördet oder auch schon mal ganz ausfällt. Ebenso die Funktion des Kühlschranks, der bei Gasbetrieb schon mal die Arbeit verweigert. Beim einen oder anderen Südwind aus der Leserschaft waren in all diesen Punkten diverse Ausfälle zu verzeichnen. Entsprechend wichtig ist es, diese beim Gebraucht-Check zu inspizieren.

Machen die letztgenannten Zulieferteile hin und wieder Zicken, gibt es mit dem Möbelbau vergleichsweise wenig Probleme. Natürlich schließt auch bei einem Knaus Südwind mal eine Schranktür schlecht, reißt ein Möbelverbinder aus oder versagt eine Schubladenverriegelung. Klagen hierüber betreffen übrigens überwiegend die Baujahre 2010 bis 2012.

Die Restwertentwicklung des Knaus Südwind folgt der marktüblichen Kurve: Im ersten Jahr liegt der Restwert mit über 80 Prozent des Neupreises noch recht hoch, wohingegen für einen Neunjährigen noch in etwa die Hälfte des einstigen Neupreises angesetzt wird. Kleine Caravans sind eher gefragt und damit teurer.

Die Wiederkaufsquote für dieses Modell ist mit gut 87 Prozent ausgesprochen hoch. Schon vor diesem Hintergrund dürfte es sich lohnen, einen gebrauchten Südwind ins Kalkül zu ziehen.

Darauf müssen Sie achten!
  • Die Bordelektrik funktioniert nicht immer einwandfrei. Schalter, Leuchten sowie die Funktion des FI-Schalters im 230-Volt-Sicherungsblock checken.
  • Bei Fenstern und Dachhauben kommt es mitunter zu Undichtigkeiten. Unbedingt Dichtgummis überprüfen und ebenso die korrekte Funktion von Fenster- und Hauben-Aufstellern sowie die Rollos unter die Lupe nehmen.
  • Die Möbelqualität ist prinzipiell in Ordnung, wenngleich hin und wieder Schwachstellen bei den Möbelverbindern neben allgemeinen Montageprobleme auftreten können. Ebenso ist ein Blick auf die Funktion der Schubladenverriegelungen empfehlenswert.
  • An der Aufbautür zeigen ab und zu das Schloss und die Verriegelung Schwächen. In seltenen Fällen ist zudem der untere Türbereich verzogen, was zu Undichtigkeit führen kann. Schlösser und Verriegelungen auch an den Serviceklappen prüfen.
  • Im Bugbereich werden immer wieder Undichtigkeiten festgestellt. Das betrifft überwiegend Fahrzeuge der letzten zehn Jahre. Hier konsequent von innen und außen auf Verfärbungen und Wasserflecken achten. Außerdem treten am Gaskastendeckel mitunter Risse auf.
  • Mit der Bremsanlage steht es nicht immer zum Besten. Vor allem bei älteren Jahrgängen. Die Gründe dafür mögen im Nutzungsverhalten oder an mangelnder Wartung liegen.

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CARAVANING Archiv

Datum

23. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 2/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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