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Der Camper und das Wetter: Launen der Natur

Das Wetter ist des Campers Lieblingsthema. Zwischen ihm und der Umwelt liegen schließlich nur ein paar Bahnen Zeltstoff, im besten Fall die Sandwichwand des Wohnwagens. Um mit den Launen der Natur leben zu können, muss der Caravaner richtig damit umgehen lernen.

Gerade ein Jahrhundertsommer wie der vergangene hat gezeigt, dass so etwas Angenehmes wie Wärme auch beim Campen zum Stressfaktor werden kann. Wenn sich die Quecksilbersäule dauerhaft auf nahe 40 Grad Celsius ansiedelt, man permanent schwitzt und leidet, helfen nur noch Schatten und/oder künstliche Kühlung. Üblicherweise reagiert der Mensch auf unterschiedliche Temperaturen mit der Anpassung seiner Garderobe. Wer allerdings schon in der Badehose dasitzt und schwitzt, hat diese Möglichkeit bereits komplett ausgereizt.

Schattenspender bietet der Zubehörhandel in verschiedenen Ausführungen an. Das beginnt beim klassischen Sonnenschirm und hört beim Vorzelt auf. Sehr praktisch sind Markisen, die fest mit dem Caravan verbunden werden. Damit entfällt das Transportproblem. Auch im Trend liegen Vorzelte, die man in Schritten erweitern kann. Vom Sonnensegel bis zur geschlossenen Hülle ist hier fast jede Abstufung möglich. Wer im Caravan selbst für niedrigere Temperaturen sorgen möchte, muss richtig lüften oder Kälte produzieren. Und wer die Frische der Nacht möglichst lange in den Tag hinein bewahren will, sollte Türen und Fenster geschlossen halten und zusätzlich mit Wärmeschutzrollos oder Matten abschatten.

Der Zubehörhandel bietet elektrische Dachlüfter an, die je nach Drehrichtung frische Luft in das Fahrzeug pumpen oder heiße Luft heraussaugen. Sie sind optional sogar mit thermostatischer Regelung und Regensensoren erhältlich. Es kommt hier übrigens nicht auf die absolute Kälte an. Fünf Grad Unterschied werden bereits als kühl empfunden, und die Welt ist dann häufig schon wieder in Ordnung. Dies gilt auch für alle Klimaanlagen. Vor allem Verdunstergeräte werden es kaum schaffen, hochsommerliche Temperaturen auf 20 Grad zu senken. Auch eine Kompressorklimaanlage, die mit viel Aufwand Kälte produziert, muss nicht volle Pulle laufen und den Stromkreis auf dem Campingplatz strapazieren.

Eine typische Klimaerscheinung des Sommers und ein großer Feind des Caravaners ist der Hagel. Schließlich kann ein satter Eissturm in null Komma nichts das Dach des Caravans in eine Kraterlandschaft verwandeln. Hier hilft nur, wie so oft, ein Deckel drauf oder eine gute Versicherung. Vom Dauercamping kennt der Caravaner die Schutzdächer. Das sind Planen, die über das Dach gezogen werden. Abstandhalter sorgen dafür, dass sich zwischen Dach und Plane kein Kondenswasser bilden kann. Das hilft so gut wie auch eine neue Gummimatte aus den USA, die mit dem Dach verklebt wird. Das prasselnde Geräusch eines Landregens wird mit dieser Schicht auch vermindert. Womit wir beim Herbst und seinen Unwettern wären. Natürlich kann es auch im Sommer einmal ordentlich schütten und stürmisch zugehen. Die Hauptzeit für Orkane und Verwandte liegt allerdings im Herbst. Durch Böen mit hohen Geschwindigkeiten und kräftigem Druck wird Gespannfahren bisweilen zum Abenteuer. Hier hilft nur eines: runter mit der Geschwindigkeit. Gegebenenfalls anhalten und warten, bis sich der Sturm ausgetobt hat. Am Platz sollte man das Vorzelt immer gut abspannen, damit es seine entfernte Verwandtschaft mit einem Segel nicht zu ernst nimmt. Viele Unfälle auf Campingplätzen sind Folge von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ziegeln. Deshalb sollte man jetzt den Caravan nicht in der Nähe von Bäumen oder Häusern abstellen. Es gibt übrigens Stürme, die nicht unbedingt jahreszeitlich bedingt sind, sondern wie aus heiterem Himmel plötzlich loslegen. Dazu gehören der Bora-Wind an der kroatischen Adriaküste, Mistral im Süden Frankreichs oder der kräftige Meltemi in Griechenland. Allesamt sehr gefährliche Stürme, die selbst ein langsam fahrendes Gespann von der Straße pusten können. Es gehört auch zur richtigen Reisevorbereitung, über solche Naturgegebenheiten informiert und darauf eingestellt zu sein. Ganz schaurig wird es im Herbst, wenn Blitz und Donner regieren. Bekannt ist, dass ein Auto dank der Ganzmetallkarosserie den Insassen Schutz bietet. Bei einem Gewitter sollte man die Fenster geschlossen halten, nach Möglichkeit die Fahrt unterbrechen oder zumindest langsam fahren. Da ein Caravan in der Regel eine Außenhaut aus Aluminium besitzt, bietet er ebenfalls guten Schutz vor Blitzschlag. Das Stromkabel und andere externe Leitungen sollten jedoch getrennt werden. Nach Möglichkeit fahren Sie die Antenne ein, sobald ein Gewitter naht.

Egal ob es stürmt, gewittert oder hagelt, der Caravaner hat immer einen Schutz in petto. Er findet Unterschlupf in den fes-ten Service-Räumen oder noch besser im gemütlichen Restaurant des Campingplatzes. Der Winter ist die Jahreszeit, die vom Caravaner und seinem Gespann am meisten abverlangt. Väterchen Frost stellt den Caravaner vor größere Herausforderungen. Besonders wichtig sind Winterreifen. Bei Anfahrproblemen helfen geriffelte Antirutschmatten über die ersten Meter weg. Ein Stück weiter ziehen Anfahrhilfen den Karren aus dem Schnee. Zum harten Winter gehört auch die passende Schneekette. Die Kälte ist das größte Problem, das der Wohnraum bewältigen muss. Nicht jede Heizungsanlage ist für den harten Winterbetrieb ausgelegt. Arbeitet die Heizung nicht zufriedenstellend, ist womöglich Besserung drin: Heizungshersteller Truma bietet ein ausgedehntes Programm an Rohren, Beschlägen und Zusatzgeräten an, geeignet auch zur Montage durch talentierte Selbermacher. Wer je im Winter aus dem Bett sprang, um Gasflaschen zu tauschen, weiß die vollautomatische Umschaltung Truma Duomatic zu schätzen. Noch besser ist ein Campingplatz, der Gasflaschen mit 33 Kilo zur Verfügung stellt. Auf dem Campingplatz dient in der kalten Jahreszeit ein Vorzelt als Schleuse und Stauraum. Idealerweise verwendet man Pultdachzelte mit etwas kleinerer Grundfläche. Eines der wichtigsten Utensilien kommt zum Schluss und ist überall zu haben: ein kräftiger Besen mit langem Stiel. Schnee allerorten sieht zwar nett aus, doch die Straßenverkehrsordnung verlangt beim Fahren ein schneefreies Dach. Auch die Last des Schnees auf Vorzelt und Caravan dürfen Sie nicht unterschätzen. Der Frühling ist an und für sich eine liebliche Jahreszeit. Die Natur wacht auf, und die Strapazen des Winters sind überstanden. Allerdings verschwinden manchmal auch die Schneeberge viel zu schnell. Wenn dann noch andauernd starker Regen dazukommt, ist das Katastrophenszenario perfekt. Flüsse treten über die Ufer, ganze Berghänge rutschen ab und reißen die Caravans wie Spielbälle mit sich. Dagegen hilft nichts. Wohl dem, der rechtzeitig abgebaut oder eine gute Versicherung abgeschlossen hat ...

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Datum

22. November 2003
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