Zoom

Alle Fragen rund um Gas im Caravan: (K)eine Wissenschaft für sich

Gas muss keine Wissenschaft für sich sein - den richtigen Umgang lernt man leicht. CARAVANING-Experten beantworten die am häufigsten gestellten Fragen.

Eine mobile Welt ganz ohne Flüssiggas ist momentan nur schwer vorstellbar. Alle Kocher und Heizungen in Caravans werden mit Gas betrieben. Viele Boiler und Kühl­schränke funktionieren ebenfalls mit dem Energieträger. Man hat sich daran gewöhnt, man hat aber auch die Vorteile dieser Energieform schätzen gelernt. Trotz allem gibt es viele Bereiche, die bei Caravanern immer wieder Fragen aufwerfen. Eine Menge an Leserbriefen zu diesem Thema sind ein deutliches Indiz. CARAVANING fasst die Fragen zusammen und beantwortet sie klar und verständlich.
Welche Arten von Gasflaschen werden in Caravans benutzt?

Flaschen sind das gängigste Transportmittel für Flüssiggas im Caravan. Sie können aus Stahl, Aluminium oder aus Kunststoff mit Glasfaserverstärkung (GfK) bestehen. Auf der Flasche befindet sich ein Absperrventil, an das über ein Linksgewinde der Druckregler angeschlossen wird. Im Campingbereich sind Stahlflaschen mit fünf und elf Kilogramm Inhalt gebräuchlich. Das Eigengewicht ist etwa so hoch wie ihr maximaler Inhalt. Alu-Gasflaschen werden in zwei Größen, mit sechs oder zwölf Kilo Inhalt, verwendet. Das Eigenge­wicht liegt bei 3,7 und 5,5 Kilo. Kunststoff-Flaschen enthalten in der Regel fünf oder zehn Kilo Gas. Das Flaschengewicht kommt auf 4,5 und 6,7 Kilo.

Wie unterscheiden sich Pfand- und Tauschflaschen?

Gasflaschen sind entweder als Pfand- oder Tauschflaschen im Umlauf. Die gängigste Sorte ist die Tauschflasche. Sie ist durch einen grauen Anstrich als solche gekennzeichnet. Beim Erstbezug wird ein Nutzungsrecht erworben. Überall dort, wo Flüssiggas erhältlich ist, kann die leere Flasche gegen eine gefüllte, ebenfalls graue Flasche getauscht werden. Son­derfall für eine Tauschflasche ist die weltweit in verschiede­nen Größen erhältliche blaue Campingaz-Flasche, die mit Butan gefüllt ist.

Pfandflaschen werden von ei­nem meist regional agieren­den Versorgungsunternehmen aus­gegeben. Die Flasche ist mit dem Namen des Lieferanten versehen und als Pfandflasche gekennzeichnet. Auch hier entrichtet der Kunde eine einmalige Gebühr, die er allerdings bei der Rückgabe wieder zurückbekommt. Die Nutzung ist zeitlich unbegrenzt. Pfandflaschen werden ausschließlich von den Abfüllstationen nachgefüllt, die zu dem Flüssiggas-Unternehmen gehören, von dem der Kunde sie erworben hat. In der Regel werden Alu- und Kunststoff-Flaschen als Pfandflaschen behandelt. Sie werden gegen eine Pfandgebühr geliehen und nur an speziellen Stationen gefüllt oder getauscht.

Was versteht man unter einer Tankflasche?

Die Tankflaschen von WynenGas sind Zwitter aus Tank und Gasflasche. Die Größe entspricht einer Elf-Kilo-Stahlflasche, so dass sie im Gaskasten untergebracht werden können. Um diese Tankflaschen an al­len Gastankstellen füllen zu können, müssen sie ortsfest montiert sein. Das heißt, sie können nicht so einfach entnommen werden wie eine Gasflasche. Die Füllanschlüsse einer Tankflasche entsprechen denen eines Tanks. Mit dem Gasnetz des Caravans werden Tankflaschen über die übliche Regler-Schlauch-Kombination verbunden. Nähere Informationen bei http://www.wynen-gas.de.

Welche baulichen Bedingungen gelten für den Gaskasten?

Der Gaskasten muss gegen den Wohnraum dicht sein. Dies muss auch der Fall sein, wenn eine Zugangstür zum Gaskasten vom Innenraum aus vorgesehen ist – wie beispielsweise in einem Campingbus. Hier wird für den vom Fahrzeuginneren zugänglichen Kasten eine abdichtende Klappe oder Tür verlangt. Da Flüssiggas schwerer ist als Luft und demzufolge nach unten fällt, könnte sich bei einer Undichtigkeit der Gasflasche, des Gasschlauches oder des Reglers das austretende Gas im Flaschenkasten sammeln und sich unter Umständen entzünden. Aus diesem Grund wird eine unverschließbare Belüftungsöffnung von 100 Quadratzentimetern am Boden des Gaskastens verlangt. Im Flaschen­kas­ten dürfen sich keine Zündquellen be­finden.

Welcher Gasdruck ist in Wohnwagen zulässig?

Seit Mitte der neunziger Jahre gilt europaweit ein Gasdruck von 30 Millibar für den Neubau von Gasanlagen in Reisemobilen und Caravans. Kocher und Grills für den heimischen Balkon werden in der Regel in 50-mbar-Versio­nen geliefert. Wer seinen Gasgrill direkt am Fahrzeugregler betreiben möchte, sollte auf dessen Betriebsdruck achten. Bei älteren Fahrzeugen mit 50-mbar-Anlage taucht das Problem auf, dass zur Modernisierung von Heizung, Kocher und Co. in der Regel nur noch Geräte mit 30 mbar Betriebsdruck zur Verfügung stehen. In diesem Fall kann man sich mit einem Vordruckregler behelfen. Der Regler wird unmittelbar vor das neue Gerät montiert und reduziert dann hier den Betriebsdruck auf 30 mbar.

Dürfen Gasgeräte während der Fahrt betrieben werden?

Neufahrzeuge müssen seit 2006 mit einer Sicherung gegen ausströmendes Gas bei ei­nem Leitungsabriss ausgerüstet sein, wenn während der Fahrt Gasgeräte betrieben werden sollen. Das Gasregelsystem Secumo­tion von Truma ist mit einer solchen Sicherung ausgestattet. Wird ein Fahrzeug ohne Schlauchsicherung produziert, so dürfen die Gasgeräte an Bord nicht verwendet werden. Im Gaskasten muss dies auch durch einen Hinweis dokumentiert werden. Fahrzeuge, die vor 2006 zugelassen wurden, genießen Bestandsschutz. Sie dürfen während der Fahrt zum Beispiel beheizt werden. Einzige Ausnahme in Europa: Frankreich verbietet dies generell.

CARAVANING-Tipp

Festsitzende Schutzkappen und Schlauchenden am Flaschenventil öffnet man mit einem speziellen Schlüssel, der im Gaskasten deponiert wird. Das Werkzeug gibt es unter diversen Namen im Zubehörhandel.

Autor

Foto

Foto: Uli Regenscheit

Datum

15. Dezember 2007
5 4 3 2 1 4 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt