In den Cinque Terre eroeffnen sich stets neue Ausblicke. 22 Bilder Zoom

Caravan-Urlaub an der ligurischen Küste: Zwischen Meer und Himmel in Nordwest-Italien

Schroffe Klippen, reiche Blütenpracht, bunte Fischerdörfer, kulturreiche Städte und idyllische Wanderwege: Beim Caravan-Urlaub in Cinque Terre zeigt sich Italien von seiner malerischen Seite.

Auf den ersten Blick hat dieses Plätzchen nichts Besonderes. Es liegt nur vier, fünf Schritte vom Wanderweg entfernt. Ein paar Steine, ein schrumpeliger Olivenbaum, ein Geländer, ein bisschen Grün. Nichts Außergewöhnliches also – und trotzdem ist das unser neuer Lieblingsplatz. Der schönste in Cinque Terre. Einer von den Orten, die für immer im Gedächtnis bleiben.

Von hier aus hat man den perfekten Ausblick: 200 Meter weiter unten liegt Vernazza – ein kleiner Hafen, ein paar Fischerboote, bunte Sonnenschirme, ineinander verschachtelte Häuser mit farbenfrohen Fassaden, das Castello auf der Anhöhe, die gewaltige Kirche, die kleine Piazza am Meer. Wäsche flattert auf der Leine, und da unten vor der Trattoria Capitano bringt der Ober gerade Espresso an den Tisch. Schön ist das hier. Man könnte stundenlang zuschauen. Es riecht nach Meer, nach wildem Thymian, nach frisch gemähtem Gras. Einfach nur dasitzen und die Ruhe genießen.

Willkommen in Cinque Terre

Cinque Terre: Das sind fünf Welten, fünf Dörfer im äußersten Süden der ligurischen Riviera, etwa 80 Kilometer südlich von Genua. Sie heißen Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola, Riomaggiore – und liegen an der schönsten Steilküste Europas. Bis vor etwas mehr als 20 Jahren waren sie nur per Bahn, per Schiff oder zu Fuß erreichbar – und damit für die großen Touristenströme ziemlich uninteressant. Inzwischen führen schmale Sträßchen in die Orte, die sich aber in vielen Kurven über die Berge winden – so mühsam zu befahren, dass die meisten Urlauber hier immer noch Wanderer sind.

Die ganze Gegend ist ziemlich genial mit dem Zug zu erkunden. Man kann zum Startpunkt in jedes der Cinque-Terre-Dörfer fahren, ein Stück wandern und vom nächsten Dorf wieder zurückfahren – oder man kann das Schiff nehmen – freie Auswahl. Die Bahn fährt mindestens ein Mal pro Stunde "per La Spezia" oder "per Sestri

Die schönsten Küsten Liguriens

Es ist eine gute Zeit, um die Küsten rund um Genua zu erleben. In der Nebensaison sind die Badeorte an der Riviera di Ponente nicht überlaufen. Sonnenliegen und Schirme stehen akkurat aufgestellt und warten auf den großen Ansturm. Im Frühsommer und im Herbst ist es meist sonnig und oft so warm, dass man schwimmen kann. Ansonsten: Wie wäre es mit einem Bummel durch die Palmenallee von Finale Ligure? Oder mit einer Espresso-Pause auf der Piazza von Portofino, einem Sonnenuntergang im geschichtsträchtigen Rapallo, einer Schifffahrt nach La Spezia? Doch unser Glanzlicht an der ligurischen Küste sind und bleiben die Cinque Terre.

Wandern in Cinque Terre

Idealer Ausgangspunkt für Wandertouren ist das Städtchen Deiva Marina. Wir haben uns für den Campingplatz Valdavia entschieden, denn von hier fährt der Zug in gerade einmal 16 Minuten nach Monterosso, ins erste der Cinque-Terre-Dörfer – praktischer geht es kaum. Auf schmalen, in den Fels gehauenen Wegen geht es durch Weinberge, über Hügel, immer mit herrlichen Ausblicken auf die steil zum Meer hin abfallenden Klippen. Im Oktober vor vier Jahren wüteten hier Unwetter, die die Dörfer zum Teil schwer verwüstet haben. Inzwischen ist alles wieder aufgebaut, und die Wanderwege sind wieder freigegeben. Allerdings wird in Monterosso beim Einstieg in den Wanderweg ein kleiner Obolus kassiert. Er ist jeden Cent wert.

Italien pur: Die ligurischen Dörfchen

Jeden Tag eine andere Tour. Da macht schon das Einkaufen morgens Spaß: Die Lady in dem Lebensmittelladen in Deiva Marina kennt uns schon. "Buon giorno", sagt sie, "was darf’s denn heute sein? Peccorino oder ein Stück Parmesan? Salami oder ein Stück vom San-Daniele-Schinken?“ Eine Tomate, ja, eine Paprika, ein Stück Focaccia dazu. Sie packt alles ein – unser Lunch-Paket für den Tag.

Keine Ahnung, wie sie das machen in Vernazza. Von den Häusern blättert die Farbe, aber gerade so, dass das Städtchen noch echt und richtig malerisch aussieht. Vernazza ist der fast perfekte Traum von einem Fischerdorf. Das einzige, was wir jetzt noch überlegen müssen: Essen wir unser Lunch-Paket hier oben und genießen die Aussicht – oder gönnen wir uns doch lieber gegrillten Tintenfisch und ein Glas kühlen Weißwein am Hafen ...Wandern zwischen Himmel und Meer

Foto

Joachim Negwer, Fotolia/quaximo (1)

Datum

2. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 05/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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