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In Europa gibt es viele unterschiedliche Bestimmungen bei der Maut. 12 Bilder Zoom

Maut-Bestimmungen in Europa: Wo müssen Caravaner mit Maut rechnen?

Die Länder Europas verfügen über Unterschiedliche Bezahlsysteme und Bestimmungen bei der Maut. Hier bekommen Sie den vollen Überblick.

+++ Eine Übersicht über alle beliebten Campingreiseländer in Europa mit mautpflichtigen Straßen für Caravaner, finden Sie im gratis Download am Ende des Artikels. +++

Ärger mit der Maut muss nicht sein, denn wer sich vor dem Urlaub informiert, kann allen Stolpersteinen aus dem Weg gehen. Im Internet kann man für jedes Reiseland nachlesen, welche Bedingungen gelten. Im Kasten unten finden Sie die entsprechenden Adressen. Worauf man achten muss, fasst auch der ADAC übersichtlich unter www.adac.de zusammen. Generell ist grundlegendes Wissen über die Maut im Reiseland der beste Schutz vor unliebsamen Überraschungen und Nachzahlungen.

Mautstrecken für Caravaner: Fallstricke vermeiden

Ist man mit einem Gespann auf Schweizer Autobahnen unterwegs, brauchen sowohl Zugfahrzeug als auch Anhänger eine gültige Vignette. Das Zugfahrzeug darf außerdem nicht mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Ist es schwerer, wird die Schwerlastabgabe fällig, und zwar auf allen Schweizer Straßen. Beachten: Auch wenn für den Zugwagen die Schwerlastabgabe entrichtet wird, braucht der Anhänger dennoch eine Vignette.

In Spanien sind die staatlichen Autovias in der Regel kostenfrei, während man auf den privat betriebenen Autopistas eine streckenabhängige Maut entrichten muss. Diese hängt neben dem Streckenabschnitt auch von der Saison und eventuellen Feiertagen ab. Eine Besonderheit hält das portugiesische Mautsystem bereit. Hier ist der Aufenthalt zwischen zwei Mautstationen auf zwölf Stunden begrenzt. Wer länger verweilt, muss die doppelte Gebühr für die längste mögliche Strecke bis zur nächsten Zahlstelle oder Ausfahrt entrichten. Vorsicht ist auch in Slowenien geboten, wo man mit absurd hohen Strafen von bis zu 800 Euro rechnen muss, sollte man bei einer Kontrolle ohne gültige Vignette angetroffen werden. Also besser schon zu Hause die Vignette kaufen, beispielsweise beim ADAC.

Wer sich an Mautstationen nicht in die Warteschlange einreihen will, hat mit elektronischen Mautboxen die Möglichkeit, in bestimmten Ländern die Maut bargeldlos zu bezahlen. Bestellen kann man die Mautboxen über www.tolltickets.com. Bei tolltickets gibt es derzeit Mautboxen für folgende Länder: Italien (Telepass), Frankreich (Liber-t), Spanien (VIA-T), Portugal (ViaVerde), Norwegen, Schweden und Dänemark (alle drei AutoPass).

Maut umfahren – so geht’s

Die meisten europäischen Länder haben ein Mautsystem, in den häufigsten Fällen wird die Gebühr auf Autobahnen und Schnellstraßen fällig. Wer partout keinen Wegezoll entrichten möchte, kann auch ganz ohne Abgaben durch Europa kommen – eilig sollte man es dann allerdings nicht haben. Im Kasten unten haben wir die Probe aufs Exempel gemacht und für drei beliebte Reiserouten die Kosten für Maut und Sprit ausgerechnet. Jedes der drei Ziele kann man auch ohne Maut erreichen, die Fahrzeit ist dann aber bedeutend länger.

Liegt das Reiseziel im Norden, hat man die Wahl zwischen zwei Varianten. Entweder fährt man über Land beziehungsweise über die beiden großen Brücken Storebaelt und Öresund oder man nimmt die Fähre. Letztere ist deutlich bequemer, dafür ist man etwas länger unterwegs als bei der Fahrt über Land. Preislich hält es sich ungefähr die Waage. Die Fährpreise hängen von der Länge des Gespanns und der Personenzahl ab. Auch die Saison ist für den Fährpreis ausschlaggebend, am besten bucht man so früh wie möglich. Tagfahrten sind günstiger als Nachtfahrten, da man keine Kabine braucht.

Frankreich ist ein beliebtes Reiseziel, Maut fällt auf den meisten Autobahnen an. Wählt man kleinere Straßen, spart man sich die Gebühren. Die A 75 durchs Zentralmassiv ist größtenteils kostenlos, nur bei Millau wartet die gebührenpflichtige Brücke, die aber auch umfahren werden kann. Paris sollte man möglichst umfahren, da sich auf der Umgehungsstraße Francilienne oft lange Staus bilden.

Auf der Fahrt an die Adria, zum Beispiel nach Istrien, wird Slowenien passiert, das mit 30 Euro für einen Monat relativ hohe Vignettenpreise aufruft. Wer diese Maut umfahren will, muss achtgeben, wirklich keine mautpflichtige Straße zu befahren, andernfalls sind die Strafen horrend. Bei den mautfreien slowenischen Straßen handelt es sich zudem oft um schlecht ausgebaute Nebenstraßen. Der Fahrkomfort wird daher wohl bei den meisten den Vorzug vor der Ersparnis beim mautfreien Fahren bekommen. Zeitersparnis gegen Geldersparnis: Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen. Wer noch berufstätig ist und nur eine begrenzte Zahl an Urlaubstagen hat, wird im Zweifelsfall wohl die schnellere Route vorziehen.

Österreich

Pkw mit Anhänger bis 3,5 t: Schnellstraßen und Autobahnen, Vignette: 8,80 Euro/10 Tage, 25,70 Euro/ 2 Monate, 85,70 Euro/1 Jahr

Schweiz

Pkw und Anhänger bis jeweils 3,5 t: Autobahnen und Autostraßen (Nationalstraßen 1. und 2. Klasse), Je eine Vignette für Zugfahrzeug und Anhänger: 37 Euro/Jahr 1)
Pkw und/oder Anhänger über 3,5 t: alle Straßen, Schwerverkehrsabgabe und Vignette 2): 30 Euro/10 frei wählbare Tage oder 595 Euro/Jahr

1) Die Preisangaben für die Schweiz unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.
2) Anhänger benötigen eine eigene Vignette, auch wenn für das Zugfahrzeug von über 3,5 t die Schwerverkehrsabgabe entrichtet wird.

Norwegen

Pkw mit Anhänger: einzelne Brücken, Tunnels oder Streckenabschnitte, Video-Maut, teils Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt

Schweden/Dänemark

Pkw mit Anhänger: Öresundbrücke, Brückenmaut: 96 Euro*
Pkw mit Anhänger: Storebaeltbrücke, Brückenmaut: bis 6 Meter: 34 Euro* über 6 Meter: 51 Euro*

* Die Preisangaben unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.

Großbritannien

alle Reisemobile: M6 nördlich von Birmingham, Gebühren an Zahlstationen: variiert nach Uhrzeit und Wochentag

Kroatien

Pkw mit Anhänger: Autobahnen, Gebühren an Zahlstationen: variiert je nach Streckenabschnitt

Italien

Pkw mit Anhänger: fast alle Autobahnen, Gebühren an Zahlstationen: variiert je nach Streckenabschnitt

Frankreich

Pkw mit Anhänger: fast alle Autobahnen, Gebühr an Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt

Spanien

Pkw mit Anhänger: privat betriebene Autopistas, Gebühr an Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt

Portugal

Pkw mit Anhänger: Teilstrecken auf den Autobahnen, Gebühr an Zahlstellen oder elektronische Maut: variiert je nach Streckenabschnitt

Slowenien

Pkw mit Anhänger1): Schnellstraßen und Autobahnen, Vignette: 15 Euro/7 Tage, 30 Euro/ 1 Monat, 110 Euro/14 Monate

Polen

Pkw mit Anhänger: Autobahnen, Via-Auto oder Karten-/ Barzahlung an Mautstellen: streckenabhängig

Tschechien

Pkw mit Anhänger: Autobahnen und Schnellstraßen, Vignette: 12 Euro*/10 Tage, 17 Euro*/ 1 Monat, 57 Euro*/1 Jahr

* Die Preisangaben für Tschechien unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.

Download
Kostenlos herunterladen Maut in Europa - Überblick für Caravaner (PDF)
Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Vierneisel, Zink, Archiv

Datum

1. Juli 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 6/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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