Praxis: Möbel erneuern 10 Bilder Zoom

Werkstatt-Tipps für neue Oberflächen: Möbelfronten und Arbeitsflächen erneuern

Die CARAVANING-Schwesterzeitschrift promobil verpasste einem alten Reisemobil schicke neue Möbelfronten. Genauso funktioniert's auch beim Caravan.

Neues Wohnambiente gefällig? Aber, bitte schön, im geliebten alten Caravan? Denn der ist ansonsten viel zu gut, als dass man sich davon trennen wollte?

Dann heißt es, einem betagten Hymer Camp auf seinem Modernisierungstrip nach Kißlegg im Allgäu zu folgen: dorthin, wo andere Leute Urlaub machen und fleißige Mitarbeiter der Firma Stengele Holz- und Kunststofftechnik Klappen, Schränke und andere Einrichtungsgegenstände für die renommiertesten Freizeitfahrzeughersteller fertigen. Was für das alte Reisemobil gut ist, lässt sich durchaus auch auf Caravans anwenden.

Der Renovierungskandidat

Neben einer optischen Aufwertung sollen durch den Umbau offengelegte Technik und quer durch den Raum verlaufende Kabel wieder versteckt werden: Das Fahrzeug soll wieder voll gebrauchsfähig sein.

Für die große Überraschung sorgt dabei aber Firmenchef Erwin Stengele selbst, der sich gleich sehr heimisch fühlt. „Das Fahrzeug kenne ich, das haben wir vor fast 20 Jahren für Hymer ausgebaut. Die Kantenleis­ten habe ich eigenhändig mit Kunstleder bezogen. Ob das heute noch richtig hält?“

Insgesamt gute Voraussetzungen für die Arbeit am neuen Outfit, zu der sich alle Beteiligten im Reisemobil versammeln.

Die Überarbeitung im Detail

Zielvorgaben: Der Wagen soll innen moderner und, vor allem, heller werden. Dinge mit praktischem Wert – wie die stabile mechanische Trittstufe oder die Koch-Spülmulde aus Edelstahl – müssen erhalten und ins neue Konzept integriert werden.

Erwin Stengele und vier Mitarbeiter aus allen Bereichen entwickeln Strategien, begutachten Oberflächen und treffen schließlich Entscheidungen.

Das Ergebnis: Trotz etwas altertümlicher Teak-Optik soll der Möbelkorpus erhalten bleiben. Der Aufwand, hier um­zubauen, wäre zu hoch und un­realistisch. Dafür sollen sämtliche Klappen und Türen durch helles Material ersetzt und so groß gewählt werden, dass sie möglichst viel vom dunklen Korpus verdecken. Mehrere Muster werden gefertigt, und die Wahl fällt auf ein Dekor – eine mattweiße Klappe mit in Chrom gefasstem Streifen in Orange. Diese Kombination nimmt das ebenfalls erneuerte Außendesign des betagten Mobils auf.

Als Träger dient papierfoliertes Pappelsperrholz. Darauf werden mit Spezialklebeband die Acrylstreifen geklebt. Der farbige Teil bleibt glänzend, der weiße Teil wird matt. Die Chromleiste wird in eine Nut gelegt, um nicht zu dick aufzutragen.

Bei waagerechten Möbelflächen wie Tischplatte, Küchenabdeckung und ähnlichen Ablagen entscheidet sich das Team für einen hellen Mineralwerkstoff. Dieser Kunststein in dünnen Scheiben wird mit Spezialkleber befestigt, einer Kombination aus Heiß- und PU-Kleber. Der Heißkleber fixiert rasch, um die Maßhaltigkeit zu gewährleisten, der PU-Kleber bindet nach zwei Tagen ab, hält aber für die Ewigkeit. Die Steher an den Schränken endeten in einem dunkelbraunen Umleimer. Der wurde gegen dünne Acrylglasstreifen in Klappenfarbe ausgetauscht. Um den Konturen folgen zu können, mussten die Streifen in einer speziellen Abkantmaschine heiß gebogen werden.

Zum Schluss gibt’s ein besonderes Schmankerl. Die Hymer-Passagiere mussten bisher ohne Deckenleuchte und ohne Licht am Eingang auskommen. Die Stengele-Techniker lösten beide Probleme mit zwei dicken Streifen Acrylglas, vorn satiniert und hinten weiß lackiert. Diese erhielten eine Nut, in der eine LED-Kette versenkt wurde. Das Ganze leuchtet jetzt auf den Hängeschränken indirekt Richtung Decke und ist vom Eingang her schaltbar.

Kosten & Mühe

Für die Herstellung hochwertiger Möbelklappen braucht man neben dem Know-how und dem handwerklichen Geschick auch spezielles Werkzeug – keine Chance für den Heimwerker.

Das Anschrauben von Klappen und Türen dürfte dagegen für einen sorgfältigen Bastler kein Problem sein. Der Preis ist schwer einzugrenzen. Ein Satz Klappen und Türen kosten je nach Machart ab rund 3.000 Euro.

Info: Telefon 07563/9117, www.stengele.com

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Datum

9. Juni 2010
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