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Opel Insignia im Zugwagen-Test: Größere und leichterer Modelle

Das Flaggschiff von Opel wird Größer und leichter. Dafür wurde bei einigen Motoren Anhängelast geopfert. CARAVANING testet den neuen Opel Insignia auf seine Stärken und Schwächen als Zugwagen.  

Der Opel Insignia wird breiter und länger, verliert als Limousine namens Grand Sport aber trotzdem bis zu 175 Kilogramm Gewicht. Letzteres hat eigentlich nur Einfluss auf die Tempo-100-Zulassung, Ersteres schafft nun endlich jene Platzverhältnisse, die man von einem so stattlichen Auto erwartet: Zwei 1,85-Meter-Männer können bequem hintereinander sitzen, der Einstieg in den Fond gelingt erheblich besser. Der Kofferraum der Schrägheck-Limousine – einen Stufenheck-Insignia gibt es nicht mehr – ist mit 490 Litern zwar zehn Prozent kleiner als beim Vorgänger, wirkt aber völlig ausreichend – wenn die dreigeteilt umklappbare Rückbanklehne fast eben auf den Sitzflächen liegt, sogar üppig. Nur die Ladekante dürfte ruhig flacher sein. 

Kleine Motoren für den Opel Insignia

Durch die Diät kann Opel kleine Motoren einbauen. Bei den Benzinern macht der 1,5-Liter-Turbo den Anfang. Es gibt ihn mit 140 und 165 PS, den stärkeren auch mit 6-Gang-Automatik, und in beiden Fällen stehen 250 Nm Drehmoment an. Enttäuschend für Caravaner: Beide Leistungsstufen scheiden mit 1.405 Kilogramm Anhängelast für angemessen große Caravans aus. Der nächststärkere Benzinmotor, ein Zweiliter-Turbo mit Allradantrieb und 8-Gang-Automatik, macht einen riesigen Sprung auf 260 PS und 2.200 Kilogramm Anhängelast, aber auch von 29.995 respektive 32.155 Euro auf 41.500 Euro (jeweils in der Ausstattung Dynamic). Bei den Diesel-Aggregaten geht es mit einem 1,6-Liter los, der 110 oder 136 PS leistet. Doch auch hier beschränkt Opel die Anhängelast auf 1.405 Kilogramm, beim 136er mit Automatik sogar auf schlappe 1,3 Tonnen. Mit 1.905 Kilogramm Anhängelast deutlich besser steht der 2,0-Liter mit 170 PS und 400 Nm maximalem Drehmoment da, den wir als Fronttriebler mit Handschaltung bereits mit Caravan fahren konnten. Allradantrieb und 8-Gang-Automatik werden für den 2.0 Turbo D nachgereicht. Als 4x4 soll auch er 2,2 Tonnen ziehen dürfen. 

Der Zweiliter-Motor mit 125 kW (170 PS) und 400 Newtonmeter Drehmoment läuft im abgespeckten Insignia zur Hochform auf. Doch ein Muster an Geschmeidigkeit ist der Vierzylinder noch immer nicht. Zum Anfahren braucht er ein wenig Gas, ab 1.200 Umdrehungen zieht er dann wuchtig durch. Der Schalthebel liegt bestens zur Hand, flutscht geschmeidig durch die Kulisse und sorgt für stets passenden Anschluss. Allerdings neigt der Insignia sogar noch im zweiten Gang zum Radschlupf an der Vorderachse, doch die Lenkung bleibt weitgehend frei von Antriebseinflüssen. Das Fahrwerk, im Testwagen mit elektronischer Dämpferverstellung, findet einen deutlich besseren Kompromiss aus Agilität und Komfort als beim Vorgänger. Der kompakte Fendt Bianco, eine Leihgabe vom Camping Center Vöpel, stellt den Insignia in keiner Situation vor Probleme.

Wie bisher schwenkt die Zugvorrichtung aus, nachdem sie am Seilzug unter der Heckschürze entriegelt wird. Doch bis der Haken einrastet, ertönt ein schriller Warnton, der mit Sicherheit den gesamten Campingplatz aufweckt.

Toll ist die Überholfunktion des Abstandsregeltempomaten. Erkennt er die Überholabsicht, lässt das Frontradar den Insignia kurzzeitig näher auf den Vordermann auflaufen, um keinen Schwung zu verlieren. Top sind auch die AGR-Sitze (390 Euro), das LED-Licht (Serie Business Innovation) und die vielen Details wie Doppel-USB-Steckdosen hinten. Weniger gelungen ist die Rückfahrkamera: Sie verzerrt das Bild so, dass der Kugelkopf "unter" der Deichsel verschwindet, bevor beide zusammenfinden.

Der Opel Insignia im Überlick

  • Motor: 2,0 Turbo D, 125 kW (170 PS)
  • Antrieb:Vorderradantrieb 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Grundpreis: 29.865 Euro (Selection)
  • Anhängelast Baureihe: 1.405 bis 2.200 kg

Quik-Check

+ Kräftiger, aller Erfahrung nach sparsamer Diesel-Motor.
+ Hoher Federungskomfort auch mit Caravan am Haken.
+ Hohe Zuladung durch geringeres Eigengewicht.
+ Onstar-Concierge-Service findet auch Campingplätze.
+ Später Allradantrieb und 8-Gang-Automatik lieferbar.
+ Deutlich mehr Platz als im Vorgängermodell.
+ Exzellentes LED-Licht optional verfügbar.
- Spürbare Traktionsschwäche.
- Rückfahrkamera mit verzerrtem Bild beim Ankuppeln.
- Lauter, schriller Warnton beim Entriegeln der Anhängevorrichtung.
- Kofferraum etwas kleiner als beim Vorgängermodell (Limousine).
- Kein Rangierassistent.
- Griff für AHK-Entriegelung im Schmutzbereich.

Mehr Kofferraum beim Kombi

Deutlich mehr Käufer werden sich auch zukünftig für den nur 1.000 Euro teureren Insignia Sports Tourer entscheiden. Der Kombi verliert sogar bis zu 200 Kilogramm Gewicht, gewinnt aber durch das höhere Dach und die steilere Heckscheibe rund 130 Liter Laderaum (Volumen jetzt 1.665 Liter mit umgeklappten Rücksitzlehnen). In Verbindung mit schlüssellosem Zugang öffnet die Heckklappe auch per "Fußtritt" unter den Stoßfänger. Das Motorenangebot ist dasselbe wie für den Grand Sport, auch die Anhängelasten korrespondieren.

Noch ein Wort zum Allradantrieb: Statt eines Differenzials arbeitet hinten ein Kegelrad mit zwei elektronisch gesteuerten Kupplungen vor jeder Antriebswelle. So kann die Motorkraft aktiv zu jedem Rad geleitet werden, bevor das System Schlupf an der Vorderachse registriert. 

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Ingo Wagner, Hersteller

Datum

13. Mai 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 05/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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