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Polsterwechsel im Wohnwagen: Stoff-Wechsel

Sitzmöbel im Wohnwagen unterliegen zwei Gefahren: der Mode und dem Verschleiß. Zusammen mit Rühl Leder zeigt Ihnen CARAVANING, wie Polster erneuert werden – und zugleich eine neue Atmosphäre entsteht.

Der Aha-Effekt lässt nicht lange auf sich warten. Kaum ist das letzte Stoffkissen der Rundsitzgruppe gegen das neue Lederpolster getauscht, präsentiert sich das Wohnwagen -Interieur in anderem Flair. Was so ein paar neue Polster doch ausmachen.

Die Sitzgruppe wirkt auf einmal noch einladender. Ein Eindruck, der nicht nur oberflächlich bleibt, sondern auch vom ersten Probesitzen bestätigt wird. Und nicht nur das: Der gesamte Innenraum erfährt durch das Umpolstern eine deutliche Aufwertung.

Die edlen Lederbezüge im Zweifarbendesign tun ihr Übriges. Farblich in Barriquerot und Sahneweiß gehalten, passen sie gut zum Möbeldekor – und sie schmeicheln der Hand. Die Oberflächen-Struktur erinnert eher an Möbelleder denn an solches, das normalerweise in Fahrzeugen zum Einsatz kommt. 

Hergestellt wird es aus ganz gewöhnlichen Kuhhäuten, die beim Schlachten anfallen. Anschließend werden sie in einem ganz speziellen Verfahren gegerbt und so letztlich nur bei der Rühl Leder Manufaktur (Telefon 02  08/9 40 94 90, www. ruehl-leder.de) in Mülheim an der Ruhr weiterverarbeitet.

Spezial-Leder für Wohnwagen

Firmen-Chef Stephan Rühl bezeichnet es als „Wohnmobilleder”, das aber genauso gut für Wohnwagen geeignet ist. Diesen Namen verdankt es vor allem einer wichtigen Eigenschaft: Es ist nämlich ausgesprochen atmungsaktiv.

Dadurch nimmt es im Winter nach dem Platznehmen schneller die Körperwärme an und ist nicht solange unangenehm kalt. Im Sommer heizt es sich dagegen nicht so extrem auf. Bei 30 Grad Lufttemperatur soll man auf Rühls Wohnmobilleder selbst in Bikini und Badehose sitzen können.

Für das Leder spricht jedoch noch mehr. Von Autoherstellern wie BMW und Mercedes wurden rund 30 Standards – zum Beispiel bezüglich Licht- und Reibechtheit – definiert. Nur Leder, das alle diese Vorgaben erfüllt, findet in Fahrzeugen der beiden Premiummarken Verwendung. Nach Rühls Angaben wird auch das Wohnmobilleder diesen gehobenen Qualitätsanforderungen gerecht.

Gegenüber Textilstoffen hat Leder im Allgemeinen – und das Wohnmobilleder im Besonderen – den Vorteil, robuster, einfacher zu reinigen und insgesamt langlebiger zu sein. Dabei spielt freilich auch die Pflege eine große Rolle (siehe dazu Kasten auf der folgenden Seite) und nicht zuletzt die Verarbeitung, wobei das Team von Rühl Leder sehr gute Arbeit geleistet hat.

Echte Handarbeit

Vieles davon ist, wie in den Bildern zu sehen, wirklich noch echte Handarbeit. Sei es beim Zuschnitt des Leders oder beim Vernähen einzelner Teile. Bevor es so weit ist, steht aber erst einmal die Farbauswahl und eine erste Bestandsaufnahme an. Sind die vorhandenen Schäume in der Sitzgruppe noch brauchbar?

Meist werden anhand zuvor genommener Maße neue Schäume angefertigt. Einfach, weil viele der in Caravans verwendeten Polster zu weich, instabil und bereits nach relativ kurzer Zeit durchgesessen sind. Erkennbar unter anderem daran, dass die Bezüge Wellen werfen.

Um das zu verhindern, lässt Rühl Leder bei einem Zulieferer neue Schäume anfertigen. Sie zeichnen sich durch höhere Materialdichte aus. Die wiederum bewirkt, dass die Polster besseren Halt bieten, stauchfester sind – und es über viele Jahre bleiben.

Schäume nach Wunsch

Ein weiterer Vorteil: Bei der Anfertigung neuer Schäume können zum Beispiel besondere Konturen oder Lordosenstützen eingearbeitet werden. Auch individuelle Vorlieben finden Berücksichtigung.

Je besser die Schäume, desto höher der Sitzkomfort und desto besser die Optik, weil die Bezüge dauerhaft in Form bleiben. Bei den Sitzbezügen kommt das Wohnmobilleder in einer Stärke zwischen 1,1 und 1,3 Millimetern zum Einsatz. Für besonders filigrane Stellen, an denen sich nicht zu viel Material überlappen darf, kann es mittels einer Trockenspaltmaschine aber auch noch einmal bis auf die Hälfte reduziert werden.

Schon beim Designen der Polsterbezüge kristallisieren sich sogenannte A- und B-Zonen heraus, die beim Zuschneiden berücksichtigt werden. A-Zonen sind alle später sichtbaren Bereiche. Bei ihnen ist darauf zu achten, dass das Leder schadfrei ist. B-Zonen sind die nicht sofort ins Auge fallenden Bereiche eines Sitzbezugs.

Hier werden auch Lederteile mit kleineren Schönheitsfehlern verarbeitet oder es wird an ganz und gar unsichtbaren Stellen gleich von vornherein eingespart und durch Filzstoff ersetzt.

Hier sind Experten am Werk

Um Konturen eines Sitzpolsters herauszuarbeiten und die Bezüge vor dem Verrutschen zu sichern, wird beides an ausgewählten Stellen miteinander verbunden. Dafür werden in die Schäume der Sitzgruppenpolster extra sogenannte Nahtgräben geschnitten. In sie wird der Bezug ein Stück eingelassen und dann auf der Polsterrückseite fest vernäht.

Grenzen beim Design der Bezüge kennt Rühl Leder so gut wie nicht. Zur Auswahl stehen
derzeit mehr als 15 Farbtöne, die einfarbig zum Einsatz kommen. Alternativ dazu können
sie auch nach Belieben miteinander kombiniert werden. Neben glattem ist auch gestepptes oder gerafftes Leder machbar. Ferner können auch Stickereien oder Leder-Applikationen in Carbon-Optik verwirklicht werden – eben alles, was der Geschmack so hergibt.

Bleibt als letzte spannende Frage die nach dem Preis. Wenn man von hochwertigem Leder, Handarbeit und individueller Gestaltung liest, mag man zunächst gar nicht so recht in die Preisliste schauen. Doch keine Bange. Eine Halbdinette bei Rühl Leder mit
dem Wohnmobilleder beziehen zu lassen, ist beispielsweise bereits ab 790 Euro zu haben. Gut zu wissen, dass zweifarbige Lederkombinationen oder Ziernähte nichts extra kosten. Der Aha-Effekt ist schlussendlich also gar nicht so teuer.

Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Bernd Thiessen

Datum

21. Januar 2014
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