Der Bremer Hafen 11 Bilder Zoom

Camping-Ausflug nach Bremen: 5 gute Gründe für die Hansestadt mit Herz

Man merkt Bremen seine glanzvolle Geschichte an. Zusammen mit der Herzlichkeit der Bewohner ergibt das ein ideales Ziel für einen Wochenend-Trip mit dem Caravan - oder gerne auch länger.

Grund 1: Auf zu neuen Ufern

Schön ist es, eine Hafenstadt zu sein – und selbst wenn die großen Zeiten des Seehandels im Bremer Stadthafen aus dem 12. Jahrhundert längst vorbei sind, ist hier noch allerhand los. Denn natürlich ist Wasser vor der Haustür ein magischer Anziehungspunkt für Gäste und Einheimische.

Die Uferpromenade namens Schlachte ist eine beliebte Vergnügungsmeile mit netten Terrassen der Restaurants am Kai, wo Gäste bei einem kühlen Beck’s (dem Bremer Lokal-Bier) dem Treiben ringsum bequem zuschauen können. Der Name Schlachte leitet sich übrigens nicht vom Metzgerwesen, sondern vom niederdeutschen "slait" (schlagen) ab und bezieht sich auf die in den Boden gerammten Pfahlbefestigungen am Ufer.

Das Hauptaugenmerk des Seehandels und Schiffsverkehrs konzentriert sich aber mittlerweile auf Bremerhaven; Bremen setzt heute auf Forschung und Wissenschaft. Aber da die Schwestern einen Zwei-Städte-Staat bilden, bleibt alles in der Familie.

Grund 2: Roland, Rathaus, Musikanten

Der Esel sprach zu seinen vierbeinigen Gesellen: "Etwas Besseres als den Tod findest du überall." Und so machte er sich mit dem Hund, der Katze und dem Hahn auf nach Bremen, um dort Stadtmusikant zu werden. Davon zeugt heute die schöne Bronzestatue an der Westseite des Bremer Rathauses. Im Märchen wird zwar nicht davon berichtet, ob die vier jemals ankamen, aber warum sie nach Bremen wollten, lässt die prachtvolle Optik des Rathauses durchaus erahnen.

Das Bremer Rathaus gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik und Weserrenaissance mit prächtigen Arkadenbögen und symbolträchtigen Figuren in der Fassade. Das Rathaus zählt zum Welterbe der Unesco, genau wie ein weiteres wichtiges Wahrzeichen der Stadt: der Roland auf dem Rathausplatz gegenüber dem Dom.

Die rund sechs Meter hohe Statue steht dort schon seit 1404 als Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit Bremens. Direkt in seiner Blickrichtung liegt dann der St.-Petri-Dom, oder auch schlicht "Bremer Dom" genannt. Die fast 1.000-jährige Basilika ist die älteste Kirche der Stadt, von der Aussichtsplattform auf dem Südturm bietet sich ein schöner Ausblick über die Dächer.

Übrigens: Der Esel ist heute ein handfester Wunsch-Erfüller mit einer goldenen Nase und stets polierten Vorderbeinen. Die muss man nämlich berühren, damit die Bitte auch in Erfüllung geht.

Grund 3: Die neue Überseestadt

Historische Speicher, Museen, eine Marina, Geschäfte und Terrassen am Ufer – was für Hamburg die HafenCity ist, wird in Bremen die Überseestadt. Die Weser war stets von Versandung bedroht, so dass die Überseeschiffe zunehmend Bremerhaven anfuhren und der Stückgut-Hafen der Überseestadt schließlich aufgegeben wurde. Auf rund 300 Hektar Gesamtfläche wachsen heute in rasantem Tempo attraktive Wohn- und Arbeitswelten am Wasser, mit Restaurants, Event-Locations, der Hochschule für Künste und dem Hafenmuseum im Speicher XI.

Die Marina Europahafen heißt Sportboote willkommen, ein 25.000 Quadratmeter großer Park zur Erholung im Grünen wurde im Sommer 2014 eröffnet. 2025 soll die Überseestadt in ihrer ganzen Pracht erstrahlen. Die Weserpromenade und Flaniermeile Schlachte wurde um 250 Meter von der Innenstadt bis ins maritime Quartier verlängert – damit auch die neue "Stadt in der Stadt", wie so vieles Schöne in Bremen, bequem zu Fuß zu erreichen ist. www.ueberseestadt-bremen.de

Grund 4: Ganz schön lebendig – der Schnoor

Anfangs weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll: Auf die zauberhaften, windschiefen Fachwerk-Häuschen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert? In die kleinen Galerien und originellen Lädchen, in denen es Kunst für alle Geschmäcker gibt? Oder in die Geschäfte mit dem typisch nordischen Schnickschnack vom Schietwetter-Teepott bis zum hochprozentigen Küstennebel?

Der Bremer Schnoor ist ein mittelalterliches Gängeviertel; früher wurde hier Schnoor (norddeutsch: Schnur) hergestellt, also Seile und Taue, und dazu noch Ankerketten für die Schiffe im Bremer Hafen. Heute ist es der reine Genuss, durch die kopfsteingepflasterten Gassen zu schlendern, um nach Belieben ein-, zweimal oder auch öfter Rast vor den Schaufenstern oder in den Cafés und Restaurants zu machen.

Das Geschichten-Haus macht die einstige Lebenswelt der Bremer besonders lebendig: Im alten St.-Jakobus-Packhaus im Schnoor gewähren Menschen in historischen Kostümen Einblicke in 300 Jahre Bremer Vergangenheit. Und natürlich sind auch hier die mutigen Stadtmusikanten in allen Varianten anzutreffen. Das Schnoorviertel ist jedenfalls kein Revier zur eiligen Erkundung – zu schön ist die Atmosphäre, und noch schöner sind die vielen Details. Lassen Sie sich also genug Zeit.

Grund 5: Wissenschaft zum Anfassen

Was ist das? Ein Wal oder ein gestrandetes Raumschiff? Das Mitmach- und Wissenschaftsmuseum Universum ist ein Hingucker, über den man erst einmal nachdenken muss, und genau das ist der Sinn der Sache. Es mangelt hier nicht an farbenfrohen Knalleffekten – so "wächst" etwa hinter Glas ein veritabler Mini-Tornado, sogar ein Erdbeben-Sofa gibt es.

Im EntdeckerPark warten 25 Mitmach-Stationen, dazu diverse Wechsel- und Sonderausstellungen. Wer hingegen das Science Center besuchen will, muss schnell sein – oder geduldig: Von November 2014 bis März 2015 wird umgebaut. Danach geht es spannend weiter mit rund 300 Mitmach-Exponaten zu den Themen Mensch, Erde und Kosmos. www.universum-bremen.de

Der besondere Tipp

Schwesterstadt an der Nordsee: Fürs Meer-Gefühl sollten Sie der Seestadt Bremerhaven rund 60 Kilometer nördlich einen Besuch abstatten. Interessant sind neben vielem anderem das Deutsche Auswandererhaus, die vielen Museumsschiffe und der Zoo am Meer. www.bremerhaven.de

Autor

Foto

Martina Sörensen

Datum

17. November 2014
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