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Ratgeber Wohnwagen Auflasten: Mehr auf die Achse

Sie besitzen Ihren Traumcaravan, aber die Zuladung ist zu gering? Wir stellen Ihnen vier Möglichkeiten zum Auflasten vor und zeigen, wie ein Fahrgestellumbau abläuft.

Was trifft den Caravaner bis ins Mark? Übergewicht! Wenn bei der Kontrollfahrt mit dem urlaubsbeladenen Anhänger über die Bodenwaage kein Gramm Zuladung übrig bleibt oder, noch schlimmer, die zulässige Tragfähigkeit des Fahrgestells bereits weit überschritten ist. Die Folgen können richtig teuer werden, wenn aufgrund der Überlastung ein technischer Schaden entsteht oder die Polizei am Straßenrand zum Wiegen bittet. Hohe Geldstrafen oder gar die Stilllegung drohen.

Guter Rat scheint teuer, denn für viele gilt das Chassis eines Caravans als unantastbar. Vor allem Werte wie Achslasten und zulässige Gewichtsgrenzen gelten als festgeschrieben mit dem Bau und beim Kauf eines Caravans. Fahrgestellhersteller Alko gibt jedoch Entwarnung.  Gewichtserhöhungen, Achserneuerungen und Reparaturen am Chassis sind für die Spezialisten in fast jeder Form möglich, man muss nur einen Plan und das richtige Werkzeug dafür haben.

Beide Voraussetzungen sind in den Alko-Kundencentern Süd in 89359 Kötz in der Bahnhofstraße 40 und Nord in 49434 Neuenkirchen-Vörden in der Ringstraße 3 vorhanden.
Für den Kunden gestaltet sich eine Modifikation des Fahrwerks denkbar einfach. Er muss eigentlich nur einen Termin im Kundenzentrum ausmachen, wobei sechs Wochen Lieferzeit für zu produzierende Teile eingeplant werden sollte. Gleichzeitig füllt der Caravan-Eigner eine Checkliste aus, die per Post direkt bei Alko oder unter www.al-ko.de/auflastung.htm bestellt und/oder eingesehen werden kann.

Mit seinen Antworten können die Techniker von Alko das Chassis genau definieren und das Nötige für den Montagetermin veranlassen. Wenn einzelne Chassis-Teile produziert werden müssen, geschieht dies auch in dieser Zeit. Wer Fragen zur Vorgehensweise hat, wendet sich an die gebührenfreie Hotline 0800/2556000 oder sendet eine E-Mail an die Adresse: service-fzt@al-ko.de

Zum vereinbarten Termin erscheint dann der Caravaner mit seinem Gespann im jeweiligen Kundencenter und kann dann auf die Fertigstellung warten. Der Aufwand für die gezeigte Auflastung beträgt rund drei Stunden.

Der Vierstufenplan zum Auflasten von Alko

Seit Kurzem bietet Alko Auflastungen nach einem Vierstufenplan an. Bei einer gewünschten Auflastung steht auf der einen Seite der Betrag, um den die Traglast steigen soll. Auf der anderen Seite stecken möglicherweise im bestehenden Chassis noch Reserven, die mit relativ einfachen Mitteln aktiviert werden können. Nach Klärung dieser Sachverhalte ergibt sich der Aufwand, der im Kundencenter für die gewünschte Auflastung betrieben werden muss.

Stufe 1: Für die sogenannte Dokumentenauflastung (ab 199 Euro) muss kein Werkzeug in die Hand genommen werden. Wenn beispielsweise unter einem Caravan, der ein zulässiges Gesamtgewicht von 1400 kg hat, eine Achse mit 1600 kg Tragfähigkeit steckt. Es bedarf einer Unbedenklichkeitserklärung des Caravan-Herstellers und einer Bremsberechnung durch Alko, um den Anhänger ohne technische Änderungen um 200 kg aufzulasten. TÜV und Zulassungsstelle geben den endgültigen Segen.

Stufe 2: Auch der Austausch der Federungselemente (ab 549 Euro) kann zur Aufwertung des zulässigen Gesamtgewichts führen. Wenn bei einem 1400-kg-Caravan bis auf die Gummifederelemente sämtliche anderen Fahrwerksteile für ein Gewicht von 1500 kg zugelassen sind, können bereits härtere Gummis eine befriedigende Auflastung ermöglichen.

Stufe 3: Der Austausch von Fahrwerkskomponenten (ab 1599 Euro) wird nötig, wenn diese den Anforderungen der jeweiligen Auflastung nicht entsprechen. Dies betrifft in erster Linie die Auflaufvorrichtung, Rahmenteile und natürlich die Achse.

Stufe 4: Ein Austausch des ganzen Fahrwerks (ab 4500 Euro) wird nötig, wenn das Chassis irreparabel beschädigt oder eine Auflastung mit bestehenden Teilen nicht möglich oder nicht lohnend ist.

Jede Stufe verlangt den Eintrag der Ergebnisse in die Fahrzeugpapiere. Auch dieser Akt kann vom Kundencenter erledigt werden und schlägt bei jeder Stufe mit den Gebühren des jeweiligen Prüfers (TÜV, Dekra etc.) zu Buche.

Auflasten in vier Stufen

Stufe 1: Dokumentenauflastung ab 199 Euro
Stufe 2: Austausch der Federungselemente ab 599 Euro
Stufe 3: Austausch von Fahrwerkskomponenten ab 1599 Euro
Stufe 4: Austausch des kompletten Fahrwerks ab 4500 Euro

Auf der nächsten Seite finden Sie die europaweiten Bußgelder bei Überladung und die detaillierte Beschreibung, wie Federelemente ausgetauscht werden.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Rainer Lachenmaier

Datum

18. Juli 2013
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