Schöner Ort am Ufer der Yonne 28 Bilder Zoom

Caravan-Tour in die Weinregion Burgund: Burgund in aller Ruhe genießen

Der stille Westen von Burgund ist eine ideale Region für einen Urlaub mit dem Caravan: Die Departements Nièvre und Yonne locken mit viel Kultur, tollem Wein und guten Campingplätzen.

Der Campingtisch kommt uns heute beinahe zu klein vor, so viele Leckereien vom nahen Wochenmarkt häufen sich auf ihm. Neben knusprigem Baguette locken da die kräftige Wurst Andouillette de Chablis, knackige Tomaten und Paprika aus der Region, ein Ziegenkäse aus dem Morvan und vieles mehr. Dazu kommt natürlich eine gute Flasche Wein, heute ein Pouilly Fumé mit feiner Note von Cassis und Limone. Nahebei strömt gelassen die Loire dem Atlantik entgegen, auf der anderen Seite des Flusses grüßt die Silhouette der zauberhaften Ortschaft La Charité-sur-Loire mit ihrer romanischen Klosterkirche, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Ein leiser Wind bringt den Duft von Heu und Lavendel, es ist wunderbar ruhig.

Burgund: Ideal für eine Caravan-Tour

Wir befinden uns so ziemlich in der Mitte Frankreichs, im westlichen Teil Burgunds. Der besteht aus den Departements Nièvre und Yonne und ist eine ideale Region für einen Urlaub mit dem Caravan: Selbst in der Hochsaison kaum überlaufen, mit vielen gut gelegenen Campingplätzen gesegnet, dazu in allerlei Hinsicht ein bevorzugter Landstrich für Freunde der kulturellen und vor allem der leiblichen Genüsse.

Sonntag früh, der kleine Ort La Charité-sur-Loire bietet heute ein besonders buntes Bild. Wir wohnen auf dem praktisch gelegenen Campingplatz nahe der Brücke direkt an der Loire, über die mächtige Pont de Pierre aus dem 16. Jahrhundert spaziert man in wenigen Minuten bequem in die Ortschaft hinein. Die zeigt sich heute als Dorado für Menschen mit Liebe zur Literatur. Im historischen Stadtzentrum haben sich hier traditionell jede Menge Buchhandlungen, -binder, -maler, Kalligraphen, Verleger und Antiquariate angesiedelt, und vor deren Geschäften und Ateliers sind nun Tische voller literarischer Schätze aufgebaut. Da vergisst man beim Stöbern ganz schnell die Zeit und auch die Tatsache, dass der örtliche Sakralbau Ste-Croix-Notre-Dame das zweitgrößte Gotteshaus Frankreichs mit Platz für 5.000 Gläubige war und nach einem Großbrand und Wiederaufbau auch heute noch zu den eindrucksvollsten Kirchenensembles des Landes gehört – gerade fand dort eine Taufe statt, die große Familie samt Freunden steht zufrieden im schattigen Innenhof.

Weinverkostung: Genuss im Burgund

Kulinarischer Genuss steht nun erneut auf der Tagesordnung. Gute Weine gehören zu Burgund wie der Hafen zu Hamburg, und im kleinen Ort Pouilly-sur-Loire, ein paar Kilometer hinter Charité, flüchten wir dankbar aus der Nachmittagshitze in die Kühle eines alten Winzeranwesens aus dem 16. Jahrhundert. Hier wird man im Sommer mit moderner Technik anschaulich über Wesen und Werden der leckeren Tropfen der Appellation Pouilly Fumé informiert. Audiovisuell präsentiert die kleine interaktive Erlebniswelt (www.tourdupouillyfume.fr) die Arbeit im Weinberg und die Mühen der Weinherstellung, im tiefen Gewölbe schnuppern wir verschiedenste Aromen der feinen Kreszenzen, und nach der anschließenden Verkostung wandern natürlich auch ein paar Flaschen in den Vorratsschrank des Caravans, die Preise sind überaus anständig.

Ein Stück weiter nordöstlich, im Departement Yonne, liegt ein anderes namhaftes Anbaugebiet: An den Kalksteinhängen rund um den kleinen Ort Chablis wird die Chardonnaytraube für den gehaltvollen, grün-goldenen Weißwein angebaut; das ganze Städtchen steht im Zeichen genussvoller Verkostung – die Spitzenprodukte Chablis Grands Crus zählen zum Besten, was Burgund in diesem Segment zu bieten hat. Wie gut, dass sich im Caravan immer noch ein Plätzchen für ein paar weitere Flaschen findet.

Aktivurlaub im Burgund

Was es sonst noch so in diesem vielfach gesegneten Landstrich gibt? Viele Wander- und Fahrradwege zum Beispiel, so führen Teile der 800 Kilometer langen Rundstrecke "Tour de Bourgogne à vélo" durch den ruhigen Westen. Den großen, einsamen, zum Zentralmassiv gehörigen Naturpark Morvan etwa und jede Menge prachtvolle Schlösser und Kirchen. Ferner romantische Orte voller Kunstschätze, die alte Handelsstadt Nevers zum Beispiel mit dem mächtigen Palais Ducal (und einem schönen Campingplatz direkt an der Loire). Oder das quirlige Auxerre am Fluss Yonne, das mit seinen Kirchen und den vielen Fachwerkhäusern zu den schönsten Orten der ganzen Region zählt. Und Vézelay, dessen stolze Basilika Sainte-Madelaine eine Station für die Pilger auf dem Jakobsweg ist, oder Clamecy als einstiges Zentrum der Flößer und der Holzindustrie.

Das Beste aber sind die kleinen Augenblicke, die Burgund den Reisenden so gerne schenkt. Am Sonntagnachmittag etwa am Flussufer von Cosne-Cours, wo die halbe Einwohnerschaft zu Akkordeonmusik hingebungsvoll tanzt und kühlen Wein trinkt. Auf den Wochenmärkten, die überquellen vor frischen Angeboten aus der Region. Beim Picknick am Straßenrand neben einem schmalen Kanal, auf dem Hausboote entlangtuckern. Die wichtigste Frage des Tages wird dort ebenfalls erörtert: Wo und vor allem was wird später am Abend gegessen? Das klassische Bœuf Bourguignon (ein Rindergulasch in Rotwein), Weinbergschnecken oder Poulet de Bresse à la Crème (Bresse-Huhn) kämen sehr gut – heute jedenfalls bleibt die Küche im Caravan einmal kalt.

CARAVANING-Tipp 1: Quer durchs land auf dem Wasser

Fast 1.200 Kilometer lang ist das Fluss- und Kanalnetz in Burgund – ein Dorado für Freizeitkapitäne. Was einst mit Schleusen, Brücken, Aquädukten und Tunneln als technische Meisterleistung für den Rohstofftransport konzipiert und dann bald durch Eisenbahn und Straße überholt wurde, ist heute eine tolle Möglichkeit, den Landstrich einmal anders zu entdecken. Ob per Ausflugsschiff, gemietete Yacht oder Hausboot, Urlaubern erschließt sich die Region so auf eine besondere Weise. Am Canal du Nivernais, im Loire-Tal und am Canal latéral à la Loire warten überall am Ufer kleine, beschauliche Orte mit Gartencafés, es gibt Flößer- und Kanalfeste, Schifferstechen und Prozessionen. Besonders entspannt geht es dabei auf dem eigenen Hausboot zu. Also: Mal für ein paar Tage das Gespann parken, ein Boot mieten und dann im Bummeltempo das Land aus einer anderen Warte erkunden! www.burgund-tourismus.com

CARAVANING Tipp2: Schöne Fayencen

Die Stadt Nevers gilt seit dem 16. Jahrhundert als eine Wiege französischer Fayencen. Noch heute wird in Anlehnung an traditionelle Herstellung gearbeitet – der geformte Ton wird bei 5.300 Grad Celsius gebrannt, mit Glasur versehen und vor einem zweiten Brand bemalt. Fayencen sind seit jeher auch ein Spiegel der Zeit, mit Motiven von Religionskriegen bis hin zum Weinanbau. Ein schönes Atelier in Nevers ist etwa die Fayencerie d’Art. www.fayencerie-dart-de-nevers.com

Autor

Foto

Silke Tokarski, Thomas Zwicker

Datum

21. Oktober 2014
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