Ratgeber: Reisen mit Tieren, CAR 07/2012 13 Bilder Zoom

Ratgeber Reise: Urlaub mit dem Haustier

Bei einer Tour im Caravan lassen sich Freiheitsgefühl und Tierliebe optimal miteinander verbinden. CARAVANING gibt Ihnen Tipps, wie Sie auch Ihren Vierbeinern eine entspannte Reise bescheren.

Hund Velos hat seinen Platz bereits gesichert. Kaum war die Caravantür geöffnet, hatte er es sich auf der Hecksitzgruppe des Caravans bequem gemacht. Er beobachtet das rege Treiben um ihn herum, während Diego noch geduldig im meterhohen Gras auf das Kommando wartet. Die beiden Rüden und ihr Herrchen sind wahre Experten, wenn es um das Reisen im Caravan geht. Ihr Gespann ist voll bepackt, die Operation „Acht Pfoten auf Rädern“ kann starten. Dank der freundlichen Unterstützung des Zubehörexperten Trixie hat die CARAVANING-Redaktion all das bereitgestellt, was Diego und Velos auf Reisen fürs Wohlbefinden brauchen.

Viele Caravaner möchten auf ihren Schützling im Urlaub nicht verzichten. Laut Lesern und Forennutzern sind manche sogar erst über die Liebe zum Tier zum Caravan gekommen. Unabhängig und fernab von Hotelanlagen und Touristenandrang lässt sich der Urlaub mit Tier schließlich am einfachsten genießen. Inwiefern man anderen Tieren mit der Umstellung auf einen fremden Ort allerdings eine Freude macht, muss jeder Halter selbst entscheiden. Besonders Katzen tun sich außerhalb der gewohnten vier Wände oft schwer. Bevor Sie Ihre Samtpfote also nur mitnehmen, weil sich Bekannte oder Verwandte nicht kümmern können, bietet sich die bezahlte Unterbringung bei anderen Katzenhaltern an.

Auf Reise mit Tieren: Diese Vorbereitungen sind wichtig

Mittlerweile fallen die Angebote hundgerechter Reise-Destinationen wegen der vielen überzeugenden Möglichkeiten üppig aus. Immer mehr Campingplätze bieten alles, was das Hundeherz begehrt: Weitläufige Spielparcours, Hundestrände und kühle Schattenplätze sowie Futter- und Zubehörangebote gehören vielerorts zum Wohlfühlpaket. Dass allerdings selbst an eher kargen Plätzen für den Hund mitunter fünf Euro pro Nacht gezahlt werden sollen, obwohl er weder Wasser noch Strom verbraucht, stößt bei vielen Haltern auf Unverständnis. Gängige Campingplatzführer oder Seiten wie www.hundecamping.de sagen Ihnen auf einen Blick, auf welchem Platz Ihr Hund willkommen ist.

Neben dem Campingplatz muss auch das Urlaubsland selbst für das Reisen mit Hund geeignet sein. Regeln für die Einreise von Haustieren gibt es nämlich einige, je nach Land inner- oder außerhalb der EU sogar recht strenge. Von Leinen- und Maulkorbpflicht über Mikrochip-Kennzeichnung bis hin zur Tollwutimmunisierung ist jedes Detail festgelegt.

Vor der Reise: Ab zum Tierarzt!

Sprechen Sie daher bereits einige Wochen vor der Abreise mit Ihrem Tierarzt über noch ausstehende oder überfällige Impfungen und die genauen Einreisevorschriften des Landes, in das die Reise gehen soll. Der Tierarzt stellt auch einen EU-Heimtierausweis aus, in dem alles Wichtige rund um Eckdaten und Gesundheit dokumentiert wird. Er gilt sozusagen als Eintrittskarte in solchen Ländern, die beim Grenzübertritt eine Anmeldung des Haustiers beim Zoll verlangen.

Reise-Komfort und Sicherheit im Fahrzeug

Sind alle bürokratischen Formalitäten unter Dach und Fach, kann es an die Frage nach dem richtigen Transport im Zugfahrzeug gehen - sofern der Pkw nicht ohnehin schon für den Alltag hundgerecht ausgestattet ist. Optimal für die Unterbringung im Kofferraum sind Gitterboxen aus Aluminium, die im Vergleich zur Plastikbox von rund 50 Euro natürlich ihren Preis haben. Je nach Größe und Marke sind 150 bis 300 Euro schnell investiert. Sie werden dafür allerdings auch für nahezu alle Fahrzeugklassen passend angeboten und bieten die größte Sicherheit für Mensch und Tier.

Alternativ sind auch Abtrennungen von Koffer- und Innenraum für den Hundetransport beliebt. Wer auf der Rückbank noch einen Platz frei hat und auf große Transportboxen verzichten kann oder muss, dem empfiehlt sich der mit 15 Euro günstigste Kauf eines Sicherheitsgeschirrs. Kleinere oder leichte Hunde werden so auf der Rückbank am Gurt angeschnallt. Im ersten Fall stellt sich oft die Frage: Wohin mit dem ganzen Gepäck, wenn der Hund im Kofferraum reist und die Ladekapazitäten des Caravans ausgeschöpft sind? Die Alternative ist die Anschaffung einer Transportbox fürs Dach, hier können im Schnitt gut 300 Liter Volumen an Campinggepäck verstaut werden. Beachten Sie jedoch die Dachlast.

Mit dem Haustier auf Reise: So wird die Fahrt nicht zur Tortur

Bis das Reiseziel allerdings erreicht ist, steht der für Bello wohl unliebsamste Teil der Unternehmung bevor: die Anfahrt im Zugfahrzeug. Für das Verhalten an Bord ist neben Alter und Charakter selbstverständlich auch die Erziehung des Tiers entscheidend. Den Drang nach Auslauf muss der Halter ebenso berücksichtigen wie die Tatsache, dass vielen Hunden im Auto schlecht wird – füttern Sie vor der Fahrt also eher mit Bedacht, und lassen Sie ihn unmittelbar vor der Fahrt sein Geschäft verrichten.

Neben dem je nach Hunderasse unterschiedlich großen Bewegungsdrang der Tiere sollten Sie auch der starken Hitzeempfindlichkeit Beachtung schenken. Hunde tun sich mit direktem Sonneneinfall schwer, im stickig-heißen Auto wird die Geduld ihres Hundes auf die Probe gestellt. In der Sommerzeit und auch zum Vermeiden von Verkehrsstaus gilt daher: Frühmorgens oder spätabends mit reichlich frischem Wasser und regelmäßigen Pausen ist der Stress fürs Tier am geringsten.

Reisen über Land und Wasser: Mit dem Haustier auf der Fähre

Ganz andere Bedingungen an Hund und Halter stellen sich bei der Anreise, wenn neben der Straße auch die Fähre genutzt wird. Abhängig von den Einreisebestimmungen des Ziellandes sind Hunde und Katzen auf dem Schiff durchaus erlaubt, allerdings dürfen sie nicht mit in die Aufenthaltsräume gebracht werden. Manche Reedereien haben sich bereits auf die Vierbeiner eingestellt und bieten gegen eine Gebühr von 25 bis 50 Euro separate Boxen für die Hunde oder – für Halter und Hund die beste Lösung – „Camping an Bord“ an.

Ist die Anreise dann endlich geschafft, freut sich die ganze Familie auf etwas Entspannung vom Alltagstrubel. Noch entspannter und unkomplizierter wird es mit dem richtigen Zubehör für den Hund: Reisenäpfe, Hundezelt und Zubehörtasche sind wie gemacht für die Zeit auf dem Campingplatz. Vermutlich lassen Sie es sich aber nicht nehmen, einen Vorrat an Lieblingsleckerlis und sein Lieblingsspielzeug einzupacken, damit auch Ihr Hund im Urlaub auf nichts verzichten muss – wie Velos und Diego in ihrem Caravan.

Vorschriften für die Reise mit dem Haustier durch Europa

Deutschland: Mikrochip-, Leinen- und Maulkorbpflicht bundeslandabhängig. Kampfhundverbot. Wiedereinreise: nur bei Rückreise aus nicht gelisteten Ländern (z. B. Türkei, Ägypten, Tunesien) ärztliches Gesundheitszeugnis Pflicht. Sonst Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung ausreichend.  
 
Frankreich: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Kampfhundverbot. Gesetzliche Maulkorb- und Leinenpflicht. Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Tier darf nicht jünger als drei Monate sein.
 
Italien: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Tier darf nicht jünger als drei Monate sein. Maulkorb und Leine müssen mitgeführt werden. Geldstrafe bei ungesichertem Transport.
 
Kroatien: Kein EU-Mitglied. Ärztliches Gesundheitszeugnis. Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Gesetzliche Leinenpflicht. Hund muss beim Zoll angemeldet werden.  
 
Niederlande: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Kampfhundverbot wurde aufgehoben. Gesetzliche Leinenpflicht. Vorschriften für Hunde an Stränden.

Norwegen: Kein EU-Mitglied. Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung und Behandlung gegen Bandwürmer. Kampfhundverbot. Hund muss beim Zoll angemeldet werden.  
 
Österreich: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Regionale Regelungen zur Leinen- und Maulkorbpflicht.

Schweden: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Keinerlei Einreiseverbote bestimmter Rassen. Impfempfehlung gegen Leptospirose und Hundestaupe. Gesetzliche Leinenpflicht. Tier darf nicht jünger als drei Monate sein.
 
Schweiz: Kein EU-Mitglied. Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Regionale Regelungen zur Leinen- und Maulkorbpflicht. Einfuhrverbot für kupierte Hunde. Kein generelles Kampfhundverbot. Hund muss beim Zoll angemeldet werden.  
 
Spanien: Mikrochip und Heimtierausweis mit Nachweis über gültige Tollwutimpfung. Regionale Regelungen für Rassenverbote sowie Leinen- und Maulkorbpflicht. Tier darf nicht jünger als drei Monate sein.

Alle Angaben ohne Gewähr. Bei älteren, vor Juli 2011 erstmals gekennzeichneten Hunden genügt auch eine gut lesbare Codierung im Ohr.

Autor

Foto

Uli Regenscheit, Ingolf Pompe

Datum

9. April 2013
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt