Alles über Caravan-Urlaub perfekt planen
Ratgeber: Reiseplanung, CAR 06/2012 8 Bilder Zoom

Tipps und Tricks für eine gute Reiseplanung: Ab in den Urlaub

Zwar ist es noch kalt draußen: Doch die nächste große Caravan-Reise zu planen, sorgt für Frühjahrsgefühle. Unsere Tipps, worauf Sie vorher achten sollten -  das schont die Nerven und die Reisekasse.

Was wäre die große Tour ohne einen Hauch von Freiheit und Abenteuer? Kaum eine andere Urlaubsform verspricht so viel Spontanität und Unabhängigkeit wie eine große Tour mit dem Caravan. Doch bleiben Missverständnisse nicht immer aus. Mancher verwechselt Freiheit mit der Missachtung jeglicher Regeln, andere halten ihr selbst verursachtes Chaos für ein Abenteuer. Zu einem gelungenen Caravan-Urlaub gehört ein wenig Planung.

Am besten informieren Sie sich gleich bei der Auswahl der Zielregion über die Campingsituation vor Ort. Schätzen Sie die Fahrtkosten richtig ein, und machen Sie sich mit den Verkehrsregeln im angesteuerten Land vertraut. Die teils exorbitanten Bußgelder in Europa kann man sich ersparen.

Verkehrsregeln beachten

Wer die Verkehrsregeln im Ausland beachtet, kann gutes Geld sparen. Wussten Sie, dass die Überschreitung des Tempolimits um 20 km/h in Norwegen mit einem Bußgeld von mindestens 465 Euro geahndet wird? Wer dort eine rote Ampel ignoriert, bezahlt mal eben 670 Euro. Speziell in Skandinavien drohen Verkehrssündern drakonische Strafen. Doch auch in anderen Teilen des Kontinents hat man in jüngster Zeit Bußgelder und Kontrollen verschärft. Die Niederlande erhöhten in diesem Jahr die möglichen Strafzahlung um rund 40 Prozent. Frankreich und Italien haben der Raserei mit zahlreichen fest installierten Tempomessanlagen den Kampf angesagt.

Für Gespannfahrer bringt das nicht nur Nachteile mit sich. Fühlte man sich früher im südeuropäischen Verkehr oft wie ein ungeliebtes Hindernis, hat sich das Straßengeschehen heute spürbar beruhigt. Andererseits kann mit einem gut motorisierten Zugwagen rasch selber zum Raser werden.

In ganz Europa gibt es unterschiedliche Promillegrenzen. Verstöße sind kein Kavaliersdelikt mehr und ziehen hohe Strafen nach sich. Oft werden Bußgelder an Ort und Stelle kassiert. Wenn nicht, holt einen die unschöne Urlaubserinnerung vielleicht später ein. Wurde die Regelwidrigkeit in einem EU-Staat begangen und beträgt die Summe einschließlich Verfahrensgebühren mehr als 70 Euro, wird die Strafe auch in Deutschland vollstreckt.

Viele Länder verlangen außerdem Warnwesten an Bord. Unabhängig von Vorschriften gibt es ohnehin gute Gründe, zwei dieser Westen griffbereit im Zugwagen zu deponieren.

Südeuropa: Ersatzglühlampen nicht vergessen

Auch die in einigen Teilen Südeuropas geforderten Ersatzglühlampen können sich auf großer Fahrt als nützlich erweisen. Ebenfalls im Sinne der Sicherheit: Die Lichtpflicht rund um die Uhr, die inzwischen im überwiegenden Teil Europas gilt. Lediglich Griechenland geht den umgekehrten Weg und erlaubt das Abblendlicht tagsüber nur bei schlechten Sichtverhältnissen. Sonderwege gehören nunmal auch zum europäischen Regelalltag. So verlangen Spanien und Italien unterschiedliche Warntafeln zur Markierung von Heckträgern.

Überdies muss man in Spanien alle Gespanne über zwölf Meter Länge mit einem großen oder zwei kleinen Schildern kennzeichnen. Die sonst für Lkw typischen Tafeln sind gelb und haben einen roten Rand. In Polen muss man eine vom Fahrzeughalter unterschriebene Vollmacht dabei haben, wenn man nicht mit dem eigenen Wagen unterwegs ist.

Umweltzonen in deutschen Städten beachten

In anderer Hinsicht gewähren die meisten Urlaubsländer wiederum mehr Freiheiten als Deutschland. Während ausländische Gäste hierzulande für den Besuch in über 50 Städten eine Feinstaubplakette benötigen, müssen deutsche Urlauber im Ausland bislang kaum Umweltzonen berücksichtigen.

Die Zonen sind größtenteils erst im Entstehen und beschränken sich auf Innenstadtbereiche. Allen voran sind Städte in Norditalien betroffen. Klare Tendenz: Für alte Dieselmodelle werden Städtetouren künftig wohl in ganz Europa schwieriger. Jedes Land kocht dabei sein eigenes Süppchen und fordert – wie in deutschen Städten – unterschiedliche Euro-Norm-Stufen. Längst nicht überall werden nachgerüstete Filtersysteme für lokale Umweltzonen anerkannt. Oftmals zählt nur die Euro-Norm.

Dennoch halten sich die praktischen Auswirkungen europäischer Umweltzonen in Grenzen. Man muss kein Euro-0-Auto fahren, um Innenstädte – erst recht mit dem Gespann – aus guten Gründen zu meiden. Dafür sorgen schon zahlreiche Durchfahrts- und Parkverbote.

Mit Beschränkungen für Caravan-Gespanne muss man aber nicht nur in Städten rechnen: Die Schweiz erlaubt auf einigen alpinen Strecken nur eine Fahrzeugbreite von 2,30 Meter. Österreich sperrt eine Reihe von Passstraßen  grundsätzlich für Gespanne. In Italien darf man mit dem Caravan von morgens halb sieben bis Mitternacht nicht die Strecke entlang der Amalfiküste befahren. Norwegen beschränkt die Gespannlänge auf bestimmten Straßen auf 12,40 Meter.

Planen Sie Ihre Reiseroute

Wichtiger noch bei Anfahrt an weiter entfernte Urlaubsziele: Planen Sie Ihre Etappen realistisch ein. In den meisten europäischen Ländern ist die spontane Übernachtung im Caravan am Straßenrand nicht erlaubt.

Gleichwohl wird ein nächtlicher Aufenthalt entlang der Hauptreiserouten zumeist toleriert.  Doch davon ist vor allem aus Sicherheitsgründen abzuraten. Diebesbanden, die sich für Camper interessieren, warten vor allem dort, wo sie in jeder Nacht neue Betätigungsmöglichkeiten vorfinden. Ruhiger schläft man allemal auf einem Campingplatz, wo auch die Entsorgung gesichert ist. Egal ob es um einen Platz entlang der Route oder um das Urlaubsziel geht: Eine frühzeitige Reservierung vermeidet Stress, denn in der Hauptsaison kann es eng werden. Preislich besonders günstig sind nach wie vor osteuropäische Länder.

Doch auch der Campingurlaub im eigenen Land erweist sich als vergleichsweise preiswertes Vergnügen.Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise vor allem auf französischen und schwedischen Plätzen. Die wenig rühmliche Spitzenstellung nimmt unverändert Italien ein.

Weiterer Kostenfaktor: die Straßengebühren. Unterwegs mit dem Gespann in Richtung Süden erscheint es wenig sinnvoll, Mautstrecken konsequent zu umfahren. Endlose Ortsdurchfahrten, schmale Spuren und marode Beläge machen eine flotte Fortbewegung auf südlichen Landstraßen oft zur Nervenprobe. Da erscheinen selbst die Autobahngebühren, die ein gleichmäßiges, spritsparendes Tempo erlauben, nicht schlecht investiert. Besser spart man in manchen Fällen durch die richtige Routenplanung So verlangt die Schweiz beispielsweise eine Vignette für Zugwagen und Caravan. In Österreich gilt das sogenannte Pickerl fürs gesamte Gespann.

Spartipp: Mautstrecken umfahren

Für die Reise in den Südwesten Frankreichs und in Richtung Spanien empfiehlt sich die Strecke durch das Zentralmassiv als günstiger Weg. Zwischen Clermont-Ferrand und Küste wird nur eine Gebühr für die Brücke bei Millau fällig. Wer ein längeres Teilstück auf Nationalstraßen akzeptiert, fährt sogar ab Lyon mautfrei. Auf dem Weg in den Norden sind dagegen ausschließlich die großen Brücken gebührenpflichtig. Da lohnt es sich, die Fähre nach Südschweden zu nehmen und gleichzeitig Sprit zu sparen. Davon abgesehen sind Mautgebühren im gesamten Nordwesten Europas die Ausnahme. Anders im Osten: Die dortigen Nachbarländer erheben inzwischen durchweg Autobahngebühren.

Zuletzt führte Polen für schwere Fahrzeuge eine elektronische Bemautung ein. Das System, das eine sogenannte Via-Box erfordert, ist auch für Gespanne obligatorisch, die ein zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen haben. Dennoch gelten östliche Länder zu Recht als günstiges Ziel. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Spritpreise. Viele Fakten, die aber niemanden vom eigentlichen Ziel abbringen sollen: Den Urlaub verbringt man am besten dort, wo es einem gut gefällt.

Große Unterschiede offenbart der Blick auf die Campinplatzpreise in Europa. Auf polnischen Plätzen bezahlt man im Vergleich zu Italien nicht einmal die Hälfte. Die Preisspanne gilt jeweils für Plätze der mittleren Kategorie. Alle Angaben beziehen sich auf eine Übernachtung von zwei Erwachsenen und einem Kind inklusive Stellfläche, Strom, warmer Dusche und Nebenkosten sowie Kurtaxe.

Ausweispflicht für Kinder

Für den Familienurlaub genügte bislang in zahlreichen Ländern eine Eintragung der Kinder im Reisepass eines Elternteils. Ab 26. Juni 2012 wurde es komplizierter. Nach Informationen von Automobilclubs müssen deutsche Staatsangehörige bei Auslandsreisen ab diesem Zeitpunkt ein eigenes Reisedokument für jedes Kind vorweisen. Je nach Alter kann das ein Kinderreisepass, ein Personalausweis oder ein Reisepass sein. Die Neuregelung gilt unabhängig vom Alter des Kindes und ausdrücklich auch für Reisen innerhalb der Europäischen Union. Die Dokumente sollten frühzeitig vor dem Urlaub beantragt werden.

Benzin- und Dieselpreise

Eine Tankfüllung kann die Reisekasse ganz unterschiedlich belasten. Der Automobilclub AvD stellt regelmäßig die Spritkosten in Europa zusammen. Aktuell ergibt sich bei den Preisen für einen Liter Super eine enorme Spannweite: von 1,28 Euro in Rumänien bis 2,06 Euro in Norwegen. Über 1,80 Euro kostet der Kraftstoff außerdem in Griechenland, Italien sowie in den Niederlanden. Günstig sind osteuropäische Länder, aber auch Luxemburg. Beim Blick auf die Dieselpreise ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Spanne reicht von 1,27 Euro (Bulgarien) bis 1,86 Euro (Norwegen). Teuer ist Diesel außerdem in England, Schweden und in der Schweiz.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

MotorPresseStuttgart

Datum

1. März 2012
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