Ratgeber, TV und Halterungen 7 Bilder Zoom

Ratgeber: Fernsehen unterwegs: Viel Bild auf wenig Raum

Flachbildschirme halten in immer mehr Caravans Einzug. CARAVANING sagt Ihnen, worauf Sie bei der Wahl von Bildschirm und der passenden Halterung achten müssen.

Mobil und dabei stets auf dem Laufenden: Die wenigsten Caravan-Besitzer wollen im Urlaub auf aktuelle Nachrichten und Unterhaltungssendungen verzichten. Längst haben Fernsehanlagen im Caravan Einzug gehalten. Das tragbare Empfangsgerät mit Röhre ist längst auf dem Rückzug.

Auch bei gebraucht erworbenen Caravans ist der Trend zu moderner TV-Technik unverkennbar, immer mehr Fahrzeuge werden mit TFT-Technik aufgerüstet. Trotz der großen Nachfrage gehören Fernsehanlagen meist nicht zur Serienausstattung. Häufig werden sie in den Preislisten als aufpreispflichtiges Sonderzubehör aufgeführt - teilweise zusammen mit anderen Komponenten in einem Multimediapaket. Selbst eine spezielle TV-Vorbereitung wird meist gesondert in Rechnung gestellt.

Noch immer klingt das Loblied auf konventionelle Röhrenfernseher in den Foren, deren Haltbarkeit als unübertroffen angesehen wird. Bei Flachbildschirmen der Anfangszeit dieser Technik mussten tatsächlich Abstriche bei der Lebensdauer gemacht werden - jedoch hat sich die Technik deutlich weiterentwickelt.

Aktuellen Geräten mit LCD-Panel darf eine ähnlich lange Laufzeit attestiert werden wie bei Röhren. Bei den kommenden, mit LED-Technologie ausgestatteten Bildschirmen wird damit gerechnet, dass sie die Lebensdauer heutiger Geräte noch übertreffen. Im Gegensatz zur voluminösen Röhre arbeitet der LCD- oder TFT-Bildschirm mit Flüssigkristallen, wie sie aus Mobiltelefonen oder Laptops bekannt sind. Auch moderne LED-TVs bedienen sich im Prinzip dieser Technik, jedoch werden hier zur Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms LEDs eingesetzt. Eindeutiger Vorteil der LED-TVs ist der um bis zu 50 Prozent reduzierte Verbrauch. Die Firma Alden weist jedoch darauf hin, dass nicht nur der Bildschirm, sondern auch alle weiteren Komponenten auf die Energieeffizienz ausgelegt sein müssen, um als wirklich verbrauchsarm zu gelten. Was gute Sichtbarkeit und Kontraste angeht, gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den LCD- und LED-Bildschirmen. Allerdings wird LED-TVs eine höhere Tageslicht-
tauglichkeit zugesprochen.

Für den mobilen Bereich werden zurzeit Geräte mit einer Bildschirmdiagonale zwischen 15 und 26 Zoll angeboten. In der Vergangenheit bezog sich die größte Nachfrage auf Monitore im 17-Zoll-Format, da diese in der Regel problemlos in bereits vorhandenen TV-Möbeln unterzubringen waren. Heute geht der Trend zu größeren Bildschirmen - vor der Entscheidung sollte überprüft werden, wo der Fernseher befestigt beziehungsweise untergebracht werden soll. Ab Werk gibt es mehrere Einbaulösungen, auch der nachträgliche Einbau in vorhandene Schränke ist möglich. Interessant sind in diesem Zusammenhang Geräte, die kabelfrei arbeitend im Bedarfsfall auch außerhalb des Mobils aufgestellt werden können.

Wegen der überschaubaren Platzverhältnisse im Caravan kommt es weniger auf den Blickwinkel von der Seite als auf den von unten an - immerhin werden Bildschirme häufig  über Kopf montiert. Maßgeblich für die gute Erkennbarkeit ist die Verwendung eines guten Panels durch den Hersteller. Billigangebote stoßen hier schnell an ihre Grenzen: Fernseher, die zwar auf 12 Volt laufen, aber nicht für den Einsatz in Campingfahrzeugen konstruiert wurden, sind häufig für den Heimgebrauch und dortige Sehgewohnheiten ausgelegt. Für den Einsatz im Caravan hat sich ein seitlicher Blickwinkel von mindestens 150 Grad bewährt.

In ihrer Anfangszeit galten LCD-Monitore als äußerst kälteempfindlich - dringend wurde angeraten, sie während der Winterpause nicht im ausgekühlten Caravan zu belassen. Welchen Temperaturen ein Gerät heute ausgesetzt werden kann, hängt maßgeblich von der Güte der verwendeten Elektronik ab.  Für den mobilen Einsatz konzipierte Bildschirme können schadlos auch bei minus 20 Grad noch im Fahrzeug überwintern. Als maximale Lagertemperatur geben Alden und Camos eine Temperatur von plus 60 Grad Celsius an. In Betrieb genommen werden sollten LCD-Bildschirme allerdings nur bei einer Umgebungstemperatur zwischen null und plus 50 Grad. Alphatronics erlaubt auch den Betrieb bis zu minus zehn Grad. Der Betriebsbereich von Angebotsware kann davon  abweichen - ein Blick auf die technischen Daten sorgt in diesen Fällen für Klarheit.

Welches Gerät für die rollende gute Stube in Frage kommt, hängt von den individuellen Bedürfnissen und auch dem Geldbeutel ab. Angeboten werden sowohl reine Monitore, die an einen bereits vorhandenen Receiver oder Tuner angeschlossen werden können, als auch Modelle mit integriertem Standard- oder HDTV-Receiver. Je nach Ausführung sind diese mit DVD-Laufwerk, USB-Port für Personal Video Recording, VGA-Eingang für PC oder weiteren Möglichkeiten bestückt. Vorteil der All-in-one-Ausführungen ist, dass nicht mit mehreren Geräten hantiert werden muss und erst gar kein Kabelsalat entstehen kann. Jedoch sollte ein verschärfter Blick auf das Gewicht geworfen werden - je schwerer das Eigengewicht der Kombination, desto aufwendiger fällt auch die Montage aus.

Entscheidet man sich für ein Modell, das neben weiteren Funktionen auch einen integrierten DVB-T-Anschluss beinhaltet, schließt das den Anschluss an eine bereits bestehende Sat-Anlage nicht aus. Entsprechende Geräte haben meist die Wahlmöglichkeit zwischen dem eigenen und einem Fremdtuner.

Vorsicht ist bei einfachen Ausführungen angesagt, die als Sonderangebot zum vermeintlich unschlagbar günstigen Preis offeriert werden. Billiggeräte aus dem Internet sind nicht selten nur mit einem DVI-Anschluss ausgestattet, was eine Verbindung zum DVB-T-Tuner nicht erlaubt. Um diesen anschließen zu können, ist meist ein Scart-Anschluss erforderlich.

Für den Einsatz auf Reisen kommen nur Geräte in Frage, die sowohl auf 12 als auch auf 230 Volt Betriebsspannung ausgelegt sind. In dieser Konfiguration ist nicht nur der Anschluss ans Stromnetz eines Campingplatzes möglich, auch dem Fernsehabend auf dem Stellplatz ohne externe Energiequelle steht nichts entgegen. Nachdem die Preise für Flachbildfernseher seit ihrer Markteinführung massiv gesunken sind, stellt der Betrieb eines nur auf 230 Volt ausgelegten Heimgerätes mittels Wechselrichter keine wirkliche Alternative mehr dar. Zum einen, weil die Kosten für einen in der Regel für Elektronik benötigten Sinus-Wechselrichter vergleichsweise hoch sind - zum anderen wegen des hohen Eigenverbrauchs und dem Spannungsabfall des Inverters.

Die Wahl der Positionierung des Bildschirms hängt maßgeblich von den Platzverhältnissen und den Nutzungsgewohnheiten ab. Bei der Entwicklung neuer Grundrisse sind dies viel diskutierte Themen, wie die Hersteller betonen. Lösungsansätze finden sich etwa in der neuen B-Klasse, wo bei manchen Grundrissen zwei TV-Positionen zur Wahl stehen. Hobby legt Wert darauf, dass sowohl von der Sitzgruppe als auch vom Schlafbereich aus ein ungetrübter Fernsehgenuss möglich ist. Realisiert wird dieser durch drehbare Mediaeinheiten, etwa im Barbereich oder in TV-Anrichten. Die meisten Hersteller widmen diesem Thema viel Aufmerksamkeit.

Bei der Entscheidung für die richtige Größe sowie die Position des Monitors sollten die gegebenen Platzverhältnisse bedacht werden. Der geringste Sitzabstand zum Bildschirm wird mit der einfachen Formel: „Bildschirmhöhe mal sechs“ berechnet. Zu einem 21 Zoll hohen Monitor sollte also ein Abstand von etwa zwei Metern vorhanden sein. Jürgen Stelzner, der Projektleiter für die Entwicklung und die Konstruktion bei der Knaus-Tabbert-Gruppe, empfiehlt darüber hinaus eine Positionierung des Bildschirms in Augenhöhe.

Ab Werk angebotene Lösungen sind nicht selten in dafür vorgesehene Möbelelemente integriert. Bei Nichtnutzung wird das Gerät eingeklappt oder im Schrank versenkt. Offen angeschlagene Bildschirme sind meist mit einem Schwenkarm ausgerüstet, der eine Ausrichtung in verschiedenste Positionen erlaubt. Während der Fahrt muss dieser in die Ruheposition zurückgesetzt werden. Schließlich reduziert sich die Belastbarkeit eines Halters in dem Maße, wie weit er ausgefahren ist. Zudem wirken, wie Halter-Hersteller Kesseböhmer anmerkt, bei der Fahrt in jedem Fall zusätzliche Kräfte auf die Halterung ein.

Die Angabe über  die Belastbarkeit der Halter im Fahrbetrieb variiert je nach Hersteller zwischen 5 und 20 Kilo. Die TV-Anbieter Alden, Alphatronics, Camos und Enox sehen ihre E-geprüften  Geräte zudem nicht gefährdet, wenn sie an einer stabilen Halterung, am besten sogar verriegelt, befestigt sind. Hymer schreibt vor, den Monitor während der Fahrt in Grundposition zu bringen und mit Gurten oder Haltebügeln zu sichern. Immerhin: Bereits bei einem plötzlichen Ausweichmanöver steigen die auf den ausgefahrenen TV-Halter wirkenden Kräfte auf ein Vielfaches an. Selbst wenn der Halter dieser Belastung standhält, ist dessen Befestigung gefährdet. Wird in so einem Fall der Monitor aus der Verankerung gerissen, ist materieller Schaden vorprogrammiert.

Verbleibt der Fernseher nicht in der Halterung, muss ein geeigneter Aufbewahrungsort für die Fahrt her. Als sicherer Ort gilt der Schrank - es versteht sich, dass der Monitor auch hier erschütterungsfrei fixiert wird. Abzuraten ist von einem bloßen Ablegen zwischen Matratze und Bettzeug. Schon der heftige Tritt auf die Bremse kann dafür sorgen, dass das Gerät durch den Wagen geschleudert wird.

Mit Bedacht sollten auch die Befestigungspunkte gewählt werden, wenn der Caravan nachträglich mit einem Fernseher ausgerüstet werden soll. Eine problemlose Fixierung des Monitors wird durch Halter ermöglicht, die der Vesa-Norm entsprechen und über die Lochbilder 75/75 mm und 100/100 mm verfügen. Beachtet werden sollte zudem, dass in keiner Bildschirmposition die angeschlossenen Schnittstellen einer Zugbelastung ausgesetzt sind, bei Schwenkmontagen muss eine ausreichende freie Kabellänge gesichert sein.

Geht es um die Wahl des TV-Halters, bleiben kaum noch Wünsche offen. Für die Schrank-montage bieten sich sowohl vertikale Auszüge an als auch Lösungen, bei denen der Bildschirm nach oben oder unten ausgefahren werden kann. Soll sich der Bildschirm offen im Raum befinden, sind eingelenkige Wandhalter die platzsparendste Variante. Geht es um die Wahl des TV-Halters, bleiben kaum noch Wünsche offen. Für die Schrank-montage bieten sich sowohl vertikale Auszüge an als auch Lösungen, bei denen der Bildschirm nach oben oder unten ausgefahren werden kann. Soll sich der Bildschirm offen im Raum befinden, sind eingelenkige Wandhalter die platzsparendste Variante.

Mehr Spielraum bieten ausziehbare Schwenkarme, die mit bis zu vier Gelenken einen Auszug bis zu 575 Millimetern ermöglichen - der Fernseher kann also flexibel auf unterschiedliche Betrachtungsposi-tionen eingerichtet werden. Sinnvoll ist das Anschlagen der Halterung an vorhandenen Möbeln. Als Hersteller von TV-Haltern empfiehlt die Firma Fawo, die Halterungen möglichst mit Durchgangsschrauben im Möbel zu befestigen oder entsprechende Konterplatten einzusetzen. Movera weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Befestigung an dünnen Sperrholzwänden (9-10 mm) ohne Zusatzbeschlag vermieden werden sollte.

Ist eine Befestigung an Aufbauwand oder der Decke vorgesehen, sollte der Bereich mit einer zusätzlichen Verstärkung aufgedoppelt werden, rät etwa Knaus-Tabbert. Hobby weist darauf hin, dass ab Werk entsprechende Verstärkungen der Aufbauwand für in Frage kommende Bereiche üblich sind.

Von Eigenbaumaßnahmen rät man bei Hobby ab und verweist bei der Nachrüstung auf den autorisierten Fachhandel. Ein Tipp, den auch Hymer, Knaus-Tabbert und viele weitere Hersteller geben. Wenn durch nicht fachgerechte Montage, etwa bei Verwendung zu langer Schrauben, die Außenhaut oder ein verdeckt verlegtes Kabel beschädigt wird, sind Folgeschäden nicht durch die werksseitige Gewährleistung abgedeckt. Die Folgekosten für die Instandsetzung sind dann schnell höher als die Ersparnis durch die Selbstmontage.

Moderne Flachbildschirme stehen alten Röhren qualitativ nicht mehr nach - dies gilt erst recht für die neuen, besonders verbrauchsarmen LED-Ausführungen. Wie auch in anderen Zubehörsegmenten nimmt die Alltagstauglichkeit zu, wenn das Gerät eindeutig für den Einsatz im Caravan entwickelt und freigegeben wurde.

Die besonders billig erscheinenden Sonderangebote auf dem freien Markt mögen auf den ersten Blick mit günstigeren Preisen bestechen - erkauft wird dies jedoch meist mit Abstrichen beim Betrieb und der Anwendungsfreundlichkeit. Und wer will schon mit dem Flachbildschirm in die Röhre gucken ...

Welches Format passt?

Ein ausladender Bildschirm ist keine Garantie für ein besseres Fernsehbild. Dieses setzt sich aus einer gleichbleibenden Anzahl von Punkten zusammen, die - aus der richtigen Entfernung betrachtet - eine scharfe Darstellung ergeben. Bei gleichem Abstand wirkt das Bild auf einem größeren Monitor durch das gröbere Raster weniger scharf als auf einem kleineren Modell. Voluminöse Geräte mit großer Bildschirmdiagonale empfehlen sich deshalb eher, wenn genügend Raum zwischen dem Gerät und seinem Betrachter liegt.

Ob das Seitenverhältnis ganz klassisch 4:3 oder lieber 16:9  betragen soll, bleibt den persönlichen Präferenzen überlassen. Filme, die ursprünglich für die Kinoleinwand produziert wurden, lassen sich mit den 16:9-Monitoren ohne störende schwarze Streifen gucken. Für das Alltagsprogramm im TV reicht das herkömmliche Seitenverhältnis jedoch völlig aus.

Pflegen, nicht Ölen!

TV-Halterungen sind durch die Bank wartungsfrei ausgelegt. Während Laufschienen ab und zu mit einem Tropfen Öl bedacht werden können, sollte man sich diesen bei den Gelenken besser sparen. Folge wäre ein Verlust des zur Fixierung in einer gewählten Position erforderlichen Reibwerts - ein gut geöltes Gelenk reagiert empfindlicher auf Erschütterungen, wie sie allein beim Gehen im Wagen auftreten. Bildschirme können mit einem weichen, leicht feuchten Tuch mit milder Seifenlauge gereinigt werden. Auf die Verwendung von Fenster- oder Glasreiniger dagegen sollte man verzichten.

Autor

Foto

Uli Regenscheit

Datum

27. April 2011
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