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Ratgeber Versicherung: Für alle Fälle

Unfall, Einbruch, Feuer, Hagel - wenn dem Caravan etwas passiert, ist die Versicherung oft Gold wert. Doch wie die richtige finden? CARAVANING erklärt Ihnen, worauf es bei der Suche ankommt.

Der Versicherungsbranche eilt nicht unbedingt der beste Ruf voraus. Von außen betrachtet erscheint sie eher wie ein tiefes, trübes Meer. Tarife sind unübersichtlich und unverständlich.

Für den Caravan-Bereich fällt das Urteil nicht ganz so vernichtend aus. Zwar gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die ihre Versicherungsbedingungen weitgehend frei gestalten können und damit einen allgemeingültigen Vergleich von Tarifen und Leistungen nahezu unmöglich machen. Doch sollte man sich mit ein paar Hinweisen beim Abschluss oder Wechsel einer Versicherung über Wasser halten können. Was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie hier.

Gut zu wissen

Es könnte alles so einfach sein - wäre da nicht ein aktuelles BGH-Urteil das alles auf den Kopf stellt und zurzeit einiges unklar lässt. Es besagt: Bei Schäden, die mit einem Gespann verursacht wurden, haften die Haftpflichtversicherung des Zugwagens und die des Caravans jeweils zur Hälfte.

Bislang war das ausschließlich Sache der Pkw-Haftpflicht, während die Caravan-Versicherung nur für kleinere Schäden aufzukommen hatte, die man zum Beispiel beim Rangieren mit einem Mover verursacht hat. Entsprechend günstig sind die Haftpflichtprämien im Vergleich etwa zum Zugfahrzeug.

Doch das könnte sich ändern. Sollte das Urteil Bestand haben, würden langfristig sicher die Preise steigen, und Anbieter könnten künftig verlangen, dass Caravan und Zugwagen bei ein und derselben Gesellschaft versichert sind.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) will allerdings gegen das Urteil vorgehen und erreichen, dass der Gesetzgeber die alte Rechtslage wiederherstellt. Ausgang ungewiss.

Ansonsten ist das Thema Haftpflicht für Caravans zügig abgehandelt. Schadenfreiheitsklassen gibt es wie bei der Kaskoversicherung keine und bei der Deckungssumme sollte man die höchstmögliche (meist 100 Millionen Euro) wählen.

Unwesentlich komplizierter verhält es sich bei der Kaskoversicherung. Entscheidend für die Kalkulationen ist jeweils der Caravan-Neupreis. Einfluss auf die Prämie nimmt dann die Höhe der Selbstbeteiligung. Beispiel: Bei der Teilkasko ist ein Selbstbehalt von 150 Euro üblich. Wer auf eine Selbstbeteiligung verzichtet, muss mit Aufschlägen rechnen. Gleiches gilt bei der Vollkasko, die für selbst verursachte Schäden einsteht.

Die Kaskoprämie erhöhen kann auch eine Metallic-Lackierung, da Kratzer schnell teure Schäden verursachen. Daneben gibt es im Caravan-Bereich keine Tarifmerkmale oder Bonussysteme, die sich auf die Prämie auswirken. Weder hagelunempfindliche GfK-Dächer noch der Beamtenstatus eines Versicherungsnehmers werden rabattierend berücksichtigt.

Ein Tipp für alle, die auf der Suche nach einer Caravan-Versicherung sind, lautet: Sie sollten sich möglichst viele Angebote einholen und vergleichen.

Eine Alternative sind Makler, die auf Versicherungen für Caravans spezialisiert sind . Sie handeln im Auftrag und gemäß der Vorgaben ihrer Kunden Verträge mit Versicherungen aus und versprechen bessere Konditionen, als man sie in direkten Verhandlungen mit einer Gesellschaft erzielen würde. Der Vertrag kommt zwar zwischen Kunde und Versicherer zustande, Ansprechpartner vor allem im Schadensfall bleiben die Makler.

Ihr großer Vorteil: Sie arbeiten kostenlos. Wenn etwas passiert ist, sind sie oft besser erreichbar - viele auch am Wochenende. Zudem kennen sie den Versicherungsdschungel aus dem Effeff und verfügen über viel Erfahrung mit Caravan-Versicherungen. Ihr oberstes Credo: Bei einer Versicherung nicht nur auf die Prämie schielen. Sie fällt mitunter so unterschiedlich aus, dass der Eindruck entsteht, Versicherungsgesellschaften wollen Caravan- Besitzer eher abschrecken.

Unbedingt zu beachten

Eine gute Versicherung erkennt man an ihren Leistungen. Sie sind in den häufig mehrere Seiten umfassenden Bedingungen aufgeführt. Ein Studium des Beiwerks ist unabdingbar, denn hier lauern Fallstricke. Einige kann man umgehen, andere wie die Abrechnung von Totalschäden über die Vollkaskoversicherung nicht. Hier wird in der Regel nämlich nur der Zeit und nicht der Neuwert ersetzt.

Aufpassen sollte man  dafür, dass keine Abzüge neu für alt vorgenommen werden. Sonst übernimmt die Versicherung den Einbau von Neuteilen nur in Höhe des Zeitwerts der defekten Teile. Auch sollte man sich die Klausel genau anschauen, wonach die Kaskoversicherung nur 60 Prozent zahlt, wenn man einen Schaden an seinem Caravan über ein Gutachten abrechnet und ihn nicht in einer Werkstatt reparieren lässt, wie das etwa bei Hagelschäden häufig praktiziert wird.

Apropos Werkstatt: Dass die Versicherung vorschreibt, welche Werkstatt Reparaturen vornehmen darf – die sogenannte Werstattbindung –, ist im Caravan-Bereich unüblich.

Ebenfalls so gut wie keine Rolle spielen Steinschläge auf Scheiben und Marderbiss. In der Regel wird aber beides anstandslos von der Teilkaskoversicherung übernommen. Selten sind Wildschäden bei Caravans. Achten Sie dennoch darauf, dass Versicherungen nicht nur für Wild-, sondern für Tierschäden insgesamt zahlen. Bei einer Kollision etwa mit einem streunenden Hund schaut man sonst in die Röhre.

Anders ist der Fall bei Elementarschäden, wie Sturm (ab Windstärke acht), Hagel oder Überschwemmungen gelagert. Einige Anbieter setzen hier den Selbstbehalt herauf. Effekt: Der Caravan-Besitzer muss für einen größeren Teil des Schadens  selbst aufkommen. Obacht bei Gebrauchten. Haben sie bereits einen Hagelvorschaden, der über ein Gutachten abgerechnet, aber nicht repariert wurde, zahlt keine Versicherung mehr.

Erfreulich hingegen, dass eine ganze Reihe von Anbietern auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Ausnahmen von diesem Prinzip gelten jedoch zum Beispiel für Unfälle unter Alkoholeinfluss.

Etliche Übereinstimmungen in den Versicherungsbedingungen findet man auch beim Geltungsbereich. Westeuropa ist in der Regel unkritisch. Doch für manche Gebiete Osteuropas und die südlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten muss man mitunter eine Deckung anfragen.

Nicht selbstverständlich  ist die Übernahme des Fährrisikos. Um nach einer Schiffshavarie Ersatz für einen gesunkenen Caravan zu erhalten, muss der Vertrag das Risiko umfassen.

Umfassen sollte eine Versicherung auch das Vorzelt, was gegen einen kleinen Aufpreis über die Teilkasko erledigt ist, und neues Zubehör. Wer seinen Caravan besser ausstattet, informiert seine Versicherung besserdarüber. Andernfalls werden die Anbauteile bei einem Schaden nicht unbedingt ersetzt.

Oft merkt man erst bei der Schadensregulierung, ob eine Versicherung wirklich gut ist. Ausweg bei einem Missgriff: Jedes Jahr zum 30. November kann man bestehende Versicherungen kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

Wichtig zu haben

Nicht immer ist man bei einem Caravan mit Haftpflicht- und Kaskoversicherung auf der sicheren Seite. Beispiel: Einbruch.

Die Teilkaskoversicherung kommt zwar für alle Schäden auf, die ein Langfinger beim Einbruch am Fahrzeug verursacht. Für Gegenstände, die nicht fest mit dem Caravan verbunden sind, zahlt sie nicht.

Unter Umständen deckt die Hausratversicherung für Haus oder Wohnung die Verluste ab. Dabei sollten Sie jedoch auf den Geltungsbereich achten. Ebenso darauf, dass sie auch zur Nachtzeit gilt. Sonst hilft eine Inhaltsversicherung. Sie steht für das persönliche Reisegepäck ein. Allerdings sind häufig Höchstgrenzen für den Wert der Gegenstände zu beachten.

Interessant für Vielreisende kann zudem ein Schutzbrief sein, der bei einem Defekt unter anderem die Fahrzeugrückführung nach Hause übernimmt. Spezielle Angebote für Caravans gibt es nicht, vielmehr sind sie vom Schutzbrief des Zug-Pkw erfasst, der meist bis zu einem Gesamtgewicht von 4 Tonnen gilt.

Was ist sonst noch sinnvoll?  Gelegentlich stößt man auf eine sogenannte Gepäckversicherung. Doch Vorsicht: Ihre Bedingungen richten sich eher an die Bedürfnisse von Pauschaltouristen als an Camper. Außerdem macht sie etliche Haftungsausschlüsse.  Nicht nur deshalb raten Experten: Finger weg. Eine Inhaltsversicherung ist im Zweifel vorzuziehen.

So eindeutig sind in Versicherungsfragen jedoch nicht alle Tipps. Vieles hängt von der eigenen Risikoeinstellung ab. Entscheidend ist letztlich, dass man sich individuelle Angebote einholt, vergleicht und weiß, was man will. Dann behält man den Kopf sicher über Wasser.

Abmelden und Abstellen

Zu kalt, zu nass - Wintercamping ist nicht jedermanns Sache. Die kalte Jahreszeit beschert damit auch einem Caravan häufig eine verdiente Ruhepause. Doch wohin mit ihm?

Die Frage stellt sich nicht nur bei der Suche nach einem Winterquartier. Auch außerhalb der Reisezeit muss mitunter ein geeigneter Platz her. Aus dem Schneider ist, wer ihn zum Beispiel auf einem Ganzjahresplatz untergebracht hat oder auf dem heimischen Grundstück über einen Stellplatz verfügt. Das kann ein Platz auf der Garagenauffahrt oder im Garten hinterm Haus sein. Hier darf er auch abgemeldet überwintern.

Wichtig zu beachten ist nur, dass der Caravan bei längerer Standzeit nicht zum Aufenthalt genutzt werden darf. Ansonsten wird er rechtlich etwa wie ein Gartenhäuschen behandelt und das Bauamt kann eine Baugenehmigung und einen Mindestabstand zum Nachbargrundstück verlangen.

Falls für den Caravan ein angemieteter Parkplatz vorgesehen ist, sollte man vorher einen genauen Blick in den Mietvertrag werfen, ob er dort gegebenenfalls auch abgemeldet stehen darf. Noch komplizierter wird es, wenn der Caravan auf öffentlichen Parkraum angewiesen ist. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gestattet hier das Abstellen eines abgekuppelten Anhängers nur für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen und nur innerhalb der markierten Parkflächen.  

Ragen Heck oder Deichsel über die Kennzeichnung hinaus, droht ein Knöllchen. Für nicht zugelassene Fahrzeuge untersagt die StVO das Abstellen ganz. Außerdem sind manche Parkplätze nur für Pkw oder Busse vorgesehen. Tipp: Am bes-ten fragt man mal den Caravan-Händler seines Vertrauens nach einer Abstellmöglichkeit.
Das Abstellen des Caravans im Winter ist das eine, die Versicherung das andere. Für Caravans gibt es keine Ruheversicherung. Wer seinen Caravan für die Wintermonate abmeldet oder mit einem Saisonkennzeichen operiert, verliert in der Regel den Versicherungsschutz. Tipp: Rechtzeitig mit dem Anbieter die Bedingungen für die betriebsfreie Zeit klären.  

Ähnliches gilt für dauerhaft stillgelegte Caravans. Hier empfehlen Experten unbedingt eine Haftpflicht-, kombiniert mit einer Campingversicherung. Letztere ist eine reine Standversicherung und ersetzt weitgehend die Teilkasko, schützt einen abgestellten Caravan aber zusätzlich vor Vandalismus. Voraussetzung: Der Caravan steht auf einem Campingplatz oder einem umfriedeten Gelände.

Spezial-Versicherungsmakler

Accura
Telefon 09 11/58 07 00
www.accura.de

Campkuranz
Telefon 09 11/5 80 70 40
www.campkuranz.de

ESV Schwenger
Telefon 07 11/4 59 60 20
www.esv-schwenger.de

Horbach
Telefon 02 11/58 00 13 66
www.horbach-reisemobil.de

Jahn & Partner
Telefon 0 82 33/3 80 90
www.jahnupartner.de

Versicherungsbüro Raab
Telefon 09 11/73 26 96
www.vbraab.de

RMV
Telefon 0 24 52/97 70 70
www.rmv-versicherung.de

Andreas Schwarz
Telefon 0 51 02/22 22
www.freizeit-schwarz.de

Wohnmobilclub.de
Telefon 09 11/5 80 70 90
www.wohnmobilclub.de

Autor

Foto

Tschovikov/MPS

Datum

4. Oktober 2011
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